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Für gefallene SoldatenKim Jong Un inszeniert sich als großzügigen Machthaber

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. 

In Nordkorea gibt es kaum Luxus. Nun zeigte sich Machthaber Kim Jong Un aber spendabel.

Kim Jong Un ist in Geberlaune und zeigt seine Dankbarkeit auf eine sonderbare Art. Der Nordkoreas Machthaber hat Wohnungen für die Familien von in Russlands Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten enthüllt.

Mit dem Bau bezwecke Pjöngjang, dass „seine vortrefflichen Söhne, die das Heiligste verteidigt haben, indem sie ihr Wertvollstes opferten, für immer weiterleben“, sagte Kim in einer Rede, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag berichtete.

Kim Jong Un enthüllt Wohnungen für Familien von in Ukraine getöteten Soldaten

Von KCNA veröffentlichte Bilder zeigten Kim in Begleitung seiner Tochter und möglichen Nachfolgerin Kim Ju Ae bei der Eröffnung der Wohnungen entlang der Straße Saeppyol. Ein Foto zeigt Kim, wie er auf einem Sofa offenbar mit Angehörigen eines gefallenen Soldaten spricht, seine Tochter steht hinter ihnen. „Vor ihrem Tod werden sich die heldenhaften Märtyrer vor dem inneren Auge ihre geliebten Familien in dem ewig aufblühenden Land ausgemalt haben“, sagte Kim in seiner Rede.

Der KCNA-Bericht erwähnt Russland nicht direkt. Vergangene Woche hatte Kim jedoch erklärt, alle Entscheidungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin „bedingungslos zu unterstützen“. Das international isolierte Nordkorea hat nach Angaben der Geheimdienste Südkoreas und westlicher Staaten tausende Soldaten entsandt, die im Ukraine-Krieg an der Seite der russischen Armee kämpfen. Seoul schätzt, dass bislang etwa 2000 von ihnen getötet wurden.

Kim Jong Un herrscht mit harter Hand in Nordkorea

Nordkorea unterstützt Russland im Ukraine-Krieg außerdem mit der Lieferung von Artillerie-Munition, Raketen und Langstreckenraketen-Systemen. Experten zufolge erhält das Land im Gegenzug finanzielle Hilfe, militärische Technologie sowie Lebensmittel- und Energielieferungen von Russland.

Nordkorea unterliegt unter der Herrschaft der Kim-Dynastie einer Reihe bizarrer und brutaler Regeln, die das Leben der Bürger stark einschränken. So soll es staatlich genehmigte Frisuren geben und es soll verboten sein, Töchtern den gleichen Namen wie Kim Jong Uns Tochter, „Ju-ae”, zu geben. Schon die Vorfahren von Kim Jong Un, also Kim Jong Sung und Kim Jong Il, waren brutale Machthaber.

Das Konsumieren ausländischer Medien wie der Serie „Squid Game” kann mit dem Tod bestraft werden. Selbst das Fotografieren von Herrscherstatuen unterliegt strengen Regeln: Die Figuren müssen dabei immer vollständig abgebildet werden. Als besonders grausam gilt die sogenannte „Drei-Generationen-Strafe”, bei der im Falle eines politischen Vergehens nicht nur der Täter, sondern auch seine Familie über drei Generationen hinweg in Arbeitslager gesperrt wird. (mbr/afp)