Von SiebenjährigerDer wohl traurigste Wunschzettel des Jahres

Copyright: Facebook/Ruth Espiricueta
Texas – Seit Wochen schreiben Kinder fleißig ihre Wunschzettel an den Weihnachtsmann oder das Christkind. Auch die Grundschullehrerin Ruth Espiricueta aus dem US-Bundesstaat Texas hat ihre Erstklässler dazu aufgefordert, einmal zu formulieren, was sie sich dieses Jahr zum Fest wünschen und was sie brauchen.
Der Wunschzettel einer ihrer siebenjährigen Schülerinnen hat sie dabei besonders ergriffen. Die kleine Crystal Pacheco schrieb: „Ich war heute brav. Zu Weihnachten wünsche ich mir einen Ball und Essen. Und ich brauche eine Decke.“
„Die Kinder bitten um selbstverständliche Dinge“
„Es macht mich so traurig, dass sie nach Essen und einer Decke fragt, anstatt sich Spielzeug zu wünschen“, schreibt die Lehrerin auf ihrer Facebook-Seite. „Es bricht mir das Herz, wenn die Kinder um etwas bitten, dass viele von uns als selbstverständlich ansehen.“ Sie selbst könne es kaum ertragen, zu wissen, dass ihre Schüler Hunger haben oder frieren müssen.
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Am nächsten Tag habe sie Crystal auf ihren Wunschzettel angesprochen, erzählte Ruth Espiricueta ABC News. Das Mädchen wolle gerne einen Ball, um zusammen mit ihrem Bruder spielen zu können. Und sie wünsche sich eine Decke, weil es im Haus immer so kalt sei. „Ich hatte keine Ahnung, dass sie so eine schwere Zeit hat“, sagte die Lehrerin, „sie kam immer mit einem Lächeln zur Schule.“ Die Selbstlosigkeit der Kleinen habe sie so beeindruckt, dass sie das in ihrem Post unbedingt teilen wollte.
Kinder wünschen sich Bett, Herd und Kleidung
Die alltägliche Not vieler Kinder sei leider nicht selten. Nicht nur Crystal habe in ihrem Wunschzettel um grundlegende Dinge gebeten. Andere hätten zum Beispiel Handtücher, Kissen, ein Bett, Kleidung, Schuhe und einen Herd angegeben. „Einige meiner Schüler freuen sich nicht einmal auf Weihnachten, weil sie wissen, dass ihre Eltern sich keinen Christbaum oder Geschenke leisten können.“
Inzwischen wurden über 600 Decken gespendet
Sie hoffe, dass sie wenigstens einen Wunsch der kleinen Crystal erfüllen können, schrieb Ruth Espiricuetas abschließend in ihrem Post. Doch am Ende geschah noch viel mehr: Ihr Beitrag löste eine große Spendenwelle aus. Viele kommentierten ihre Zeilen und fragten, wie sie helfen und wohin sie Dinge schicken könnten. Eine Frau brachte gleich am nächsten Tag 20 Decken und drei Bälle in der Schule vorbei, berichtete die Washington Post. Inzwischen wurden bereits viele Spielzeuge und über 600 Decken für alle Kinder der Schule gespendet. Crystal habe sich besonders darüber gefreut: Weil alle ihre Mitschüler es jetzt warm haben.
(iwo)

