Abo

US-Regierung warnt nächsten StaatUSA wollen Venezuela vorerst „regieren“ – Trump zeigt gefesselten Maduro

4 min
US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz am Samstag (3. Januar) in Mar-a-Lago. Im Hintergrund sind US-Außenminister Marco Rubio (l.) und Verteidigungsminister Pete Hegseth zu sehen.

US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz am Samstag (3. Januar) in Mar-a-Lago. Im Hintergrund sind US-Außenminister Marco Rubio (l.) und Verteidigungsminister Pete Hegseth zu sehen.

Donald Trump äußert sich zur Gefangennahme von Nicolás Maduro und dem Militäreinsatz in Venezuela. Auch ein US-Nachbarland wird Thema. 

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass Venezuela vorerst von den USA geführt werden soll. „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang gewährleisten können“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz in seinem Klub Mar-a-Lago in Florida. Zuvor hatte das US-Militär Ziele in Venezuela angegriffen und Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen.

Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte Trump nun ein Foto von Maduro. Der venezolanische Machthaber ist auf der Aufnahme mit verbundenen Augen und gefesselten Händen zu sehen. „Nicolás Maduro an Bord der USS Iwo Jima“, schrieb Trump zu dem Foto.

US-Präsident schwärmt von Militäreinsatz in Venezuela

Zuvor hatte der US-Präsident in einem Telefoninterview mit dem US-Sender Fox News erklärt, Maduro sei an Bord des amerikanischen Kriegsschiffs und werde nach New York gebracht. „Die Hubschrauber haben sie herausgebracht, und sie hatten einen schönen Hubschrauberflug“, sagte Trump.

Dieses von US-Präsident Donald Trump bei Truth Social veröffentlichte Foto zeigt Nicolás Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs Iwo Jima.

Dieses von US-Präsident Donald Trump bei Truth Social veröffentlichte Foto zeigt Nicolás Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs Iwo Jima.

„Ich bin sicher, es hat ihnen gefallen, aber sie haben viele Menschen getötet. Sogar Menschen im eigenen Land. Sie haben viele Menschen getötet, um an der Macht zu bleiben. Er ist ein sehr bösartiger Mensch“, fügte der US-Präsident hinzu, der zudem die US-Streitkräfte für den erfolgreichen Einsatz in Venezuela lobte. 

„Niemand sonst hätte so etwas schaffen können“

„Es war einfach unglaublich, was diese Leute da geleistet haben. Niemand sonst hätte so etwas schaffen können“, sagte Trump und erklärte, er habe die Operation von seinem Anwesen in Mar-a-Lago aus verfolgt. Es habe auf amerikanischer Seite „ein paar Verletzungen“, aber keine Todesopfer gegeben, erklärte Trump.

„Ich habe es mir buchstäblich wie eine Fernsehsendung angesehen. Wenn Sie die Geschwindigkeit, die Gewalt gesehen hätten – es war eine unglaubliche Sache“, fügte der 79-Jährige hinzu. Maduro sei gut bewacht gewesen, führte der Republikaner aus. „Eigentlich war er in einer Festung.“

„Ich sagte, du musst aufgeben. Du musst dich ergeben“

Maduro sei von ihm vor dem US-Militäreinsatz zur Kapitulation aufgefordert worden, erklärte der US-Präsident außerdem. „Ich sagte, du musst aufgeben. Du musst dich ergeben.“ Sie hätten vor etwa einer Woche miteinander telefoniert, so Trump. Der venezolanische Machthaber habe sich allerdings geweigert.

Später äußerte sich Trump bei seiner Pressekonferenz in Florida erneut ähnlich und kündigte schließlich an, dass Venezuela vorerst aus Washington geführt werden soll. „Wir wollen nicht daran beteiligt sein, dass jemand anderes an die Macht kommt, und wir haben dieselbe Situation wie in den letzten vielen Jahren. Deshalb werden wir das Land weiter regieren“, erklärte Trump.

Donald Trump: „Kuba wird ein Thema sein“

Der US-Präsident sprach bei seinem Auftritt auch über das US-Nachbarland Kuba. „Kuba wird ein Thema sein, über das wir noch sprechen werden“, sagte der US-Präsident. „Wir wollen den Menschen in Kuba helfen, wir wollen auch den Menschen helfen, die aus Kuba vertrieben wurden.“

Unterstützung bekam Trump dabei von US-Außenminister Marco Rubio. „Wenn der Präsident spricht, sollte man ihn ernst nehmen“, warf der Außenminister bei der Pressekonferenz ein und fügte hinzu: „Wenn ich in Havanna leben und in der Regierung wäre, wäre ich zumindest besorgt.“

Nicolás Maduro wegen Drogenhandels und Terrorismus angeklagt

Nach Angaben von US-Justizministerin Pam Bondi sind Maduro und seine Frau in New York wegen Vorwürfen des Drogenhandels und des Terrorismus angeklagt. Maduro und seine Ehefrau seien angeklagt und würden bald mit „dem ganzen Zorn der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden in amerikanischen Gerichten konfrontiert werden“, schrieb Bondi am Samstag auf der Plattform X.

US-Außenminister Rubio verwies am Samstag unterdessen auf einen Beitrag, den er bereits im Juli 2025 auf der Plattform X veröffentlicht hatte, und veröffentlichte einen Screenshot seiner damaligen Worte. „Maduro ist NICHT der Präsident von Venezuela und sein Regime ist NICHT die legitime Regierung“, hatte Rubio im Sommer erklärt.

„Maduro ist der Anführer des Cartel de Los Soles, einer Drogenterrororganisation, die ein Land unter ihre Kontrolle gebracht hat. Er ist wegen Drogenhandels in den Vereinigten Staaten angeklagt“, hieß es damals weiter von Rubio. 

Friedensnobelpreisträgerin Machado: „Ordnung wiederherstellen“

Die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado erklärte unterdessen am Samstag, in Venezuela sei nun die Zeit für „Volkssouveränität“ und die Einsetzung des Oppositionskandidaten Edmundo González als Staatsoberhaupt gekommen. „Wir werden die Ordnung wiederherstellen, politische Gefangene freilassen, ein außergewöhnliches Land aufbauen und unsere Kinder nach Hause bringen“, schrieb Machado bei X.

Gonzalez sei bei den Präsidentschaftswahlen 2024 zum rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas gewählt worden, betonte sie. Der Oppositionskandidat müsse unverzüglich sein „verfassungsmäßiges Mandat annehmen“ und von den Streitkräften „als Oberbefehlshaber anerkannt werden“, forderte die Friedensnobelpreisträgerin.

González teilte seinerseits Machados Beitrag auf der Plattform X und fügte hinzu: „Venezuelaner, dies sind entscheidende Stunden, seid versichert, dass wir bereit sind für die große Operation des Wiederaufbaus unserer Nation.“ (mit dpa/afp)