Mütter lieben sieIllustratorin zeichnet, wie sich Alltag mit Kindern wirklich anfühlt

Kein ungewöhnlicher Anblick: eine erschöpfte Mutter mit vollem Wäschekorb und zwei Kindern. Der Vorwurf von außen steht auch schon parat: „Die Kinder spielen an Handy und Tablet!“
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Köln – Was Mütter den ganzen Tag über leisten, wissen meist nur sie selbst. Natürlich gilt das auch für Väter. Aber es ist nun mal Fakt, dass Frauen den Großteil der Familienarbeit übernehmen. Mit kleinen Kindern beginnt der Job meistens mitten in der Nacht mit Füttern, Wickeln und Trösten. Wer Schul- und Kindergartenkinder hat und selbst arbeitet, hat meist schon zwei Stunden Action hinter sich, bevor er sich erschöpft um 9 Uhr im Büro auf den Schreibtischstuhl fallen lässt. In diesem Tempo geht es den ganzen Tag weiter. Job erledigen, Kinder abholen, Hausaufgaben machen, Essen kochen, Geschichten lesen, saubermachen. Sport, Freunde, Hobbies, Sex – schön, wer dafür noch Zeit findet.
Die Öffentlichkeit sieht nur einen Bruchteil von dem, was Mütter täglich leisten
Das Schlimme ist: Die meisten Menschen sehen diese ganze Arbeit nicht. Sie sehen statt dessen entweder eine Mutter, die nicht zum Laternenbasteln kommt, weil sie arbeiten muss oder eine Mutter, die früher aus dem Büro gehen muss, um ihre Kinder abzuholen. Paula Kuka ist Mutter von zwei Kindern und hat aus diesem täglichen Wahnsinn sehr sehenswerte Illustrationen gemacht, die sie unter dem Namen @common_wild auf Instagram postet. Mit ihren Bildern möchte sie zeigen, dass das, was die Öffentlichkeit vom Alltag als Mutter sieht, „nur die Spitze des Eisbergs ist“, sagte sie dem Online-Magazin „Bored Panda“.
Mit dem Bild oben zum Beispiel hat sie ihren Ärger darüber verarbeitet, dass viele Mütter von Fremden blöd angemacht werden, wenn sie mit dem Handy in der Hand den Buggy schieben. Was sie wirklich vorher und nachher geleistet haben, sieht keiner.
Die nächste Illustration verdeutlicht sehr schön das engmaschige Netz aus Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen, in dem Mütter sich täglich bewegen. „Ich kümmere mich nicht genug um die Kinder. Ich kümmere mich nicht genug um mich. Ich sollte mehr mit den Kindern lesen. Ich sollte gesünder kochen. Ich sollte mich nicht mit meinen eigenen Kindern langweilen.“ ... Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.
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„Alle zerren an mir, alle wollen etwas von mir“
Oder, auch das kennen Mütter nur zu gut: Alle zerren an mir, alle wollen etwas von mir. Mehr muss man zu diesem Bild nicht sagen.
Sie bekam sofort positive Reaktionen von anderen Eltern
Eigentlich ist Paula Kuka gelernte Landschaftsarchitektin. Während der Elternzeit mit ihrem ersten Kind habe sie mit dem Zeichnen begonnen, um kreativ zu bleiben. „Außerdem war ich nicht gut darin, unsere Erfahrungen aufzuschreiben, damit die Kinder später etwas zur Erinnerung haben", sagte die Australierin im Interview. Als sie die Bilder über ihr tägliches Leben mit Mann und zwei Kindern zum ersten Mal auf Instagram postete, erhielt sie sehr schnell positive Reaktionen von anderen Eltern. Kuka: „Mir gefällt es, über die Herausforderungen des Mutterseins zu sprechen – über Schuldgefühle, Frustration und Langeweile genauso wie über die vielen herzerwärmenden Momente voller Liebe.“ Wie zum Beispiel diesen hier:
Sollten Sie sich mal wieder überfordert, verzweifelt und genervt von ihrem Familienleben fühlen, schauen Sie sich die Bilder von Paula Kuka an. So kommen Sie ganz schnell wieder auf andere Gedanken.



