Neue Zahlen zeigen: Mütter mit Kleinkindern sind deutlich seltener berufstätig als Väter. Die Sorgearbeit bleibt ungleich verteilt.
Große Job-Kluft bei ElternVäter sind mehr als doppelt so oft berufstätig

Mütter mit kleinen Kindern sind deutlich seltener berufstätig als Männer. (Symbolbild)
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Mütter mit Kleinkindern leisten nach wie vor den überwiegenden Teil der Betreuungsaufgaben und sind wesentlich seltener erwerbstätig als Väter bei vergleichbarer Familienkonstellation. Laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes zum Muttertag am 10. Mai waren im Jahr 2025 lediglich 39,7 Prozent der Frauen mit mindestens einem Kind unter drei Jahren beruflich tätig.
Bei Vätern, welche mit einem oder mehr Kindern unter drei Jahren zusammenlebten, lag die Beschäftigungsrate mit 88,7 Prozent mehr als doppelt so hoch. Gegenüber dem Stand von vor einem Jahrzehnt ist die Berufstätigkeit von Müttern mit Kindern unter drei Jahren leicht angestiegen: Gemäß den auf dem Mikrozensus basierenden Zahlen betrug ihre Quote im Jahr 2015 noch 36 Prozent. Bei den Vätern gab es im gleichen Zeitraum kaum eine Veränderung; ihre Rate sank nur unwesentlich von 89,5 Prozent aus dem Jahr 2015.
Berufstätigkeit von Müttern nimmt mit Alter der Kinder zu
Aus den Daten geht ebenfalls hervor, dass Mütter häufiger in den Beruf zurückkehren, sobald die Kinder älter werden. Im Jahr 2025 waren demnach beinahe drei Viertel (71,2 Prozent) der Frauen mit mindestens einem minderjährigen Kind erwerbstätig.
Das Alter des Nachwuchses hat bei Vätern dagegen kaum einen Einfluss auf die Berufstätigkeit. Mit 91,4 Prozent war die Beschäftigungsrate von Vätern, die minderjährige Kinder haben, nur unwesentlich höher als jene von Vätern mit kleineren Kindern.
WSI-Direktorin: Sorgearbeit ungleich verteilt
„Diese Zahlen spiegeln einerseits die von der Forschung oft belegte ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen“, erläuterte Bettina Kohlrausch. Sie ist die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI), das zur gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gehört. Kohlrausch zufolge existieren seit Jahren Vorschläge, das Elterngeld so zu reformieren, dass Impulse für eine paritätischere Verteilung der Elternzeit geschaffen werden – beispielsweise durch den Ausbau des Anteils nicht übertragbarer Monate.
Darüber hinaus bestünden in Deutschland Mängel in der Versorgung mit Betreuungsplätzen, obwohl ein gesetzlicher Anspruch auf einen Platz nach dem ersten Lebensjahr existiert. „Ausbaden müssen das vor allem die Mütter“, fügte die Fachfrau hinzu. (dpa/red)
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