Im Disput zwischen Rom und Washington versucht ein Trump-Gesandter, die Wogen zu glätten. Im Iran zeigt man sich amüsiert.
„Echte Nachrichten, kein Witz“Streit zwischen Trump und Meloni – USA setzen auf kruden WM-Vorstoß

Giorgia Meloni und Donald Trump im Weißen Haus. (Archivbild)
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Lange wirkte die Beziehung zwischen Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump harmonisch – nun gibt es jedoch Streit zwischen den beiden Top-Politikern, der mit einem eigentümlichen Vorstoß aus den USA offenbar beigelegt werden soll.
Denn ein Gesandter von Trump hat den Weltfußballverband FIFA einem Bericht zufolge gebeten, den Iran bei der Fußball-WM durch Italien zu ersetzen. Der US-Sondergesandte Paolo Zampolli sagte der „Financial Times“, es wäre ein „Traum“, den viermaligen Weltmeister Italien bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada zu sehen. Italien war eigentlich im März in den Playoffs gescheitert.
Trump-Gesandter will Italien statt Iran bei der Fußball-WM
„Ich kann bestätigen, dass ich Trump und (FIFA-Präsident Gianni) Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt“, sagte Zampolli der „Financial Times“. Der Vorschlag sei ein Versuch gewesen, das zerrüttete Verhältnis zwischen Trump und Meloni zu verbessern, berichtete die Zeitung.

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni. (Archivbild)
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Der US-Sondergesandte ist ein amerikanisch-italienischer Geschäftsmann und ehemaliger Modelagent. Er behauptet, Trump dessen jetziger Frau Melania Trump vorgestellt zu haben.
Streit zwischen Donald Trump und Giorgia Meloni
Zwischen Meloni und Trump hatte es Streit gegeben, weil sie seinen verbalen Angriff auf Papst Leo XIV. im Kontext des Irankrieges kritisiert hatte. Trump hatte den Pontifex zuvor mehrfach attackiert und mit einem KI-Bild, auf dem er selbst als Jesus abgebildet war, für breite Empörung – auch in den USA – gesorgt.
Meloni hatte Trumps Attacken auf Papst Leo als „inakzeptabel“ bezeichnet. Daraufhin warf Trump ihr mangelnden Mut vor und erklärte, er sei „schockiert“ von ihr. Sie sei „nicht mehr dieselbe Person“. Es sei Meloni, „die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob der Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte“, sagte der US-Präsident der Zeitung „Corriere della Sera“.
Meloni betonte daraufhin, sie habe lediglich ihre Meinung gesagt. „Ich glaube, Mut bedeutet, seine Meinung zu sagen, auch wenn man nicht einer Meinung ist“ – in der Freundschaft gelte dasselbe, erklärte Italiens Regierungschefin. Der Streit ändere jedoch nichts an den Beziehungen zwischen Italien und den Vereinigten Staaten. Auf Nachfrage sagte Meloni zudem, sie habe „zuletzt“ nicht mit dem US-Präsidenten gesprochen.
Italiens Fußballer verpassen erneut die WM-Teilnahme
Italiens Fußballmannschaft war in den Playoffs an Bosnien-Herzegowina gescheitert. Der Iran ist für die WM-Spiele in der Gruppe G mit zwei Partien in Los Angeles und einer Begegnung in Seattle angesetzt, das Teamquartier soll in Tucson im Bundesstaat Arizona sein. Die Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada statt.
Um die WM-Teilnahme des Irans hatte es wegen des seit Ende Februar andauernden Kriegs mit den USA und Israel Diskussionen gegeben. Der iranische Fußballverband FFIRI hatte im April erklärt, er verhandle mit der FIFA, um die WM-Spiele des Landes von den USA nach Mexiko zu verlegen. FIFA-Präsident Infantino sagte im März jedoch mit Blick auf Berichte über mögliche Verlegungen, die Spiele würden „dort stattfinden, wo sie laut Auslosung hingehören“.
Eine Reaktion der Machthaber in Teheran auf den Vorstoß des US-Gesandten blieb zunächst aus. Irans Botschaft in Südafrika äußerte sich jedoch auf der Plattform X spöttisch mit Blick auf das Vorhaben. „Trump schlug vor, den Iran durch Italien beim WM-Turnier 2026 zu ersetzen, und die FIFA hat ihn im Grunde ausgelacht“, schrieben die iranischen Diplomaten. „Es handelt sich um echte Nachrichten, kein Witz.“ (mit afp/dpa)
