Bereits zuvor hatte die Ukraine einen erfolgreichen Angriff auf eine russische Ölraffinerie und einen neuen Reichweitenrekord gemeldet.
„Leichen würden Roten Platz füllen“Ukraine meldet neue Angriffe – und enorme Verluste in Putins „Blitzkrieg“

Das Foto zeigt die Explosion eines Munitionsdepots auf der von Russland besetzten ukrainischen Krim. Die Ukraine hat erneut Angriffe gegen Ziele auf der Halbinsel gemeldet. (Archivbild)
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Die Ukraine meldet mehrere Angriffe auf russische Ziele in den völkerrechtlich von Russland besetzten ukrainischen Gebieten. In den letzten zwei Tagen seien mehrere Militärziele angegriffen worden, teilten die ukrainischen Streitkräfte am Freitag (13. Februar) mit. So sei etwa ein Flugplatz auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Ziel des Schlags soll eine Radarstation gewesen sein. Auch ein Umspannwerk in der Stadt Luhansk und ein Rechenzentrum sowie ein Munitionsdepot in der Region Saporischschja seien attackiert worden.
Bei allen Schlägen seien „Präzisionswaffen mittlerer Reichweite“ zum Einsatz gekommen, zitierte „Kyiv Independent“ aus Militärkreisen. „Systematische Angriffe auf solche Infrastrukturen stören die Kommando- und Logistikabläufe und verringern die Fähigkeit der russischen Armee, Kampfeinsätze aufrechtzuerhalten“, erklärte demnach ein Armeesprecher.
Ukraine: Russland verliert tausende Soldaten in Schlacht um Pokrowsk
Bereits zuvor hatte die Ukraine einen erfolgreichen Angriff auf eine russische Ölraffinerie und einen neuen Reichweitenrekord gemeldet. Die Raffinerie liege ukrainischen Angaben zufolge rund 1750 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt – noch nie zuvor sei ein Ziel in solch großer Entfernung mit Drohnen angegriffen worden, hieß es aus Kyjiw.
Die ukrainische Armee machte zudem neue Angaben zu russischen Verlusten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Zahlen jedoch nicht. Allein in der Schlacht um die Stadt Pokrowsk seien in den vergangenen sechs Monaten etwa 15.000 russische Soldaten verwundet oder getötet worden, zitierte die Zeitung „New Voice“ einen entsprechenden Telegram-Beitrag aus ukrainischen Militärkreisen.
„Der Feind zahlt einen hohen Preis für seinen sogenannten Blitzkrieg“
„Der Feind zahlt einen hohen Preis für seinen sogenannten Blitzkrieg. Wir haben uns entschieden, das Ausmaß der Verluste des Feindes in den vergangenen sechs Monaten mit einfachen und verständlichen Bildern zu visualisieren“, hieß es dort weiter. Dazu wurden drastische, offensichtlich mit KI generierte Bilder gezeigt. „Wenn man ihre Leichen in schwarze Säcke packt und diese dicht aneinandergereiht aufstellt, könnten diese Säcke den gesamten Roten Platz einnehmen“, hieß es weiter.

Ein verlassenes Auto steht vor dem Hintergrund beschädigter Gebäude im Zentrum von Pokrowsk. (Archivbild)
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Wie hoch die russischen Verluste genau ausfallen, ist unterdessen nicht bekannt. Auch die Ukraine macht keine präzisen Angaben zu den eigenen Verlusten seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. Im Westen werden die russischen Verluste jedoch als enorm hoch eingeschätzt.
US-Experten: Russland hat rund 1,2 Millionen Soldaten verloren
Nach Berechnungen von US-Experten hat Russland in den fast vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine rund 1,2 Millionen Soldaten durch Verwundung oder Tod verloren. Ein Bericht der Denkfabrik CSIS in Washington von Ende Januar geht dabei von 325000 getöteten russischen Soldaten seit Februar 2022 aus. Für die Ukraine wurden die Verluste auf 500.000 bis 600.000 Soldaten beziffert, darunter 100.000 bis 140.000 Tote.
Das Center for Strategic and International Studies stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Militärs, Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder.
Sollten die Kämpfe so intensiv weitergehen, werde der zusammengerechnete Verlust beider Seiten absehbar im April zwei Millionen Soldaten übersteigen, heißt es. „In keinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg hat eine Großmacht so hohe Verlust- und Todeszahlen erlitten“, schreiben die Autoren über die russische Seite. (mit dpa)

