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Moskau soll Starmer im Visier habenRussische Fregatte feuert Warnschuss auf Jacht im Ärmelkanal ab

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Die russische Fregatte Admiral Grigorowitsch bei einem Einsatz im Jahr 2017. (Archivbild)

Die russische Fregatte Admiral Grigorowitsch bei einem Einsatz im Jahr 2017. (Archivbild)

Der Vorfall im Ärmelkanal folgt auf brisante Enthüllungen über Brandanschläge gegen Premierminister Keir Starmer. 

Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine unter britischer Flagge fahrende Jacht abgegeben. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am Dienstag, dass es den Vorfall untersuche. Verletzt wurde dabei niemand, Schäden an der Jacht entstanden nach bisherigen Erkenntnissen nicht, berichtete die BBC.

Der Zwischenfall ereignete sich demnach gegen 11.40 Uhr Ortszeit südlich der Isle of Wight – etwa 20 Seemeilen vor der Küste, also außerhalb britischer Hoheitsgewässer. Beteiligt war die russische Fregatte „Admiral Grigorowitsch“. Berichten zufolge feuerte das russische Schiff die Warnschüsse aus einer Entfernung von rund 460 Metern – gemessen an maritimen Verhältnissen eine vergleichsweise geringe Distanz.

„Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal“

„Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal“, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, einem Bericht der BBC zufolge. Eine Verbindung zu einem Einsatz vom Wochenende, bei dem britische Royal-Marine-Kommandos erstmals einen russischen Schattenflotten-Tanker mit Sanktionsgütern aufgebracht hatten, sehen britische Behörden nach aktuellem Stand nicht.

Die „Admiral Grigorowitsch“ (Archivbild)

Die „Admiral Grigorowitsch“ (Archivbild)

Die „Admiral Grigorowitsch“ operiert bereits seit mehreren Monaten in der Region. Laut einem Nato-Vertreter soll Moskau das Kriegsschiff angewiesen haben, Schiffe der russischen Schattenflotte durch den Ärmelkanal zu eskortieren, berichtete die BBC weiter. Im April soll die Fregatte demnach sechs solcher Tanker durch das Seegebiet begleitet haben.

Angespannte Lage zwischen London und Moskau

Versorgt wurde das Schiff demnach regelmäßig von dem Reparaturschiff „PM-82“, das Satellitendaten zufolge zwischen dem Ärmelkanal und der Nordsee operiert und die Fregatte mit Lebensmitteln, Wasser und weiteren Gütern beliefert hat. So sei es der „Admiral Grigorowitsch“ möglich gewesen, über einen langen Zeitraum auf See zu bleiben.

Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannte Lage zwischen London und Moskau. Großbritannien unterstützt die Ukraine seit Kriegsbeginn militärisch und politisch. Russische Kriegsschiffe passieren den Ärmelkanal regelmäßig und werden dabei routinemäßig von der Royal Navy überwacht.

Starmer kündigt neue Sanktionen gegen Russland an

Der britische Premierminister Keir Starmer hat während des G-7-Gipfels im französischen Évian derweil neue Sanktionen gegen Russland bekannt gegeben. „In Zusammenarbeit mit unseren G7-Verbündeten werden wir den Druck auf (Kremlchef Wladimir) Putin und seinen Kreis von Mitstreitern weiter erhöhen“, sagte Starmer. Ziel sei, dass „Russlands Kriegsmaschine zum Stillstand kommt und Frieden auf unseren Kontinent zurückkehrt“.

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer (l.) im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in Evian.

Großbritanniens Premierminister Keir Starmer (l.) im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in Evian.

Nach Angaben von Starmers Büro sind in Großbritannien 70 neue Sanktionsmaßnahmen geplant. Sie sollen demnach unter anderem 20 weitere Tanker der russischen Schattenflotte betreffen.

BBC: Russland steckte hinter Brandanschlägen auf Starmer

Bereits am Montag hatte sich die Lage zwischen London und Moskau unterdessen verschärft. Laut einer BBC-Untersuchung steckte Russland hinter einer Brandanschlagsserie auf Objekte, die mit Premierminister Starmer in Verbindung stehen.

Ein 22-jähriger ukrainischer Bauarbeiter, Roman Lavrynovych, wurde am Montag wegen Verschwörung zur Brandstiftung verurteilt – er hatte ein Starmer gehörendes Auto sowie Eingänge zu dessen früherer und aktueller Wohnanschrift in Brand gesetzt. Angestiftet wurde er der BBC-Recherche zufolge von einer Person mit den Initialen „EL“, die ihm Geld und die russische Staatsbürgerschaft anbot.

BBC: Moskau will gesellschaftliche Spaltung schüren

Die BBC identifizierte diese Person nun als Evgeny Lyukshin, einen 23-jährigen russischen Diplomaten-Sohn, der an der Moskauer Hochschule für Internationale Beziehungen (MGIMO) in Informationskriegsführung ausgebildet wurde und enge Verbindungen zu Putin-Vertrauten und der staatlich geförderten Propagandaorganisation Rybar hat.

Lyukshin soll auch hinter einer Fake-Rechtsaußen-Gruppe namens „Direct Action UK“ stecken, die im Auftrag russischer Geheimdienste gezielt gesellschaftliche Spaltung im Vereinigten Königreich schüren sollte – unter anderem durch bezahlte Anschläge auf Moscheen und islamophobe Schmierereien.