Nach Attacken auf PonysNRW plant Regeln für den Abschuss von Wölfen

Ein Wolf (Symbolbild)
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Düsseldorf – Nach zahlreichen Nutztierrissen von Wölfen vor allem am Niederrhein plant die NRW-Landesregierung eine Wolfsverordnung mit genauen Regelungen für Wolfs-Entnahmen, also den Abschuss von Tieren. Grundlage soll die Wolfsverordnung aus Niedersachsen sein, erklärte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Übergeordnetes Ziel bleibe, den Artenschutz des Wolfes und den Schutz der Weidetiere in Einklang zu bringen, betonte sie.
Vier Wolfsgebiete sind in NRW inzwischen ausgewiesen - Oberberg an der Grenze zu Rheinland-Pfalz, die Eifel an der Grenze zu Belgien, die Senne in Ostwestfalen und das Gebiet Schermbeck am Niederrhein. „Mit großer Sorge“ beobachte man, dass am Niederrhein mittlerweile auch gut geschützte Herden und Kleinpferde von Wölfen gerissen werden: „Die Schafhalter haben ihre Tiere vorbildlich geschützt mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunde“, sagte Heinen-Esser, „also suchen die Wölfe sich andere Tiere – einzeln stehende Ponys sind leichte Beute.“
Niedersachsen ist Vorbild beim Umgang mit Wölfen
Also sollen nun einerseits die Hilfen für Tierhalter ausgebaut werden und andererseits ein gut definiertes Verfahren zur Entnahme eines Wolfs verankert werden. „Wir würden die niedersächsische Verordnung auf nordrhein-westfälische Verhältnisse anpassen“, sagte die Ministerin.

Ex-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU)
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Ein Entwurf solle zu Jahresbeginn mit den Fraktionen im Landtag diskutiert werden. Nach dem bisherigen Rechtsstand seien Entnahmen nicht möglich, wie ein Rechtsgutachten nach den Attacken auf Ponys im Wolfsgebiet Schermbeck bestätigt habe, sagte Heinen-Esser.
Wolf-Abwehr: Schutzzäune für Pferdehalter
Ab 2022 sollen Schutzzäune auch für Fohlen, Ponys und Jungpferde finanziell gefördert, zudem sollten Herdenschutzanträge künftig von der Landwirtschaftskammer NRW bearbeitet werden, um die Verfahren zu bündeln und zu straffen. „Das alles wird immer teurer“, sagte Heinen-Esser – in 2021 seien für an die Tierhalter für Prävention und Entschädigung bereits 1,6 Millionen Euro gezahlt worden – hinzu kämen die Stellen für Wolfsberatung. 2022 seien weitere Mittel geplant - nach früheren Angaben des Ministeriums allein bis zu sieben Millionen für den Schutz von Kleinpferden.
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Laut Heinen-Esser gab es NRW-weit 2021 bisher rund 40 Angriffe von Wölfen auf Nutztiere, knapp die Hälfte davon durch das Wolfsrudel am Niederrhein. (mit dpa)



