Immer nur lächeln? Dauerhafter Optimismus am Arbeitsplatz kann negative Folgen haben. Wir zeigen, wie man das Phänomen erkennt und ihm begegnet.
Zwang zum OptimismusWie toxische Positivität am Arbeitsplatz belastet

Das Unterdrücken von negativen Emotionen kann dafür sorgen, dass sie irgendwann unkontrolliert herauskommen oder selbst zu einer Belastung werden.
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Eine angenehme Atmosphäre im Beruf wird gemeinhin als wünschenswert betrachtet. Doch falls Reaktionen stets nur optimistisch sind, kann das tatsächlich zu erhöhtem Frust und Druck führen. Ein Ratschlag wie „Sieh doch mal das Gute daran“, obwohl meist gut gemeint, unterbindet häufig den Ausdruck aufrichtiger Gefühle. Dies erläutert die Speakerin und Autorin Gina Schöler auf der Karriereplattform Xing, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet.
Aus diesem permanenten Druck zur Zuversicht resultiert die Empfindung, stets eine positive Stimmung zeigen zu müssen – ebenjenes Phänomen wird als toxische Positivität bezeichnet. Die Verdrängung negativer Empfindungen birgt allerdings die Gefahr, dass sie sich anstauen und zu einem späteren Zeitpunkt unkontrolliert ausbrechen oder sich zu einer seelischen Bürde entwickeln.
Anzeichen für toxische Positivität im beruflichen Umfeld
Möglicherweise werden Schwierigkeiten im Job schlichtweg nicht zur Sprache gebracht. Laut Schöler werden Fehltritte ignoriert und Probleme übergangen. Das kann ein Indiz dafür sein, dass die Lage beschönigt wird und die offene Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten unterbleibt.
Beschwichtigungen wie „bald wird es ruhiger“ bei übermäßiger Arbeitsbelastung können ebenfalls ein Alarmsignal darstellen. Statt eine tatsächliche Lösung für die Problematik zu erarbeiten, existiert der Druck weiter. In derartigen Situationen ist es nicht förderlich, lediglich eine optimistische Haltung zu bewahren.
Wie man dem Phänomen entgegenwirken kann
Seinen eigenen Empfindungen Platz einzuräumen, heißt nicht, fortan nur noch pessimistisch zu sein. Es geht stattdessen darum, die persönlichen Emotionen gezielt zu registrieren, damit sie sich nicht anstauen. Mit diesen authentischen Gefühlen lässt sich dann auch reagieren, wenn etwa in einer Besprechung nach dem Befinden gefragt wird.
Fühlt man sich überlastet, sollte man dies nach Ansicht von Schöler äußern dürfen, ohne eine Rechtfertigung abgeben zu müssen. Gelegentlich kann eine etwas kritischere Denkweise sogar nützlich sein. Wer eine Herausforderung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und gezielt erwägt, was fehlschlagen könnte, erlangt mehr Deutlichkeit und kann Befürchtungen reduzieren. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro) (red)
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