Innerhalb von sieben Tagen fällt auf Kuba zum zweiten Mal der Strom aus. Für die Bevölkerung hat dies gravierende Folgen.
Kuba wieder im DunkelnLandesweiter Stromausfall legt Insel lahm

Das kubanische Stromnetz ist marode und auf Öl angewiesen. (Archivbild)
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Innerhalb von sieben Tagen hat Kuba den zweiten landesweiten Stromausfall erlebt. Die Wiederherstellung der Stromversorgung gestalte sich unter komplizierten Bedingungen, wie Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz laut der Nachrichtenagentur „dpa“ mitteilte. Schon am vergangenen Montag brach das gesamte Netz des ökonomisch stark belasteten Karibikstaates zusammen.
Die Infrastruktur auf der Insel ist veraltet und befindet sich wegen unzureichender Instandhaltung in einem desolaten Zustand. Ein von dem früheren US-Präsidenten Donald Trump erlassenes Ölembargo hat die Situation zusätzlich gravierend verschärft. Da die Energieerzeugung von Öl abhängt, wiegt es schwer, dass der Staat seit einem Vierteljahr keine Importe von Erdöl mehr bekommen hat.
Konsequenzen für die kubanische Bevölkerung
Für die fast zehn Millionen Menschen auf der Insel bedeuten die wiederholten Stromunterbrechungen und der Mangel an Kraftstoff eine Verschlimmerung der schon seit langer Zeit prekären Lebensumstände. In den Kühlschränken verderben die raren Lebensmittel ohne Kühlung. Kommunikationsnetze für Telefonie und Internet fallen fortwährend aus. Kliniken sind gezwungen, ihr Angebot zu reduzieren, während an Schulen und Hochschulen der Lehrbetrieb eingestellt wird. Wegen des fehlenden Treibstoffs kann der Abfall auf den Straßen nur begrenzt entsorgt werden und türmt sich auf.

Das US-Ölembargo hat die dramatische Situation im Land verschärft. (Archivbild)
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Auch die Vertretung der Vereinigten Staaten ist von den Energieausfällen nicht ausgenommen. Einer Meldung der „Washington Post“ zufolge hat die Regierung in Havanna der US-Botschaft kürzlich die Genehmigung verweigert, Diesel für ihre Stromgeneratoren zu importieren. Zur Begründung wurde angeführt, die Botschaft beanspruche „schamlos“ ein Vorrecht für sich, welches die USA der kubanischen Bevölkerung vorenthalten.
Angespanntes Verhältnis zwischen den USA und Kuba
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der Revolution von 1959 unter dem Anführer Fidel Castro von Spannungen geprägt. Die kubanische Regierung macht für die ökonomische Krise im Land das seit über 60 Jahren geltende US-Handelsembargo sowie das derzeitige Ölembargo verantwortlich.
Bereits vor der US-Militäraktion in Venezuela im Januar ordnete Präsident Trump eine komplette Blockade für sanktionierte Tanker an, die Öl von südamerikanischen Partnern Kubas transportierten. Er unterband die Ölversorgung der Insel auch durch die Androhung von Zöllen gegenüber möglichen Lieferanten. Trumps Ziel ist es, ökonomische und politische Reformen auf der Karibikinsel herbeizuführen. Gleichzeitig finden zwischen Washington und Havanna Unterredungen statt, über deren Inhalte Stillschweigen bewahrt wird. (red)
Havanna lehnt Modifikationen seines politischen Systems jedoch ab. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
