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AngststörungWann Sorgen krankhaft werden und was ihr tun könnt

3 min
Eine junge Frau macht Atemübungen

Durchatmen: Kurze Entspannungsübungen können in akuten Momenten Sicherheit geben.

Dauerhafte Besorgnis und Panik können das tägliche Leben beherrschen. Ab wann wird Furcht pathologisch und welche Maßnahmen sind wirksam?

Furcht ist eine grundlegende Emotion, die dem Schutz vor Risiken dient. Wie die dpa meldet, löst das Nervensystem bei einigen Personen jedoch wiederholt Alarm aus, selbst wenn keine wirkliche Gefahr vorhanden ist. Erkrankte haben oft die Empfindung, dass ein Unglück bevorstehen könnte. Sofern die Furcht in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung steht und das tägliche Leben dominiert, könnte eine Angststörung die Ursache sein.

Gedankenkreisen, ob dem Lebensgefährten auf dem Nachhauseweg ein Unfall passiert sein könnte, oder ein nicht erklärbarer Schmerz im Brustbereich – derartige Überlegungen können als Indizien gelten.

Woran erkenne ich eine Angststörung?

Angststörungen treten in unterschiedlichen Ausprägungen auf. Personen mit einer generalisierten Angststörung (GAS) empfinden beinahe durchgehend Furcht und grübeln über zahlreiche Angelegenheiten. Charakteristisch dafür sind persistente, exzessive und kaum zu beherrschende Sorgen. Die Erkrankung äußert sich zudem physisch durch Anzeichen wie Atemnot, beschleunigten Puls, Benommenheit, Transpiration, Tremor bis hin zur Wahrnehmung, die Kontrolle zu verlieren. Schlafstörungen sind ebenfalls eine verbreitete Begleiterscheinung.

Zahlreiche Erkrankte bemühen sich, furchtauslösende Umstände zu umgehen. Sie stornieren Verabredungen oder meiden spezifische Plätze. „Der eigene Aktionsradius schrumpft gewaltig“, erklärt Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. In besonders schweren Fällen kommt es zu einer vollständigen sozialen Isolation, wie die „Stiftung Gesundheitswissen“ schreibt. Die Diagnose einer Angststörung richtet sich nach Stärke, Zeitspanne und den Konsequenzen. Laut der Stiftung gelten als maßgebliche Kriterien, dass die Symptome über einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten an der Mehrheit der Tage präsent sind und das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen.

Wie kann ich meinen Ängsten selbst besser begegnen?

Häufig sind es bereits kleine Maßnahmen, die der Furcht weniger Geltung verschaffen. „Wer aus Furcht nicht mehr Bus fährt, steigt vielleicht erst einmal nur für eine Station ein“, verdeutlicht Häfner. Von zentraler Bedeutung sei die Erkenntnis, dass derartige Umstände gemeistert werden können. Zudem können kurze Atem- oder Lockerungsübungen das Anspannungslevel reduzieren.

Besondere Methoden unterstützen dabei, sich in plötzlichen Angstepisoden zu zentrieren – zum Beispiel die 5-4-3-2-1-Methode. Hierbei lenkt ihr eure Wahrnehmung bewusst und nacheinander auf die Sinnesorgane und benennt:

Diese Methode verlagert die Konzentration wieder auf die Gegenwart und kann zur Beruhigung des Organismus beitragen.

Wann brauche ich professionelle Hilfe?

Wenn eine Angststörung diagnostiziert wurde, ist es für viele Erkrankte eine Herausforderung, die Krankheit ohne Beistand zu überwinden. Fachliche Begleitung ist Häfner zufolge sinnvoll, wenn quälende Ängste das tägliche Leben limitieren und der innere Druck nicht nachlässt. „Je früher Unterstützung beginnt, desto eher lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen“, so Häfner. Ein erster Kontaktpunkt kann die Praxis des Hausarztes sein. (red)

Zur Therapie von Angststörungen kommt im Normalfall eine Psychotherapie zum Einsatz, speziell die kognitive Verhaltenstherapie. Ein zentrales Element ist dabei oft die Konfrontationstherapie: Hierbei stellen sich die Betroffenen gezielt und graduell den furchtauslösenden Umständen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.