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Finanzen der GKVÄrzteverband verlangt 50-prozentige Kürzung der Verwaltungskosten

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Arztpraxis

Die Hausärzte wollen, dass die Krankenkassen den Rotstift bei sich selbst ansetzen. (Archivbild)

Der Verband der Hausärzte plädiert für massive Kürzungen direkt bei den Versicherern. Ihre administrativen Aufwendungen sollen um die Hälfte sinken.

Im Rahmen der Auseinandersetzung über den Finanzaufwand der gesetzlichen Krankenversicherung verlangt der Leiter des Hausärzteverbandes Reduzierungen bei den Versicherern. „Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren“, äußerte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Markus Blumenthal-Beier, wie die „Rheinische Post“ meldete und die „dpa“ berichtete.

„Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten“, begründete Blumenthal-Beier seine Forderung. Auf mittlere Sicht sei es zwingend, dass die Versicherer ihre administrativen Ausgaben „dringend halbieren“.

Ruf nach Fusionen aus der Politik

Zustimmung für diese Position kommt auch aus politischen Kreisen. Der Vorsitzende der CSU-Fraktion im bayerischen Landesparlament, Klaus Holetschek, legte den Versicherern in der „Rheinischen Post“ nahe, „von sich aus verstärkt Synergien zu suchen, Kooperationen auszubauen und Zusammenschlüsse einzuleiten – bevor der Gesetzgeber handeln muss“.

Laut Informationen des GKV-Spitzenverbandes existieren momentan 93 gesetzliche Versicherer in der Bundesrepublik. Ihre Anzahl hat sich in den letzten Dekaden erheblich reduziert: 1970 waren es noch 1.815, um das Jahr 2000 belief sich die Zahl auf 420.

Finanzielle Schieflage bei den Kassen

Die gesetzlichen Versicherer erzielten im Vorjahr zwar einen Überschuss, was auf eine Reihe von Beitragsanhebungen zurückzuführen ist. Gleichzeitig wuchsen jedoch ihre Aufwendungen erheblich, wie das Bundesgesundheitsministerium unlängst bekannt gab. Nach Aussage von Ministerin Nina Warken (CDU) übersteigen die Kosten seit 2024 die Einnahmen signifikant. Als Hauptursachen dafür werden stationäre Behandlungen, Medikamentenausgaben sowie die ambulante Versorgung identifiziert.

Eine von Warken berufene Expertengruppe ist beauftragt, bis zum Ende des Monats März Empfehlungen für die finanzielle Konsolidierung der GKV zu präsentieren. Bis zum Jahresende sollen umfassendere Reformpläne nachgereicht werden. Hintergrund ist ein für 2027 prognostiziertes Defizit, das sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag belaufen dürfte. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.