Krim und Kriegsschiffe erreichbarDeutlich größere Reichweite – Kiew freut sich über neue Raketen

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Ein Waffensystem des Herstellers MBDA bei einer Militärmesse in Berlin. Der Hersteller produziert auch die „Storm Shadow“-Marschflugkörper, die nun die Ukraine erhält.

Ein Waffensystem des Herstellers MBDA bei einer Militärmesse in Berlin. Der Hersteller produziert auch die „Storm Shadow“-Marschflugkörper, die nun die Ukraine erhält.

Mit der Lieferung der „Storm Shadow“ könnte im Krieg gegen Russland ein neues Kapitel beginnen. In Kiew zeigt man sich vergnügt.

Ein neues Kapitel im Kampf gegen den Überfall Russlands wird aufgeschlagen: Großbritannien liefert der Ukraine Marschflugkörper mit deutlich größerer Reichweite im Vergleich zu den Waffensystemen, die Kiew im bisherigen Kriegsverlauf bereits erhalten hat. Das bestätigte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Donnerstag im Parlament. Zuvor hatte der US-Sender CNN über die Lieferung berichtet. Die Nachricht sorgte für Freude in Kiew – auch noch am Freitag.

„Die Stiftung dieser Waffensysteme bietet der Ukraine die beste Möglichkeit, sich zu verteidigen“, sagte Wallace. Russische Streitkräfte auf ukrainischem Territorium könnten nun zurückgedrängt werden, führte der Minister aus. Die nun gelieferten Marschflugkörper können die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim erreichen.

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Wallace ließ unterdessen offen, ob die Ukraine die Geschosse des Typs „Storm Shadow“ bereits erhalten hat. Laut CNN wurden die Marschflugkörper bereits an die ukrainischen Streitkräfte übergeben.

Die Lieferung von Waffensystemen mit größerer Reichweite hatte der britische Premierminister Rishi Sunak bereits bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London angekündigt. Überraschend kommt der Schritt also nicht.

Reichweite ukrainischer Raketen steigt von 80 auf 250 Kilometer

Für die ukrainische Armee machen die „Storm Shadow“-Marschflugkörper jedoch einen erheblichen Unterschied. Bisher verfügt die Ukraine lediglich über Raketen mit einer maximalen Reichweite von rund 80 Kilometern.

Die nun gelieferten Modelle, die von Großbritannien und Frankreich gemeinsam entwickelt wurden, haben laut Herstellerangaben eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern. Damit kann die Ukraine auch Ziele auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim erreichen.

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In Kiew sorgt die britische Lieferung daher offensichtlich für gute Laune. „Der Moment, in dem einem klar wird, dass die Entfernung von der Front bis zu den Kriegsschiffen mit Kalibr-Raketen in der Bucht von Sewastopol 298 km und 700 Meter beträgt“, schrieb das ukrainische Verteidigungsministerium am Freitag auf Twitter zu einem Bild, das den ukrainischen Präsidenten freudig lachend zeigte.

Damit wollte das Ministerium offenbar deutlich machen, dass russische Kriegsschiffe dank der neuen Marschflugkörper nun Ziele für ukrainische Angriffe werden könnten. Die Versenkung des Kreuzers „Moskwa“ gilt als einer der größten militärischen Erfolge der Ukraine – auch darauf dürfte die Häme in Kiew zurückzuführen sein. 

„Storm Shadow“-Marschflugkörper laut US-Militär ein „echter Gamechanger“ für die Ukraine

Was die Reichweite angehe, seien die britischen Raketen „ein echter Gamechanger“, erklärte ein hochrangiges Mitglied der US-Streitkräfte gegenüber CNN. Die Waffen sollen der Ukraine offenbar auch bei der angekündigten Frühjahrsoffensive helfen.

„Wir brauchen noch etwas Zeit“, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag allerdings erklärt. Mit den Waffen, die seinem Land bisher geliefert worden seien, könnte man „vorankommen und erfolgreich sein“, so Selenskyj. „Aber wir würden viele Leute verlieren. Ich denke, das ist inakzeptabel“, erklärte der ukrainische Regierungschef die Verzögerung. 

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