Ein Unfallforscher warnt vor drei oft unterschätzten Risiken, die im Straßenverkehr tödlich enden können.
Drei tödliche FehlerUnfallforscher erklärt die größten Risiken im Verkehr

Kreuz und quer und wer ist wer? Das typische Gewusel im Straßenverkehr hat die Kamera hier zwar magisch eingefangen - doch es birgt auch Gefahren.
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Erhöhte Geschwindigkeit und das Halten auf Radwegen: Oft als Kleinigkeit abgetan, können diese Vergehen tödlich sein. Ein Fachmann beleuchtet die erheblichsten Gefahren.
Ob für den Brötchenkauf kurz auf dem Radweg geparkt oder das Tempo in einer 30er-Zone auf 50 km/h erhöht wird – zahlreiche Menschen im Straßenverkehr verkennen die Risiken ihres Verhaltens. Eine Geschwindigkeitsdifferenz von nur 20 km/h kann jedoch fatale Folgen haben, wie Siegfried Brockmann, ein Experte für Unfallforschung, laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) in einem Gespräch darlegt.
Nach Einschätzung von Brockmann stellt überhöhte Geschwindigkeit das am häufigsten verharmloste Risiko dar. Viele Menschen würden dies als eine Bagatelle betrachten. Der Experte illustriert die gravierenden Konsequenzen mit einem Szenario: Ein Pkw, der sich mit den erlaubten 30 km/h in einer entsprechenden Zone bewegt, kann bei einer Notbremsung gerade noch rechtzeitig vor einem auf die Fahrbahn laufenden Kind zum Stillstand kommen. Der vollständige Anhalteweg liegt in diesem Fall bei etwa 14,5 Metern.
Folgen der Geschwindigkeitsüberschreitung: Warum 50 statt 30 km/h tödlich ist
Bewegt sich das Auto an der identischen Stelle jedoch mit 50 km/h, beläuft sich allein der Reaktionsweg auf 18 Meter. Dies bedeutet, dass der Fahrer bei Tempo 50 noch nicht einmal mit dem Bremsen begonnen hätte, während das Fahrzeug bei Tempo 30 bereits stillgestanden hätte. Das Kind würde folglich mit 50 km/h kollidieren und dabei höchstwahrscheinlich ums Leben kommen. Eine Kollision mit einer solchen Wucht ist laut dem Fachmann im Normalfall fatal.
Ein weiteres erhebliches Risiko sieht Brockmann im Motorradfahren. Laut dem Unfallforscher ist die Wahrscheinlichkeit, auf einem Motorrad ums Leben zu kommen, zwanzigmal größer als in einem Pkw. Vielen Fahrern sei diese Statistik nicht präsent, und sie würden sich fälschlicherweise zu stark auf ihre Schutzausrüstung verlassen.
Trügerische Sicherheit: Die Grenzen von Schutzkleidung
Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen jedoch, dass die Schutzwirkung von Helm und Bekleidung bei einer Kollisionsgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h stark abnimmt. Vor allem bei Kopfverletzungen ist nicht primär der Schädelbruch entscheidend, sondern die Bewegung des Gehirns im Schädel. Es existiert kein Helm, der diesen Vorgang bei höherem Tempo zuverlässig verhindern könnte.
Als drittes verkanntes Risiko nennt der Experte das Halten und Parken, das indirekt für eine große Anzahl von Unfällen verantwortlich ist. Die Problematik fängt schon beim Ein- und Ausparken an, wobei nicht selten Radfahrer oder auch Fußgänger übersehen werden.
Parkverstöße: Besondere Gefährdung für Radfahrer und Kinder
Ein erhebliches Problem ist zudem der kurze Halt auf Radwegen, der Radfahrer zum Ausweichen in den laufenden Verkehr nötigt. Genauso riskant ist das abrupte Öffnen von Fahrzeugtüren, bekannt als „Dooring“. Vor allem für Kinder geht von sichtbehindernd abgestellten Autos eine große Gefahr aus. Brockmann übt Kritik an den Kommunen, die aus Furcht vor Anwohnerprotesten häufig davor zurückscheuen, Parkflächen zugunsten von mehr Sicherheit aufzugeben.
Siegfried Brockmann leitet die Abteilung für Unfallforschung und -prävention bei der Björn Steiger Stiftung. Er engagiert sich seit langer Zeit in der Aufklärung über Verkehrsrisiken und zeigt Wege zu deren Minimierung auf. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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