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Stromausfall in BerlinGeneralbundesanwalt nimmt Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf

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Das Bild zeigt ein Schild auf dem „Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof“ steht. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Die Generalstaatsanwaltschaft hat im Zuge des Brandanschlags auf die Stromversorgung in Berlin die Ermittlungen übernommen.

Wenige Tage nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Lichterfelde hat die Bundesanwaltschaft in Karlruhe die Ermittlungen übernommen.

Der Generalbundesanwalt Jens Rommel hat die Ermittlungen in dem Fall an sich gezogen, wie der „Der Spiegel“ aus Ermittlerkreisen erfuhr. Gegen die bisher unbekannten Täter werde unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage und der Störung öffentlicher Betriebe ermittelt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin.

Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke am Teltowkanal waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Am Dienstag, Tag vier des Blackouts, waren noch rund 25.500 Haushalte und 1.200 Geschäfte und Firmen nach Angaben des Betreibers ohne Strom. Bis Donnerstagnachmittag sollen wieder alle Betroffenen versorgt werden

Verdacht auf Terrorismus?

Seit Sonntag stand für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten sei authentisch, so die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD). In einer Pressekonferenz sprach sie – wie zuvor auch Bürgermeister Kai Wegner (CDU) – von „Linksterrorismus“. Die Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kämen.

Das lange Bekennerschreiben der sogenannten „Vulkangruppe“ trägt die Überschrift „Den Herrschenden den Saft abdrehen“. Darin steht unter anderem: „In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört“. Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei „erfolgreich sabotiert“ worden. „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft.“

Namen beziehen sich auf isländische Vulkane

Die „Vulkangruppen“ sollen seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linksextremistischen Szene zu.

In Bekennerschreiben würden wechselnde Namen verwendet, die sich auf isländische Vulkane wie Grimsvötn, Katla oder Ok beziehen. Hintergrund sei vermutlich der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull, der 2010 den Flugverkehr in Europa wochenlang störte. Die genaue Zahl der Anschläge der Gruppen ist nicht bekannt. 2024 hieß es, den Sicherheitsbehörden seien bislang elf strafbare Tatkomplexe bekannt, zu denen sich die Gruppe seit 2011 bekannt hätten. Später kamen weitere hinzu. (kgoo, dpa)