Kinderwunsch ja, aber nicht mit dem Partner? Eine Therapeutin erklärt, wie man mit dieser schwierigen Situation umgehen kann.
Kind ja, aber nicht mit dirWas tun, wenn der Partner als Elternteil ungeeignet scheint?

Sie halten Partner oder Partnerin für nicht elterntauglich? Da helfen nur ehrliche Gespräche - auch wenn es auf die Frage hinausläuft: Kind oder Partner?
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Divergierende Haltungen zum Thema Kinderwunsch kommen in manchen Beziehungen vor. In anderen Fällen hegt ein Partner zwar den Wunsch nach einem Kind, betrachtet den anderen jedoch nicht als geeignete Person für die Mutter- oder Vaterrolle. Wie kann diese schwierige Situation gelöst werden?
„Ich würde mich erst einmal fragen: Warum kann ich mir ein gemeinsames Kind mit dem aktuellen Partner oder der aktuellen Partnerin nicht vorstellen?“, sagt Anna Schmutte, Coach und Therapeutin aus Berlin. Ihr Ratschlag lautet, dem Partner gegenüber transparent zu kommunizieren, dass ein Kinderwunsch besteht, dieser jedoch an spezifische Konditionen geknüpft ist.
Konditionen in offenen Gesprächen klären
Im nächsten Schritt gilt es, gemeinsam zu erörtern, ob und auf welche Weise diese Konditionen realisiert werden können. Falls beispielsweise die Sorge besteht, dass die Hauptlast der Sorgearbeit bei einer Person verbleiben würde, muss geklärt werden: Zeigt der Partner die Bereitschaft, sich entsprechend weiterzuentwickeln?
„Und wenn ich da gar nicht darauf vertrauen kann und das Gefühl hab, ‚Nein, das ist einfach die falsche Person für dieses Projekt‘, muss man schauen, was ist mir gerade wichtiger: diese Beziehung oder der Kinderwunsch“, so Schmutte.
Abwägung: Partnerschaft oder Kinderwunsch?
Jemand, der die Partnerschaft priorisiert, muss sich bewusst machen, dass dies auch Verzicht zum Erhalt der Beziehung einschließt. Eine aufrichtige Selbstprüfung ist ratsam: Ist ein dauerhaftes Glück mit dieser Person auch ohne Nachwuchs vorstellbar?
Andernfalls bestünde die Option, die Chance auf ein Kind zu wahren und nach einer Person zu suchen, die als passender Partner für ein solches gemeinsames Projekt erscheint. Laut Schmutte ist dies jedoch zu einem gewissen Grad vom Zufall abhängig, da eine Vorhersage unmöglich ist, ob man auf jemanden trifft, bei dem sowohl die Partnerschaft als auch der Wunsch nach Kindern harmonieren.
„Doch gleichzeitig kann ich mein Bewusstsein dafür schärfen, was ich eigentlich suche“, so Schmutte. In manchen Fällen kann es sich wie eine Befreiung anfühlen, die Beziehung zu beenden, auch ohne die Gewissheit, das vollkommene Glück zu entdecken.
Soziologe prognostiziert Zunahme alternativer Familienmodelle
Selbst in diesem Fall wäre es laut Schmutte denkbar, als alleinstehende Mutter ein Kind aufzuziehen oder einen Co-Parenting-Partner zu wählen. Beispielsweise existieren diverse Online-Portale, die dabei helfen, eine Person für die Gründung einer Familie ohne romantische Partnerschaft zu finden.
Peter Hofmann von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ist zuversichtlich, dass derartige Konzepte in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. „Dazu gehört die bewusste Single-Elternschaft oder das Verteilen der Elternschaft auf mehr Köpfe als nur auf Vater und Mutter“, so Hofmann. „Bislang sind das alles sehr niedrige Prozentzahlen, aber ich bin mir sicher, dass in den nächsten Dekaden die Zahlen steigen werden.“ (dpa/red)
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