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Stressreaktion statt BosheitExperte erklärt Wutausbrüche bei plötzlichem Medienentzug

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Junge schaut auf sein Smartphone

Ein Handyverbot kann bei Kindern zu einem abrupten Abfall des Dopamin- und Adrenalinspiegels führen.

Die plötzliche Trennung vom Internet löst bei Kindern oft heftige Reaktionen aus. Ein Fachmann für Mediensucht erklärt die Hintergründe und zeigt Lösungswege auf.

Florian Buschmann, ein Berater für Mediensucht und Experte im Bereich Medienkompetenz, warnt vor den Folgen eines plötzlichen Entzugs digitaler Medien. Wenn Erziehungsberechtigte in Diskussionen über den Konsum von Internet und Mobiltelefonen als letzte Maßnahme die WLAN-Verbindung trennen oder das Gerät konfiszieren, kann dies aggressives Verhalten provozieren.

Laut dpa-Meldung erläutert Buschmann, dass ein solcher Entzug bei jungen Menschen Stress verursacht. Speziell Spiele und Plattformen für Kurzvideos funktionieren über einen ständigen Strom von Impulsen. Infolgedessen wird das Gehirn „kontinuierlich mit Dopamin und Adrenalin geflutet, das Nervensystem dauerhaft aktiviert“. Bei hohem Medienkonsum bleibt dem System somit kaum eine Chance, die Stimuli zu verarbeiten oder Entspannung zu finden.

Stressreaktion durch Entzug: Zorn und Aggressivität als Folge

Ein abrupter Rückgang der Dopamin- und Adrenalinwerte ist die Konsequenz, wenn Erziehungsberechtigte diese Anspannung durch eine plötzliche Unterbrechung des Medienkonsums beenden. Gereiztheit, Zorn und sogar heftige Wutanfälle können die möglichen Auswirkungen sein.

Erziehungsberechtigte sollten diese Gefühle jedoch nicht als böse Absicht ihres Kindes oder als persönliches Versagen in der Erziehung interpretieren. „Es handelt sich schlicht um eine Stressreaktion eines überforderten Nervensystems“, so der Spezialist. Vielmehr fungiere das aggressive Auftreten als ein Ventil, um inneren Druck und Ermüdung abzubauen.

Fünf Empfehlungen für einen konstruktiven Umgang mit Medien

Um Konfrontationen mit aggressivem Verhalten zu vermeiden, ist das Verständnis dieser Mechanismen ein entscheidender erster Schritt. Buschmann empfiehlt Erziehungsberechtigten zudem, die nachstehenden Aspekte zu berücksichtigen:

Anstelle von plötzlichen Verboten empfiehlt der Fachmann, den Kindern emotionalen Beistand zu leisten und die familiäre Bindung zu festigen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.