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„Putin hat meinen Mann getötet“Nawalny wurde mit Froschgift getötet – Wadephul äußert sich

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Zwei Jahre nach seinem Tod steht fest: Kremlkritiker Nawalny wurde vergiftet.

Zwei Jahre nach seinem Tod steht fest: Kremlkritiker Nawalny wurde vergiftet. (Archivbild)

Westliche Staaten sehen neue Belege: Alexej Nawalny soll 2024 in russischer Haft mit dem Nervengift Epibatidin getötet worden sein.

Laut „tagesschau.de“ sind mehrere westliche Staaten überzeugt, dass der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny im Februar 2024 in Haft mit dem Nervengift Epibatidin getötet wurde. Außenminister aus Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden erklärten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, entsprechende Laboruntersuchungen hätten das hochwirksame Gift in Gewebeproben nachgewiesen. Nawalny war am 16. Februar 2024 in einem Straflager nördlich des Polarkreises gestorben. Russland weist Mordvorwürfe weiterhin zurück.

Epibatidin: Starkes Nervengift aus ecuadorianischen Pfeilgiftfröschen identifiziert

Nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul handelt es sich bei Epibatidin um ein besonders starkes Nervengift, das auf das zentrale Nervensystem wirkt und Atemlähmung verursachen kann. Der Stoff wurde ursprünglich aus Pfeilgiftfröschen in Ecuador isoliert. Experten aus mehreren Ländern hätten das Gift identifiziert und ihre Erkenntnisse an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen weitergeleitet.

„Ich weiß jetzt, das sind nicht mehr nur Worte. Es sind wissenschaftliche Beweise“, sagte die Witwe von Alexej Nawalny, Julia Nawalnaja, in München. „Wladimir Putin hat meinen Mann mit Hilfe einer chemischen Waffe getötet.“ Dass Putin dazu in der Lage sei, sei keine Neuigkeit, nun gebe es jedoch zusätzliche Belege. Details zu den konkreten Untersuchungsmethoden machten die beteiligten Außenminister nicht öffentlich.

Nawalny-Tod im Straflager: Internationale Forderungen nach Konsequenzen

Die britische Außenministerin Yvette Cooper betonte, man wolle den Kreml für den Tod des Oppositionellen zur Rechenschaft ziehen. Auch Schwedens Außenministerin Maria Malmer Stenergard forderte verstärkten Druck und mögliche weitere Sanktionen. Die beteiligten Staaten sehen in den Laborbefunden einen Beleg für eine gezielte Vergiftung. Eine unabhängige gerichtliche Bewertung oder ein internationales Ermittlungsverfahren sind bislang nicht bekannt.

Vergiftung bereits 2020: Nowitschok-Anschlag auf Nawalny bestätigt

Bereits im August 2020 war Nawalny nachweislich mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Internationale Labore sowie die Organisation für das Verbot chemischer Waffen bestätigten damals den Einsatz eines verbotenen Stoffes.

Nach einer Behandlung in der Berliner Charité kehrte Nawalny nach Russland zurück, wurde verhaftet und später zu mehrjähriger Haft verurteilt. Sein Tod im Straflager hatte international Bestürzung ausgelöst und die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter belastet. (jag)