Viele Menschen fühlen mit den Betroffenen des schweren Unfalls in Dinslaken, bei dem zwei Zwölfjährige starben.
Trauer bei Schweigeminute„Ein Schock ist durch Dinslaken gegangen“

Simon Panke, Oberbürgermeister der Stadt Dinslaken (r.), steht an der Unfallstelle und hält eine Ansprache. Eine stadtweite Schweigeminute fand an der Unfallstelle in Dinslaken statt.
Copyright: picture alliance/dpa
Zwei Tage nach dem Unfall mit zwei getöteten Zwölfjährigen hat die Stadt Dinslaken mit einer Gedenkminute und Trauerbeflaggung ihre Anteilnahme gezeigt. „Wohin man auch schaut – überall drehen sich die Gespräche um den furchtbaren Unfall“, sagte Bürgermeister Simon Panke in einer Video-Botschaft. „Ein Schock ist durch Dinslaken gegangen.“
An der Gedenkminute um 09.15 Uhr hätten die gesamte Stadtverwaltung, die 19 Schulen der Stadt und viele Betriebe teilgenommen. „Es war sehr still im Rathaus und in der Stadt“, sagte eine Sprecherin. „Sogar der Gärtner vor dem Rathaus hat das Rasenmähen unterbrochen und innegehalten.“
Bürgermeister und Stadtspitze am Unfallort
Der Bürgermeister und die gesamte Stadtspitze kamen an den Unfallort. Dort werden in einem großen Zelt der Feuerwehr Seelsorge und psychologische Beratung angeboten. Viele Mitschüler und Dinslakener Bürger haben dort Kerzen, Blumen und Kuscheltiere abgelegt. Die Feuerwehr habe ein Spendenkonto für die Angehörigen eingerichtet, sagte der Bürgermeister. An der Gedenkminute beteiligte sich auch die direkte Nachbarstadt Duisburg.
Der Unterricht ging in dem Gymnasium der beiden getöteten Jungen und in der Grundschule, vor der sich der Unfall ereignet hatte, am Freitag unterdessen weiter – allerdings mit starker Unterstützung durch den schulpsychologischen Dienst. „Ich bin sicher, dass da heute noch einiges aufgearbeitet wird“, sagte die Stadtsprecherin.
Führerscheinbehörde: Frau durfte ohne Auflagen Auto fahren
Eine 47-jährige Frau war am Mittwochmorgen mit ihrem Auto in eine Schülergruppe gefahren, zwei Zwölfjährige starben. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte sie einen 16-sekündigen Herzstillstand. Das hat nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war. „Bild“ hatte zuvor berichtet.
Die Frau hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden. Ein Ereignisrekorder überwacht die Herzaktivität kontinuierlich. Zur Frage des Herzstillstands wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag keine Angaben machen.
Gegen die Autofahrerin wird laut Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Laut der zuständigen Führerscheinstelle beim Kreis Wesel durfte die 47-Jährige trotz des ersten Unfalls Auto fahren. „Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“, so eine Sprecherin. (dpa/das)
