Laut Donald Trump gibt es eine Absprache über eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine. Die Details bleiben jedoch unklar.
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Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) spricht mit Kremlsprecher Dmitri Peskow. (Archivbild)
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Russland hat nach Angaben des Kremls der Bitte von US-Präsident Donald Trump um eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag zugestimmt. Dies solle eine günstige Atmosphäre für Verhandlungen schaffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Nachrichtensendung „Westi“ des Staatsfernsehens in Moskau. Auch Trump hatte zuvor gesagt, Putin folge dieser Bitte.
Andere russische Medien zitierten Peskow zunächst nur mit der Bestätigung einer Anfrage aus Washington. „Tatsächlich hat sich Präsident Trump mit einer persönlichen Bitte an Präsident Putin gewandt, für eine Woche bis zum 1. Februar auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, um günstige Bedingungen für Gespräche zu schaffen“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.
Begrenzte Waffenruhe: Verwirrung um Details
Auf die Nachfrage, ob Wladimir Putin zugestimmt habe, antwortete Peskow: „Das versteht sich, es war eine persönliche Bitte von Präsident Trump.“ Das geht aus dem von „Westi“ veröffentlichten Mitschnitt der Äußerungen des Kremlsprechers hervor. Über den genauen Zeitpunkt und den Umfang dieser Waffenruhe herrscht allerdings Verwirrung.
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Trump habe Putin lediglich gebeten, bis zum 1. Februar von einem Angriff auf Kyjiw abzusehen, „um günstige Bedingungen für Verhandlungen zu schaffen“, sagte Peskow nach Angaben der ukrainischen Zeitung „Kyiv Independent“. Trump hatte erst am Donnerstag (29. Januar) von seiner Absprache mit Putin berichtet und von „einer Woche“ als Zeitrahmen berichtet.
Selenskyj: Angriffe auf „normale Wohngebiete“ dauern an
In der ukrainischen Hauptstadt und anderen Städten der Ukraine müssen Millionen Menschen seit Wochen nach russischen Angriffen ohne Strom und Heizung ausharren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in Kyjiw, Russland habe in der Nacht auf Freitag keine Energieobjekte beschossen.
Am Donnerstag habe die russische Armee jedoch entsprechende Anlagen in mehreren Regionen angegriffen, berichtete Selenskyj. Die russischen Angriffe hätten sich auf „Logistikziele“ verlagert, hieß es weiter. Auch die Drohnenangriffe auf „normale Wohngebiete in Städten“ würden fortgesetzt, berichtete der Staatschef auf der Plattform X.
Lawrow und Kadyrow bekräftigen Russlands Kriegsziele
Moskau hatte unterdessen bereits am Vortag klargestellt, dass es keine grundsätzliche Kursänderung anstrebt. Ein vollumfänglicher Waffenstillstand sei für den Kreml „inakzeptabel“, sagte Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview. Moskaus Chefdiplomat sprach dabei erneut von einem „Nazi-Regime“, das in der Ukraine an der Macht sei und beseitigt werden müsse. Auch Europa warf Lawrow „menschenfeindliche Nazi-Methoden“ und „Hass“ auf Russland vor.
Auch Ramsan Kadyrow, Tschetschenen-Anführer und glühender Unterstützer des Kremlchefs, bekräftigte die russischen Maximalforderungen am Donnerstag. Moskau sollte überhaupt nicht mit der Ukraine verhandeln, sondern den Krieg fortsetzen, befand Kadyrow, der auch als „Putins Bluthund“ bekannt geworden ist.
Russische Propaganda-Medien: „Alle müssen vernichtet werden“
Die Äußerungen in russischen TV-Sendungen deuten ebenfalls nicht auf einen Kurswechsel in Moskau hin. „Kyjiw hat sich in eine Geisterstadt verwandelt – und wir werden es beenden“, sagte etwa der populäre TV-Moderator Wladmir Solowjow in dieser Woche in seiner Sendung beim Staatssender Rossija 1.
Der glühende Kriegsunterstützer ging schließlich in einer weiteren Ausgabe noch weiter: „Wir sollten uns nichts einreden – alle müssen vernichtet werden“, hieß es dort von Solowjow mit Blick auf die humanitäre Lage in Kyjiw, wo nach russischen Angriffen Tausende ohne Heizung und fließend Wasser bei Minusgraden ausharren. „Dieses ganze Gejammer geht mir auf die Nerven. Hört auf, Mitleid mit ihnen zu haben! Keine Gnade!“, fügte Solowjow hinzu. (mit dpa)

