Ein Monat ohne Alkohol kann viel bewirken. Was sich bei Schlaf, Haut und Gesundheit schon nach vier Wochen verändert.
Das bringt eine AlkoholpauseTipps für leckere alkoholfreie Drinks in Köln

Gläser auf einem Tisch im Weinbistro L'Escalier.
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Zwischen Glühwein und Sekt wird an den Feiertagen oft mehr Alkohol konsumiert als im Alltag. Umso sinnvoller kann es sein, im neuen Jahr für eine Weile auf Abstinenz zu setzen – auch im Hinblick auf Karneval, denn dann wird es für viele Menschen wieder feuchtfröhlich hergehen.
„Ein Dry January – also der Verzicht auf Alkohol für den Monat Januar – ermöglicht dem Körper, sich von den Belastungen durch regelmäßigen Alkoholkonsum zu erholen“, sagt Stephanie Eckhardt, Referatsleiterin Suchtprävention im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Denn Alkohol belastet den Körper.
Was macht Alkohol mit der Gesundheit?
Das Zellgift ist laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit mehr als 200 gesundheitlichen Risiken verbunden. Es steigert nicht nur die Gefahr von Unfällen und Verletzungen, sondern auch das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, etwa einer Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Darm-, Brust- und Speiseröhrenkrebs, heißt es vom Krebsinformationsdienst.
Die weitverbreitete Annahme, ein gelegentliches Glas Rotwein sei harmlos, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. „Selbst geringe Mengen können das Risiko für verschiedenste Krankheiten erhöhen und damit die Gesundheit gefährden“, schreibt die DGE online.
Was bringt ein Dry January?
Schon nach wenigen Wochen ohne Alkohol kann sich laut Stephanie Eckhardt die Leberfunktion erholen und der Blutdruck sinken, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert. „Wie schnell sich aber gesundheitliche Effekte beim Alkoholverzicht einstellen und welche es konkret sind, ist individuell sehr verschieden“, so die Expertin. Neben Vorerkrankungen spielt auch die bisherige Alkoholmenge eine Rolle. Viele positive Effekte bleiben unbemerkt, etwa das sinkende Krankheitsrisiko. Andere Veränderungen lassen sich dagegen durchaus wahrnehmen.
- Besserer Schlaf: „Alkohol stört die Tiefschlafphase“, so Eckhard. „Viele merken nach dem Verzicht, dass sie erholter aufwachen.“
- Hilfe beim Gewichtsverlust: Alkohol liegt mit seinen 7 Kilokalorien pro Gramm gar nicht so weit hinter Fett (9 Kilokalorien pro Gramm). Dazu kommt, dass er Heißhunger fördert. Wer sich also 2026 ohnehin vorgenommen hat, ein paar Kilos zu verlieren, dem hilft ein Alkoholverzicht dabei.
- Bessere Haut: „Alkohol entzieht dem Körper Wasser und kann Hautunreinheiten begünstigen. Durch den Verzicht kann man ein frischeres Hautbild erhalten“, so Eckhardt.
- Stabilere Psyche: Alkohol kann Ängste und Stimmungsschwankungen verstärken - wer ihn weglässt, fühlt sich womöglich besser.
Alternativen zu Alkohol
Inzwischen gibt es immer mehr Möglichkeiten, auch ohne Alkohol besondere Drinks zu genießen. Alkoholfreie Weine etwa haben in den letzten Jahren deutlich an Qualität gewonnen – davon ist auch Sommelière Romana Echensperger überzeugt. Immer mehr Winzerinnen und Winzer beschäftigen sich intensiv mit diesem Segment, sodass die Auswahl an hochwertigen, geschmackvollen Alternativen stetig wächst.
Immer mehr Restaurants mit alkoholfreier Begleitung
Auch zahlreiche Bars und Restaurants bieten mittlerweile kreative alkoholfreie Begleitungen. Im Kölner Restaurant L’escalier beispielsweise setzt Volker Arndt neben klassischen Weinen auf hausgemachte alkoholfreie Begleitungen. Auf den Tisch kommen dann raffinierte Drinks wie Buchweizenlimonade, Heidelbeerkombucha mit Lapsang Souchong Tee, Apfelkombucha mit Spitzwegerich oder grüner Kaffee mit roter Beete und Estragon.
Im Sternerestaurant Pottkind in der Kölner Südstadt steht Gästen auch ohne Alkohol ein umfangreiches Getränkeangebot zur Verfügung. Neben alkoholfreiem Schaumwein und klassischen Softdrinks gehören hausgemachte Limonaden, Essenzen und Shrubs zum Sortiment. Für das Menü gibt es eine speziell abgestimmte alkoholfreie Begleitung: In sechs Gläsern à 0,1 Liter wird jeder Gang durch sorgfältig ausgewählte Getränke ergänzt, die geschmacklich und aromatisch mit der Speise harmonieren – vergleichbar mit der klassischen Weinbegleitung.
In den meisten Top-Restaurants gibt es inzwischen hochwertige alkoholfreie Getränke. Kölner Häuser wie unter anderem Maximilian Lorenz, NeoBiota, Limbourg oder das Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee bieten Begleitungen, die weit über klassische Saftschorle oder Limonade hinausgehen. Zahlreiche Bars in Köln, darunter die Seiberts Bar, Little Link, Toddy Tapper oder Grace and Grape, setzen auf kreative, alkoholfreie Kreationen und haben diese als festen Bestandteil ihres Angebots etabliert.
Tee kann man auch zelebrieren
Welche Getränke kann man noch zelebrieren, ohne Alkohol zu trinken? Teezeremonien in Japan und China oder die britische Tea Time zeigen, dass ein heißes Getränk Genuss und Ritual zugleich sein kann. In Köln gibt es dafür mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel das Geschäft Scotia Spirit. Hier lockt zwar auch Whiskey, doch insbesondere im kalten Dry January kann ein heißer Tee ebenso verzaubern: Auf gemütlichen Chesterfield-Sofas wählen Gäste aus 13 Teesorten und genießen dazu Scones, Shortbread, Sandwiches und Chips – serviert mit Clotted Cream und Mrs.-Bridges-Strawberry-Jam. So lässt sich bei köstlichem Gebäck ein Stück britische Atmosphäre erleben.
Wie geht es nach dem Dry January weiter?
Im besten Fall macht man nach dem Januar auch alkoholfrei weiter. Schließlich gilt: „Je länger auf Alkohol verzichtet wird, desto besser“, so Stephanie Eckhardt. Wer eine Weile alkoholfrei unterwegs war, dem fällt es oft leichter, weiterhin nicht oder weniger zu trinken. Das gilt vor allem dann, wenn man den Dry January genutzt hat, um sich mit dem eigenen Trinkverhalten zu beschäftigen. Folgende Fragen helfen dabei:
- In welchen Situationen greife ich zu Alkohol - aus Gewohnheit, Stress, Langeweile, sozialem Druck?
- Wie viel trinke ich tatsächlich?
- Welche alkoholfreien Getränke oder Aktivitäten machen mir Spaß?
- Wie leicht oder schwer ist es für mich, den Alkohol wegzulassen?
Doch was, wenn man merkt, dass der Verzicht kaum klappt oder das Verlangen in den alkoholfreien Wochen sehr stark wird? „Dann kann das ein Hinweis auf eine entstehende Abhängigkeit sein“, so die Expertin. Ein erster Schritt ist dann, Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle aufzunehmen, die auch zur Vorbeugung berät. (lkl mit dpa)

