Rheinmetall beginnt in Niedersachsen mit der Produktion von Marschflugkörpern mit einer Reichweite von 700 Kilometern.
Rheinmetall baut MarschflugkörperProduktion der Raketen mit 700 km Reichweite startet noch 2024

Werktor von Rheinmetall in Unterlüß.
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Rüstungskonzern Rheinmetall beginnt Fertigung von Marschflugkörpern. Deutschlands führender Rüstungskonzern Rheinmetall will noch in diesem Jahr die Produktion von Marschflugkörpern aufnehmen. „Noch in diesem Jahr werden wir damit beginnen, Cruise Missiles für Deep-Strike-Operationen in Unterlüß zu fertigen“, kündigte Vorstandschef Armin Papperger laut einem vorab publizierten Redemanuskript an. Der Vortrag ist für die Aktionärsversammlung des Unternehmens am kommenden Dienstag geplant.
In Niedersachsen, am Standort Unterlüß, ist die primäre Produktionsstätte von Rheinmetall angesiedelt, die eine Belegschaft von über 4000 Personen beschäftigt. Für die Fabrikation der Marschflugkörper ist eine Kooperation mit dem niederländischen Rüstungsbetrieb Destinus vorgesehen.
Künstliche Intelligenz für Zielerkennung
Das neue System, welches die Bezeichnung Ruta 2 trägt, ist für eine Flugdistanz von 700 Kilometern konzipiert und kann eine Nutzlast von 250 Kilogramm transportieren. Künstliche Intelligenz findet bei der Zielerfassung Anwendung. Gemäß den Worten von Papperger kam das Vorgängermodell Ruta 1 „schon erfolgreich gegen strategische russische Ziele in der Ukraine zum Einsatz“ gekommen.
Laut eigenen Angaben fertigt Destinus bereits 2000 Marschflugkörper jährlich, welche aber ein geringeres Gewicht und eine kürzere Reichweite aufweisen. Die Kooperation mit Rheinmetall könnte das Produktionsvolumen signifikant erhöhen. Beide Firmen hatten im April mitgeteilt, dass sie im zweiten Halbjahr die Gründung eines Joint Ventures mit dem Namen „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ anstreben. Dieses soll „fortschrittliche Raketensysteme herstellen, vermarkten und liefern“, wozu neben Marschflugkörpern auch ballistische Raketenartillerie zählt.
Vergleich mit US-Rakete „Tomahawk“
Die deutsch-niederländischen Flugkörper könnten es den europäischen Nato-Ländern ermöglichen, der Bedrohung aus Russland mit eigenen neuen Waffensystemen entgegenzuwirken. Deutschland wird sich dabei voraussichtlich nicht mehr auf Tomahawk-Mittelstreckenraketen aus den USA stützen können. Eventuell werden Pläne aus dem Jahr 2024 für die Stationierung dieser Waffensysteme hierzulande von einer potenziellen US-Regierung unter Donald Trump nicht weiterverfolgt. Die Reichweite der Tomahawks, die mit bis zu 2500 Kilometern beziffert wird, übersteigt die der von Rheinmetall und Destinus geplanten Flugkörper erheblich. (dpa/red)
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