Die Bundeswehr kauft bei Rheinmetall sogenannte Kamikaze-Drohnen für 300 Millionen Euro. Die Lieferung soll 2027 beginnen.
Auftrag für RheinmetallBundeswehr bestellt neue Kamikaze-Drohnen aus Neuss

Rheinmetall hatte die Drohne vom Typ FV-014 neu entwickelt. (Archivbild)
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Ein Vertrag im Wert von 300 Millionen Euro wurde in Koblenz vom Beschaffungsamt der Bundeswehr unterzeichnet, wie der Düsseldorfer Rüstungshersteller Rheinmetall bekannt gab. Gegenstand der Vereinbarung ist die zukünftige Ausstattung der deutschen Streitkräfte mit Drohnen, die als „Loitering Munition“ klassifiziert sind. Diese unbemannten Flugobjekte können über einem Einsatzgebiet verweilen, bevor sie ein Ziel anvisieren und angreifen. Die Produktion der Systeme erfolgt in Neuss, mit einem geplanten Lieferstart im ersten Halbjahr 2027. Über die exakte Stückzahl wurde Stillschweigen vereinbart.
Dieser Auftrag für das Modell FV-014 ist in einen größeren Rahmenvertrag eingebettet. Laut Informationen der dpa, die sich auf unterrichtete Quellen beruft, beläuft sich dessen Gesamtwert auf eine Milliarde Euro für eine fünfstellige Stückzahl an Drohnen. Im Vergleich zu den Wettbewerbern Stark und Helsing, die schon früher entsprechende Vereinbarungen und Bestellungen erhielten, positioniert sich Rheinmetall damit später im Markt. Der Hersteller von Panzern und Munition hatte die Entwicklung dieser Drohne erst abschließen und sie zur Marktreife führen müssen.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten der Flugkörper
Die unbemannten Flugsysteme können sowohl für Aufklärungsmissionen genutzt werden als auch mit Sprengladungen für Offensivoperationen bestückt sein. Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, äußerte sich positiv über den Abschluss. „Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten, mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann“, erklärte der Unternehmensleiter. Papperger stellte zudem in Aussicht, dass eine industrielle Fertigung des Systems in großen Mengen in Kürze anlaufen werde.
Technische Daten und strategischer Vorteil
Laut Herstellerangaben erreichen die Flugkörper eine Operationsdistanz von maximal 100 Kilometern. Sie sind in der Lage, für eine Dauer von bis zu 70 Minuten im Einsatzgebiet zu verbleiben und Aufklärung zu betreiben. Das Gewicht des Sprengkopfes, einschließlich der Zündeinheit, beträgt etwa vier Kilogramm. Die Fertigung des gesamten Systems findet innerhalb der Europäischen Union statt. Seitens der Bundeswehr wird der Vorteil gesehen, mit dieser Waffenart zügig agieren und gegnerische Stellungen exakt ausschalten zu können. Zudem übersteigt die Einsatzdistanz jene von herkömmlichen Artilleriegeschossen.
Konzeption als Einweg-Waffensystem
Genau betrachtet sind diese Flugobjekte keine Drohnen im klassischen Sinne, sondern werden als Munition eingestuft. Der Grund dafür ist die Auslegung der Systeme auf eine einmalige Verwendung. Der Start erfolgt aus einem Behälter, woraufhin sich die Flügel in der Luft entfalten und der Flug autonom fortgesetzt wird. Eine Rückkehr mit Landung für einen späteren Einsatz ist konstruktionsbedingt ausgeschlossen. Falls innerhalb der verfügbaren Einsatzzeit kein Angriffsziel identifiziert wird, erfolgt nach Aussage eines Rheinmetall-Sprechers ein gezielter Absturz des Systems.
Die Software stellt bei dieser Waffenart eine zentrale Komponente dar, deren ständige Fortentwicklung notwendig ist. Aus Kreisen der Bundeswehr verlautet, dass die Lieferverträge spezielle Innovationsklauseln beinhalten. Durch diese Klauseln werden die Produzenten verpflichtet, die technologische Aktualität der Systeme zu gewährleisten. Andernfalls könnten die jetzt beschafften Waffen bereits nach kurzer Zeit ihre Effektivität einbüßen, falls ein potenzieller Gegner entsprechende Abwehrmaßnahmen entwickelt. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.