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„Epstein“ plötzlich verboten?Trump-Gegner will angebliche Zensur auf Tiktok untersuchen lassen

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Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, spricht während einer Sitzung an der 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). (Archivbild)

Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, spricht während einer Sitzung an der 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). (Archivbild)

„Es ist Zeit, Nachforschungen anzustellen“, erklärte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am Montag.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat eine Untersuchung zur angeblichen Zensur von Kritik an US-Präsident Donald Trump auf der Videoplattform Tiktok angekündigt. „Es ist Zeit, Nachforschungen anzustellen“, erklärte Newsom am Montag (Ortszeit) im Onlinedienst X. Er leite eine Untersuchung ein, „um zu prüfen, ob Tiktok gegen staatliche Gesetze verstößt, indem es Trump-kritische Inhalte zensiert“.

Zuletzt hatten sich Tiktok-Nutzer beschwert, dass die Videoplattform Inhalte zensiere, die Trump im Kontext der gewaltsamen Vorfälle in Minneapolis kritisierten. Beamte der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol hatten am Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota den 37-jährigen Krankenpfleger Pretti erschossen.

Nutzer beklagen Zensur bei Inhalten über ICE-Gewalt in den USA

Das Heimatschutzministerium sprach von „Abwehrschüssen“ eines Bundesmitarbeiters gegen Pretti, der angeblich selbst mit einer Waffe das Feuer habe eröffnen wollen. Videoaufnahmen von dem Vorfall lassen jedoch erhebliche Zweifel an diesen Schilderungen aufkommen.

Tiktok-Nutzer, die am Wochenende versucht hatten, Videos zum Tod Prettis zu veröffentlichen, stießen auf Schwierigkeiten und konnten diese mitunter nicht posten. Der Journalist David Leavitt erklärte bei X, Tiktok habe begonnen, Inhalte gegen Trump und die US-Einwanderungsbehörde zu „zensieren“.

Tiktok räumte die Probleme ein, führte diese jedoch auf einen Stromausfall in einem Rechenzentrum zurück. Am Montagabend teilte das Unternehmen bei X mit, dass es an einer Lösung für dieses „große Infrastrukturproblem“ arbeite.

Zensurvorwürfe gegen Tiktok: „Epstein“ auch verboten?

Der US-Influencer Brian Krassenstein wies unterdessen auf der Plattform X darauf hin, dass auch das Wort „Epstein“ bei Tiktok derzeit zensiert werde. Demnach könne man keine Privatnachrichten verschicken, die den Namen des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein enthalten, der einst mit Trump befreundet war, berichtete Krassenstein.

Auch andere Nutzerinnen und Nutzer schilderten ähnliche Erfahrungen. Newsom verbreitete unterdessen einen Beitrag auf seinem Profil weiter, der ebenfalls von der angeblichen Zensur für das Wort „Epstein“ berichtete. 

Die Videoplattform Tiktok, die in den USA 20 Millionen Nutzer hat, steht künftig unter US-Kontrolle – der chinesische Mutterkonzern Bytedance behält nur 19,9 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. (das/afp)