Abo

Vitamine checken lassenSo funktioniert ein Bluttest – Ablauf, Kosten und Einordnung

3 min
Ein Bluttest kann Aufschluss über einen möglichen Vitaminmangel geben. /Paula Berezo

Ein Bluttest kann Aufschluss über einen möglichen Vitaminmangel geben. /Paula Berezo

Vitamine im Check: Bluttests aus dem Internet, aus Laboren oder Praxen versprechen Klarheit über den Nährstoffstatus. Doch wie laufen sie ab – und wann sind sie sinnvoll?

Vitamin-Bluttests gelten als einfache Möglichkeit, die eigene Gesundheit zu überprüfen. Sie lassen sich beim Hausarzt oder direkt in einem Labor machen. Wer sich im Internet informiert, stößt zudem auf eine Vielzahl von Unternehmen, die Blutanalysen anbieten – teils zur Durchführung in Laboren, teils als Selbsttests für zu Hause, bei denen man seine Blutprobe eigenständig entnimmt und einschickt.

Die Bandbreite reicht von einzelnen Messungen bis zu umfangreichen Untersuchungen von Vitaminprofilen und Mineralstoffen, die mehrere Hundert Euro kosten können. Doch wie sinnvoll sind solche Tests tatsächlich? Wer einen Vitamin-Bluttest in Erwägung zieht, sollte sich zunächst mit Ablauf, Kostenübernahme und Aussagekraft der Angebote vertraut machen.

Was wird bei einem Vitamin-Bluttest untersucht?

Bei einem Vitamin-Bluttest werden gezielt einzelne Vitamine im Blut bestimmt, um Hinweise auf eine mögliche Unter- oder Überversorgung zu erhalten. In der Praxis werden meist nicht alle Vitamine gleichzeitig, sondern ausgewählte Werte untersucht.

Häufig getestet werden:

  1. Vitamin D, da es zum großen Teil über Sonnenlicht gebildet wird
  2. Vitamin B12, insbesondere bei vegetarischer oder veganer Ernährung
  3. Folsäure (Vitamin B9), etwa im Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Blutbildungsstörungen

Welche Werte sinnvoll sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem Ernährungsweise, Lebensstil, Alter, bestimmte Erkrankungen oder Medikamente. Auch anhaltende Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder neurologische Auffälligkeiten können Anlass für eine gezielte Untersuchung sein.

Wichtig: Fachleute empfehlen in der Regel, konkrete Fragestellungen zu klären, statt umfangreiche Vitaminprofile ohne Anlass erstellen zu lassen. So lässt sich besser einschätzen, ob ein auffälliger Wert tatsächlich relevant ist oder lediglich eine vorübergehende Schwankung widerspiegelt.

Wo kann man einen Vitamin-Bluttest machen?

Neben den zahlreichen Online-Angeboten können Vitamin-Bluttests in der Regel in einer hausärztlichen oder fachärztlichen Praxis durchgeführt werden. Darüber hinaus bieten medizinische Labore entsprechende Untersuchungen von Blutwerten an.

Wie läuft der Test ab?

Je nach Anbieter unterscheidet sich der Ablauf leicht:

  1. In der Praxis oder im Labor: Beratungsgespräch, Blutabnahme aus der Armvene, Laboranalyse, Besprechung des Ergebnisses
  2. Beim Selbsttest für zu Hause: Bestellung eines Testkits, Blutentnahme aus der Fingerkuppe, Versand an ein Labor, Abruf der Ergebnisse online oder zugeschickt per Post

In der Regel dauert es zwei bis sieben Tage, bis die Resultate vorliegen. Abhängig ist das unter anderem vom Labor, dem Testverfahren und der Auslastung. Bei Onlinetests läuft die Auswertung häufig digital.

Was kosten Vitamin-Bluttests?

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang der Untersuchung. Bestimmungen einzelner Vitaminwerte kosten in der Regel zwischen 20 und 50 Euro. Wer mehrere Werte in einem Test überprüfen lässt, kann schnell auf mehrere Hundert Euro kommen.

Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Häufig handelt es sich bei Bluttests um Selbstzahler-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL), die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Vitamin-Bluttests in der Regel nur dann, wenn ein medizinisch begründeter Verdacht vorliegt, etwa:

  1. bei bestimmten Erkrankungen
  2. in der Schwangerschaft
  3. bei auffälligen Symptomen oder bekannten Risikofaktoren

Manche Kassen bieten eine Kostenübernahme im Rahmen von Bonusprogrammen (etwa bei veganer Ernährung) an.

Wie sinnvoll sind Vitamin-Bluttests?

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass in Deutschland die Versorgungslage mit Vitaminen und Mineralstoffen grundsätzlich gut ist und sich in den meisten Fällen durch normale Ernährung decken lässt.

Fachleute raten dazu, Vitamin-Bluttests gezielt und mit Augenmaß einzusetzen. Während einzelne Tests in bestimmten Situationen sinnvoll sein können – etwa Vitamin D in der sonnenarmen Jahreszeit, Vitamin B12 bei veganer Ernährung oder Folsäure in der Schwangerschaft –, gelten umfangreiche Vitamin-Checks ohne konkreten Anlass als kritisch.

Laborbefunde enthalten meist einen Messwert und einen Referenzbereich. Dabei gilt: Referenzwerte können je nach Labor variieren, die konkreten Vitaminwerte können schwanken und stellen nur eine Momentaufnahme dar. Ein Wert außerhalb des Normbereichs bedeutet nicht automatisch einen behandlungsbedürftigen Mangel.

Selbsttests für zu Hause liefern eine erste Orientierung, sind jedoch nicht für eine vollständige Diagnose geeignet. Da die Ergebnisse häufig ohne eine ärztliche Einordnung dargestellt sind, empfehlen Fachleute, auffällige Werte immer in einer Praxis abklären zu lassen.