Die Hippie-Ikone Donovan wird 80. Er prägte mit Hits wie „Mellow Yellow“ eine Ära und gilt bis heute als mystische Figur.
Sunshine Superman wird 80Der schottische Sänger feiert seinen 80. Geburtstag

Donovan war einer der ersten britischen Vertreter der Flower-Power-Bewegung und ist ein Hippie geblieben.
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Donovan erscheint auf gegenwärtigen Konzertplakaten wie eine mystische Gestalt aus einer Fabel. Eine Tunika mit Fransen und eine ausgedehnte Perlenkette zieren ihn, während sein silbernes, langes Haar auf die Schultern fällt. Ein schwarzer Halbmond ist auf seiner Stirn platziert. Der Musiker und Liedermacher, welcher an diesem Sonntag (10. Mai) seinen 80. Geburtstag begeht, wird weiterhin als Ikone der Hippie-Kultur angesehen.
Als einer der Pioniere unter den britischen Künstlern adaptierte Donovan Phillips Leitch, der am 10. Mai 1946 in Glasgow, Schottland, zur Welt kam, die Devise der Flower-Power-Bewegung. In seiner Kunst kannte der Musiker keine Beschränkungen. „Jazz, Blues, Folk, Popmusik, Literatur, Feminismus, Ökologie - ich hab alles wie ein Schwamm aufgesogen“, äußerte er in einem Gespräch mit der britischen Publikation „Guardian“.
Aufstieg vom Straßenkünstler zur Ikone der Hippie-Kultur
Anfänglich bestritt Donovan seinen Lebensunterhalt mit Straßenmusik. Sein Karrieresprung wurde maßgeblich durch den damaligen Gitarristen der Rolling Stones, Brian Jones, begünstigt, welcher Gefallen an seinen Demoaufnahmen fand. Jones setzte seine Verbindungen ein, was Donovan 1964 im Alter von 18 Jahren einen Auftritt in der bekannten Fernsehshow „Ready, Steady, Go“ ermöglichte, noch ehe er einen Tonträger publiziert hatte.
Diese Darbietung verschaffte ihm Bekanntheit bei einem Millionenpublikum und erwies sich auch im persönlichen Bereich als wegweisend: Hinter der Bühne traf er auf Linda Lawrence, die frühere Partnerin von Jones. Heute sind die beiden miteinander vermählt.
Bedeutende Triumphe durch Psychedelic-Pop-Klänge
In der Anfangsphase seiner Laufbahn wurde ihm aufgrund seines Spiels auf der Akustikgitarre und seiner narrativen Liedtexte gelegentlich der Vorwurf gemacht, er imitiere Bob Dylan. Mit seinem Erstlingswerk „What's Bin Did and What's Bin Hid“ (1965) gelang ihm durch „Catch the Wind“ ein früher Erfolg, dessen Ähnlichkeit zu Dylans Komposition „Blowing in the Wind“ (1962) kaum zu leugnen ist.
Donovan entfernte sich jedoch rasch vom puren Folk-Klang und entwickelte durch die Fusion mit Psychedelic und Pop eine individuelle musikalische Handschrift. Er erfasste mit Erfolgsstücken wie „Sunshine Superman“, „Mellow Yellow“ oder „Hurdy Gurdy Man“ die Stimmung der Epoche und schuf die musikalische Untermalung für die Hippie-Kultur. Seine experimentelle Herangehensweise, die zudem seine Faszination für fernöstliche Spiritualität widerspiegelte, unterschied ihn von zahlreichen seiner musikalischen Weggefährten.
Rückkehr auf die Bühne und späte Würdigung
Seine Popularität ließ nach etwa einem Dutzend veröffentlichter Studioalben ab Mitte der 1970er-Jahre nach. Das Ende der Hippie-Ära war gekommen, und aufkommende Genres wie New Wave und Punk ließen die Kompositionen des schottischen Künstlers veraltet erscheinen. Während der 1980er-Jahre publizierte er nur noch vereinzelt und mit bescheidenem Zuspruch neue Werke.
Gemeinsam mit dem renommierten Produzenten Rick Rubin spielte Donovan 1996 das besinnliche Album „Sutra“ ein, das bei seiner Anhängerschaft zwar Zuspruch fand, kommerziell jedoch erfolglos blieb. Zum Anfang des neuen Jahrtausends erfuhr der Musiker eine Wiederbelebung seiner öffentlichen Wahrnehmung. Eine Neuaufnahme seines Liedes „Atlantis“ entstand 2002 für den deutschen Musikmarkt in Kooperation mit der Girlgroup No Angels. Die Aufnahme in die „Rock And Roll Hall Of Fame“ erfolgte im Jahr 2012.
Der tatsächliche Sinn hinter „Mellow Yellow“
Vor seiner Eheschließung mit Linda Lawrence im Jahr 1970 führte Donovan eine mehrjährige Beziehung mit dem Model Enid Karl, aus der zwei Kinder hervorgingen. Auch mit Linda hat er zwei gemeinsame Kinder; zusätzlich adoptierte er ihren Sohn, dessen Vater der mittlerweile verstorbene Brian Jones war.
Mutmaßungen über den Konsum von Drogen umgaben Donovan über einen langen Zeitraum. Eine Festnahme wegen des Besitzes von Cannabis erfolgte 1966. Sein Erfolgstitel „Mellow Yellow“ nährte über Jahrzehnte die Annahme, das Lied thematisiere das Erreichen eines Rauschzustandes durch Bananenschalen. In einem Gespräch mit dem „NME“ im Jahr 2011 dementierte er dies als Unsinn und erläuterte die tatsächliche Bedeutung von „electrical bananas“: „Das sind Damenvibratoren.“
Seine früheren Erfolgstitel haben sich als beständig erwiesen und finden bis in die Gegenwart regelmäßig Verwendung in Kinofilmen und TV-Produktionen. Seiner Gattin Linda widmete er vor einigen Jahren das Album mit dem Titel „Lunarian“. Den zugehörigen Medientermin gestaltete die Hippie-Ikone als eine „private spirituelle Enthüllung“ in einem Pavillon im Garten, was auf Beobachter eine unbeabsichtigt humorvolle Wirkung hatte. (dpa/red)
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