Abo

Sorge um TschernobylIAEA-Chef nennt Angriff „äußerst besorgniserregend“

2 min
Tschernobyl-Katastrophe

Die Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk von Tschernobyl dient heute als Lager für abgebrannte Brennelemente. (Archivbild)

Nahe Tschernobyl hat eine Drohne ein Lager für Kernbrennstäbe getroffen. Die Internationale Atomenergiebehörde ist alarmiert.

Ein Bauwerk des Depots für ausgediente Brennstäbe wurde bei einer Attacke beschädigt. Welche Konsequenzen hat dies für die Anlagensicherheit?

Ukrainische Quellen melden, dass eine russische Drohne ein Bauwerk des Hauptdepots für ausgediente Kernbrennstäbe getroffen hat. Dieses befindet sich in der Zone, die das stillgelegte Kernkraftwerk Tschernobyl umgibt. Der staatliche Konzern Energoatom informierte darüber, dass das für die Entgegennahme von Containern vorgesehene Gebäude während des nächtlichen Angriffs partiell beschädigt wurde.

In der betroffenen Baulichkeit wurde laut den Angaben jedoch kein ausgedienter Kernbrennstoff aufbewahrt. Die Strahlungsmesswerte bewegen sich demnach im Rahmen der definierten Grenzwerte. Ein Brand, der sich über eine Fläche von 40 Quadratmetern erstreckt hatte, konnte gelöscht werden. Das zentrale Depot innerhalb der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte Atomkraftwerk dient der langfristigen Verwahrung von Brennelementen aus anderen ukrainischen Nuklearanlagen.

IAEA-Leitung äußert große Besorgnis

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gab bekannt, von der ukrainischen Seite über die „erheblichen Schäden“ an dem Bauwerk in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Hiervon betroffen sind laut den Informationen die Fassade sowie Fenster und Türen. Durch die Druckwelle seien zudem benachbarte Gebäude beschädigt worden. Zur Begutachtung der Auswirkungen wird ein Team der IAEA die Anlage zeitnah inspizieren, wie die Behörde mitteilte.

Rafael Grossi, der Generaldirektor der IAEA, führte auf der Plattform X aus, der Zwischenfall sei „äußerst besorgniserregend“. Der Grund dafür sei, dass er sich auf einem Gelände zutrug, auf dem erhebliche Mengen nuklearen Materials aufbewahrt werden – nur unweit des attackierten Gebäudes. Grossi betonte, dass Angriffe auf nukleare Einrichtungen gänzlich inakzeptabel seien und unmittelbar gegen die fundamentalen Prinzipien der nuklearen Sicherheit in einem bewaffneten Konflikt verstoßen.

Wiederholte Vorfälle an Nuklearanlagen in der Ukraine

Im Verlauf des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, welcher seit über vier Jahren andauert, ereigneten sich schon mehrfach Zwischenfälle an Kernkraftwerken. Das AKW Saporischschja im Süden des Landes ist von den Kampfhandlungen besonders stark betroffen.

In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet am 26. April 1986 ein Test im Atomkraftwerk Tschernobyl außer Kontrolle, was zum größten anzunehmenden Unfall (GAU) führte. In der Folge verteilten sich radioaktive Wolken in abgeschwächter Form bis nach Nord- und Westeuropa. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.