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An der OstseeZustand von gestrandeterm Wal verschlechtert sich – Helfer verzweifeln

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Am Timmendorfer Strand versucht man derzeit, einen gestrandeten Buckelwal zu retten. Dabei gibt es Rückschläge.

Die Notlage eines Buckelwals hat am Timmendorfer Strand für einen Ausnahmezustand gesorgt. Während zahlreiche Helfer versuchen, den gestrandeten Meeressäuger zu retten, tummeln sich immer mehr Schaulustige an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Unterdessen hat sich der Gesundheitszustand des Buckelwals verschlechtert.

Auf dem Tier sei deutlicher Bewuchs als Folge einer Hautkrankheit zu sehen, sagte Carsten Manheimer von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag (24. März) in Niendorf nahe Lübeck. Die Krankheit sei vermutlich eine Folge des zu niedrigen Salzgehalts der Ostsee.

Gestrandeter Buckelwal an Ostsee-Strand kämpft ums Überleben

Das Tier wurde in der Nacht auf Montag erstmals auf einer Sandbank in der Lübecker Bucht bei Niendorf entdeckt. Seitdem sind mehrere Rettungsversuche gescheitert, darunter der Versuch, mithilfe von Booten künstliche Wellen zu erzeugen und den Wal so zurück in tieferes Wasser zu treiben. Ein kleiner Erfolg gelang dennoch: Teile des Netzes, das sich um den Körper des Tiers gewickelt hatte, konnten entfernt werden.

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Schaulustige beobachten einen Wal, der ist an der Ostseeküste vor Niendorf gestrandet ist.

Die Polizei sorgte einem Sprecher zufolge auch am Dienstag in Kooperation mit der Kommune dafür, dass der Wal nicht von Schaulustigen gestört wurde. Am Strand wurden dafür Bauzäune aufgestellt, auf dem Wasser patrouillierten Boote.

Buckelwal vor Timmendorfer Strand weiter in Not

Ins Wasser gezogen werden könne der Wal nicht, erklärte Manheimer. Das Tier sei bereits geschwächt und habe womöglich zu wenige Muskeln, um gegenzuhalten. Eine solche Aktion würde das Tier daher unter Umständen mehr schaden als nutzen, betonte er.

Am Dienstag sollten weitere Beratungen über Rettungsmöglichkeiten für das Tier stattfinden, sagte Manheimer. „Wir sind auf Abruf, falls die Experten noch eine Option sehen.“

Möglicherweise handelt es sich bei dem gestrandeten Tier um denselben Wal, der sich vor rund zwei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bei Steinbeck in einem Fischernetz verfangen hatte. Eine Woche zuvor war im Hafen von Wismar ebenfalls ein Wal gesichtet worden. (mbr/afp)