HiroshimaG7-Gruppe bekräftigt erstmals gemeinsam Willen zu atomarer Abrüstung

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Die Regierungschefs der G7-Staaten in Hiroshima.

Die G7-Staten haben sich beim Gipfeltreffen im japanischen Hiroshima erstmals in einer gemeinsamen Erklärung zur atomaren Abrüstung verpflichtet.

Dabei übten die Staats-und Regierungschefs scharfe Kritik an Russlands Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) haben sich beim Gipfeltreffen im japanischen Hiroshima erstmals in einer gemeinsamen Erklärung zur atomaren Abrüstung verpflichtet. In der sogenannten „Hiroshima-Vision“ zur nuklearen Abrüstung übten die Staats- und Regierungschefs scharfe Kritik an Russlands unverhohlener Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen im Krieg gegen die Ukraine und drückten ihre Sorge über Chinas atomare Aufrüstung aus.

Hiroshima wurde 1945 von einer Atombombe der USA zerstört. Drei Tage später traf eine weitere Bombe Nagasaki. Hunderttausende kamen ums Leben. Es waren die ersten und bislang letzten im Krieg eingesetzten Atombombe. Man habe sich zu einem „historischen Zeitpunkt“ in Hiroshima getroffen, das zusammen mit Nagasaki „an die beispiellose Zerstörung und das unermessliche menschliche Leid erinnert“, heißt es in der Erklärung. „Wir unterstreichen die Bedeutung des seit 77 Jahren bestehenden Verzichts auf den Einsatz von Kernwaffen“, so die G7.

G7: Kritik an Russland und China

„Russlands unverantwortliche nukleare Rhetorik, die Untergrabung von Rüstungskontrollregimen und die erklärte Absicht, Atomwaffen in Belarus zu stationieren, sind gefährlich und inakzeptabel“, heißt es. Ein Atomkrieg könne nicht gewonnen „und darf niemals geführt werden“. Auch Chinas „beschleunigter Aufbau seines Atomwaffenarsenals ohne Transparenz und sinnvollen Dialog“ stelle eine „Gefahr für die globale und regionale Stabilität“ dar, heißt es in der Erklärung.

Der Vertrag zur Nichtverbreitung von Kernwaffen müsse als Grundlage für das Streben nach nuklearer Abrüstung und der friedlichen Nutzung der Kernenergie aufrechterhalten werden, hieß es. Das Ziel einer „Welt ohne Atomwaffen“ müsse durch einen „realistischen, pragmatischen und verantwortungsvollen Ansatz“ erreicht werden, erklärten die G7. (dpa)

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