Wer dauerhaft im Homeoffice arbeitet, braucht mehr als einen Tisch. So richten Sie Ihren Arbeitsplatz richtig ein.
Gesund im HomeofficeSo richten Sie Ihren Arbeitsplatz zu Hause richtig ein

Ein eigener Schreibtisch, Ruhe und ein ergonomischer Stuhl sind ein guter Anfang für einen gelungenen Homeoffice-Platz.
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Die Arbeit in den eigenen vier Wänden wirkt zunächst einfach und flexibel. Wer jedoch dauerhaft im Homeoffice tätig ist, merkt schnell, dass Tisch und Stromanschluss allein nicht genügen. Fehlen eine durchdachte Organisation und eine ergonomische Einrichtung, können sich bald Nackenprobleme, mangelnde Konzentration und Abgeschlagenheit einstellen. Ein funktionaler Arbeitsbereich lässt sich allerdings auch mit überschaubarem Aufwand gestalten.
Berufliches und Privates konsequent trennen
Eine deutliche Abgrenzung zwischen beruflichen Tätigkeiten und dem Privatleben ist essenziell. Die Arbeitsmedizinerin Vera Stich-Kreitner, die dem Präsidium des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) angehört, warnt, dass ohne eine solche Trennung auf lange Sicht Erschöpfungszustände drohen. Der Arbeitsbereich sollte idealerweise getrennt vom familiären Geschehen positioniert werden. Sofern dies räumlich nicht umsetzbar ist, bietet sich eine zeitliche Regelung an: Der Tisch dient beispielsweise bis 16 Uhr als Büro und wird anschließend wieder zum Essbereich.
Stich-Kreitner rät zudem, einen üblichen Büroalltag zu imitieren. Das Einhalten der Arbeitszeit ist dabei ebenso wichtig wie das Beachten von Pausen und Phasen ohne E-Mails oder Smartphone. Um die Trennung mental zu unterstützen, sollte man außerdem Arbeitskleidung statt des Schlafanzugs tragen, wenn man sich an den Computer setzt.
Ergonomische Grundlagen und technische Ausstattung
Auch die Wahl des Mobiliars spielt eine wichtige Rolle. „Der Küchenstuhl geht mal kurz zwischendurch, aber nicht bei einem Acht-Stunden-Tag“, äußert Stephan Sandrock, der den Fachbereich Arbeits- und Leistungsfähigkeit am Institut für angewandte Arbeitswissenschaft leitet. Bei der Arbeitsfläche ist darauf zu achten, dass unter der Platte genügend Beinfreiheit vorhanden ist. Optimalerweise kommt ein in der Höhe anpassbarer Schreibtisch zum Einsatz, der dynamisches Arbeiten ermöglicht.
Ein geeigneter Bürostuhl verfügt über mindestens fünf Rollen und lässt sich in der Höhe verstellen. Ober- und Unterarme sollten einen Winkel von etwa 90 Grad bilden, wobei die Arme unterhalb der Herzhöhe positioniert sind. Die Hände ruhen entspannt auf der Tastatur. „Sind sie in einem spitzen Winkel nach oben gerichtet, kommt es schneller zu Ermüdungserscheinungen“, erläutert Sandrock.
Zusätzliche Geräte für komfortableres Arbeiten
Abhängig von den Tätigkeiten ist ein externer Monitor auch im Homeoffice eine sinnvolle Anschaffung, insbesondere bei ganztägiger Computernutzung. Eine separate Maus und eine eigene Tastatur können die Tätigkeit zusätzlich vereinfachen. Die korrekte Positionierung des Bildschirms ist entscheidend. Als Richtwert gilt bei einem 19-Zoll-Gerät ein Abstand von 60 bis 70 Zentimetern zu den Augen.
Die Blickrichtung sollte leicht abwärts gerichtet sein. Um die Nackenmuskulatur zu entlasten, sollte sich die oberste Zeile des Bildschirms unterhalb der Augenhöhe befinden. Für die Einrichtung bieten Leitfäden zur Arbeitsplatz-Ergonomie Unterstützung, wie sie etwa vom „Institut für angewandte Arbeitswissenschaft“ zur Verfügung gestellt werden.
Lösungen bei begrenztem Platzangebot
In kleinen Wohnungen ohne eigenes Arbeitszimmer kann eine kompakte Arbeitsecke eingerichtet werden. Wichtig ist eine Beleuchtung, die keine Schatten auf den Bildschirm wirft, und die Möglichkeit, Materialien liegenzulassen. „Ein Sekretär kann eine gute Möglichkeit sein, wenn man sonst nicht viel Ablagefläche benötigt“, rät Stephan Sandrock. Ein dedizierter Tisch ist vorteilhaft, da dort Utensilien verbleiben und Unterlagen geordnet werden können.
Der Standort sollte möglichst geräuscharm sein. „Informationshaltiger Schall wie Sprache stört in der Regel mehr als andere Geräusche, weil er sich nicht ausblenden lässt“, so Sandrock. Wenn kein eigener Raum vorhanden ist, ist Improvisation gefragt, etwa durch das Aufstellen eines Regals als Raumteiler, um eine visuelle Trennung zu schaffen. (dpa/red)
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