Abo

Mehr Geburten durch HomeofficeInternationale Studie sieht deutlichen Effekt

3 min
Illustration - Geburten

In vielen Ländern ist die Geburtenrate in den vergangenen Jahrzehnten stark gesunken. Die Arbeit im Heimbüro könnte den Rückgang laut einer neuen Studie möglicherweise etwas bremsen. (Symbolbild)

Eine internationale Studie zeigt: Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder. Forscher sehen einen Anstieg von 14 Prozent.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnte Geburtenrate positiv beeinflussen.

Laut einer internationalen Untersuchung geht die Tätigkeit im Heimbüro mit einer höheren Geburtenrate einher. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, stellten Forschende aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Mexiko fest, dass in 38 analysierten Nationen die Geburten pro Frau im Durchschnitt um 14 Prozent zunehmen, sofern beide Elternteile mindestens einen Tag wöchentlich von zu Hause aus arbeiten.

Das Münchner Ifo-Institut, eine der beteiligten Forschungseinrichtungen, teilte mit, dass bei Paaren mit Homeoffice-Möglichkeit im Lebensverlauf jede dritte Frau ein Kind zusätzlich bekommen würde im Vergleich zu Paaren ohne diese Option. Die Forscher haben allerdings keine spezifischen Geburtenziffern für die einzelnen der 38 Nationen berechnet.

Work-Life-Balance als möglicher Grund

Die verbesserte Möglichkeit, berufliche und familiäre Verpflichtungen in Einklang zu bringen, wird von den Forschern als ein potenzieller Grund angeführt. „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht – vermutlich, weil dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, der nötig ist, um Beruf und Familie zu vereinbaren“, erklärte Ifo-Wissenschaftler Matthias Dolls, einer der Verfasser der Studie. An der Untersuchung wirkten zudem Forschende der US-Universitäten Stanford und Princeton, des King's College in London sowie des Technologieinstituts in Mexiko mit.

Datenerhebung durch internationale Befragung

Zwei voneinander unabhängige Umfragen bildeten die Basis für die Kalkulationen. Im Zuge des „Global Survey of Working Arrangements“ wurden der Untersuchung zufolge 19.277 Personen in 38 Ländern interviewt, von denen sich 11.314 im reproduktiven Alter zwischen 20 und 45 Jahren befanden. In Deutschland beteiligten sich nach Ausführungen von Dolls über 1.000 Menschen. In den Vereinigten Staaten fand eine gesonderte Befragung mit fast 90.000 Teilnehmenden statt.

Die Befragung umfasste Fragen zu Geburten der letzten Jahre, gegenwärtigen Schwangerschaften sowie dem zukünftigen Wunsch nach Kindern. In den USA zeigte sich der Effekt mit einer um 18 Prozent gesteigerten Geburtenrate pro Frau noch deutlicher. Zugleich ist die Arbeit von zu Hause dort laut der Studie im Durchschnitt weiter verbreitet als in Europa.

Kausalität oder Korrelation? Forscher ziehen vorsichtiges Fazit

In ihrer Abhandlung legen sich die Wissenschaftler nicht endgültig fest, ob die Tätigkeit im Heimbüro der ursächliche Grund für die gestiegene Geburtenzahl ist oder ob nur eine statistische Beziehung besteht. Demzufolge wäre es ebenso denkbar, dass Personen mit Kindern oder Kinderwunsch sich bewusst für Arbeitsstellen mit Homeoffice-Option entscheiden. Die Verfasser tendieren jedoch zu der Deutung, dass das Heimbüro als ein ursächlicher Faktor gelten kann. „Mehr Flexibilität durch Homeoffice könnte dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können“, so Dolls. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.