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Er befreite schon AssangeDas ist Maduros Anwalt Barry Pollack

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Der US-Anwalt Barry Pollack vertrat schon den WikiLeaks-Gründer Julian Assange, nun ist er an der Seite von Nicolás Maduro. Hilary Wardhaugh

Der US-Anwalt Barry Pollack vertrat schon den WikiLeaks-Gründer Julian Assange, nun ist er an der Seite von Nicolás Maduro. Hilary Wardhaugh

Er gilt als erfolgreicher Stratege: Der Anwalt von Nicolás Maduro hat in seiner juristischen Laufbahn schon viel erreicht.

Der von den USA gestürzte venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden am Montag in New York erstmals einem Richter vorgeführt. Für seine Rechtsvertretung hat sich der entmachtete Diktator einen renommierten US-Anwalt als Hauptverteidiger ausgesucht: Barry Pollack verhalf schon Wikileaks-Gründer Julian Assange zur Freiheit.

Pollack hat mehr als 30 Jahre Erfahrung als Jurist und hat in seiner Vita viel vorzuweisen. Laut seinem Profil auf der Website seiner Kanzlei ist er für seine akribische Arbeit bekannt und gilt als juristischer Stratege. In der Vergangenheit gewann er mehrere Fälle, die zuvor aussichtslos erschienen.

Pollack handelte Assange-Deal aus

Pollack erreichte etwa als nur einer von zwei Anwälten einen Freispruch für einen ehemaligen Enron-Manager. Der US-Energiekonzern war 2001 Mittelpunkt eines der größten Wirtschafts­skandale der USA.

Internationale Anerkennung bekam er für seine langjährige Vertretung von Julian Assange. Pollack übernahm den Fall im Jahr 2012, als sich Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London befand. 2024 handelte er federführend den Deal mit den USA aus, der dem Wikileaks-Gründer die Rückkehr aus britischer Haft nach Australien ermöglichte.

Pollack arbeitete bereits als stellvertretender Staatsanwalt im Bezirk New Jersey und auch als stellvertretender Bundesverteidiger. Außerdem war er Präsident der National Association of Criminal Defense Lawyers, einer der führenden US-Anwaltsverbände, und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Maduro beteuert seine Unschuld

Der Fall Maduro dürfte für Pollack erneut viel Arbeit und Durchhaltevermögen abverlangen. Seinem Mandanten wird unter anderem vorgeworfen, mit Drogenkartellen zusammengearbeitet zu haben, um den Transport von Tausenden Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Außerdem sollen Maduro und seine Frau Entführungen, Schläge und Morde gegen Personen angeordnet haben, die ihnen Drogengelder schuldeten oder ihren Drogenhandel behinderten.

Bei dem Termin am Montag beteuerte Maduro seine Unschuld. Er sei „ein anständiger Mann“ und entführt worden. „Ich wurde in meinem Haus in Caracas gefangen genommen“, sagte er vor Gericht. Im Falle eines Schuldspruchs droht Maduro und Flores lebenslange Haft. Das wird Pollack versuchen zu verhindern.

Pollack pocht auf Maduros Immunität vor Strafverfolgung

Als Angeklagtem im US-Strafrechtssystem stehen Maduro dieselben Rechte zu wie jeder anderen Person zu, der ein Verbrechen vorgeworfen wird, einschließlich des Rechts auf Geschworene aus dem Kreis der New Yorker Bürger. Pollack stellte gleich zu Beginn die Rechtmäßigkeit der Festnahme seines Mandanten infrage. Dieser sei „Oberhaupt eines souveränen Staates und habe Anspruch auf die Privilegien“, die dieser Status mit sich bringe. Dazu gehört Immunität vor Strafverfolgung. Pollack sprach von einer „militärischen Entführung“ und kündigte umfangreiche Anträge vor Beginn des Verfahrens an, um diese Fragen zu klären.

Der Verweis auf Immunität von Staatschefs war einst auch die Verteidigungsstrategie des damaligen panamaischen Militärmachthabers Manuel Noriega, der 1990 bei einer ähnlichen US-Militärintervention gefangen genommen und in die USA gebracht wurde. Die USA erkennen Maduro jedoch nicht als legitimen Staatschef Venezuelas an, insbesondere nach seiner von Fälschungsvorwürfen begleiteten Wiederwahl im Jahr 2024.

Der nächste Verhandlungstag im Fall Maduro ist für den 17. März angesetzt.

Mit Agenturmaterial.