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Wildtiere im HitzestressExpertin gibt Tipps, wie Sie Igel, Vögel und Co. helfen

3 min
Ein Eichhörnchen blickt von einem Ast herab

Bei Hitze wechseln auch Tiere in den Energiesparmodus. Gut also, wenn wir Menschen sie so wenig wie möglich stressen.

Hohe Temperaturen sind für Wildtiere eine Herausforderung. Mit diesen Tipps helfen Sie Vögeln, Igeln und Co. durch den Sommer.

Die Sommerzeit mit ihren langen Tagen und milden Abendstunden wird gerne im Freien verbracht. Für zahlreiche Wildtiere bedeutet die Wärme jedoch eine erhebliche Herausforderung. Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung erläutert, wie man Vögel, Igel und weitere heimische Arten im Garten sowie in der freien Natur durch unkomplizierte Maßnahmen unterstützen kann.

Schutz und Futterquellen im Garten bereitstellen

An Tagen mit hohen Temperaturen verspüren auch Wildtiere starken Durst. Eine ebenso einfache wie effektive Hilfe sind flache, mit Wasser gefüllte Behälter im Garten oder auf dem Balkon. Damit Vögel und Insekten sicher landen können, sollte ein Stein oder ein Ast in den Behälter gelegt werden. Wasserquellen für Tiere wie Igel, Eichhörnchen und Mäuse müssen hingegen ebenerdig zugänglich sein. Um der Vermehrung von Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien vorzubeugen, muss das Wasser täglich erneuert werden.

Wassetränke für Insekten und Vögel

Eine ebenso einfache wie effektive Hilfe sind flache, mit Wasser gefüllte Behälter im Garten oder auf dem Balkon.

Bei sommerlicher Wärme sind Wildtiere auf der Suche nach schattigen und kühlen Verstecken. Dichtes Buschwerk, Hecken aus Totholz oder Haufen aus Laub und Reisig bieten ihnen Schutz. Ebenso dienen nicht gemähte Bereiche mit hohem Gras, Klee oder Wildkräutern als Orte zur Abkühlung.

In der warmen Jahreszeit sind viele Vogelarten von den Samen der Wildkräuter sowie von Insekten abhängig. Gräser und Stauden sollten sich deshalb möglichst ungestört entwickeln, zur Blüte kommen und Samenstände bilden dürfen. Aus diesem Grund sollten Rasen und Wiesen nur selten und abschnittsweise gemäht werden. Ein ergänzendes Futterangebot für Singvögel lässt sich durch frische Mehlwürmer aus dem Fachhandel schaffen.

Risiken für Wildtiere im Garten minimieren

Um Ertrinkungsunfälle bei Tieren zu verhindern, sollten Regentonnen und Teiche mit Abdeckungen oder Gittern gesichert werden. Ebenso sollten nicht genutzte Schwimmbecken mit einer Plane abgedeckt werden. Sollte ein Tier dennoch ins Wasser geraten, können einfache Kletterhilfen wie stabile Äste oder spezielle Schwimminseln lebensrettend sein, insbesondere für Eichhörnchen.

Während trockener Phasen sollte der Rasen nur noch selten oder gar nicht gemäht werden, da kleinere Wildtiere wie Insekten und Käfer im hohen Gras Schutz vor der Sonne finden. Beim Mähen sollten die Zonen unter Hecken unbedingt unberührt bleiben, da Igel dort oft ihre Tagesschlafplätze einrichten.

Ein Rotkehlchen (Erithacus rubecula) ist an einer Wasserstelle im Wald zu sehen.

Ein Rotkehlchen ist an einer Wasserstelle im Wald zu sehen. (Archivbild)

Auf das Mähen in der Dämmerung und nachts sollte verzichtet werden, da viele Tiere, wie beispielsweise Igel und Kröten, zu dieser Zeit aktiv nach Futter suchen. Zu beachten ist außerdem, dass starke Rückschnitte von Hecken in der Brut- und Setzzeit bis Ende September gesetzlich untersagt sind.

Achtsamkeit in der freien Natur

Personen, die im Wald Erfrischung suchen, sollten die ausgewiesenen Wege nicht verlassen. Die heimische Tierwelt ist durch die Hitze stark belastet und reduziert ihre Aktivitäten auf ein Minimum. Wer querfeldein durch das Unterholz geht, stört die Ruhe von Tieren wie Füchsen, Rehen oder Rothirschen, die dadurch wertvolle Energiereserven verbrauchen. An Seen sollte man sich von den Uferzonen fernhalten, da sich im Schilf häufig Enten, Gänse und weitere Wasservögel in ihren Ruhephasen aufhalten.

Da zahlreiche Wildtiere bei Einbruch der Dämmerung ihre Verstecke verlassen, ist bei Aktivitäten wie einem Grillabend im Park bedachtes Verhalten erforderlich. Abfälle sind ordnungsgemäß zu entsorgen, künstliche Lichtquellen sollten nur sparsam eingesetzt werden und die Korridore und Zufluchtsorte der Tiere müssen erhalten bleiben. Um Störungen der Tierwelt zu vermeiden, sollten Hunde grundsätzlich an der Leine geführt werden. (jag/dpa)