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Aus dem eigenen BeetWarum Sie Herbst-Salate jetzt pflanzen sollten

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Die Vielfalt des Südens: Herbst-Salate wie Radicchio oder Zuckerhut sollte man schon jetzt säen. RND

Die Vielfalt des Südens: Herbst-Salate wie Radicchio oder Zuckerhut sollte man schon jetzt säen. 

Wer die Vielfalt der sogenannten Zichorien-Salate schätzt, kann sich im Herbst an Envidien und Radicchio erfreuen. Was dafür nötig ist? Sonne, humose Erde und ein wenig Platz.

Die Tage sind lang, und der Hochsommer hat noch nicht begonnen. Trotzdem ist ausgerechnet diese Zeit ideal für die Aussaat von Herbst-Salaten wie Radicchio oder Zuckerhut. Wenn Sie selbst säen, können Sie aus einer großen Sortenvielfalt wählen.

Nichts geht über knackigen Salat aus dem eigenen Beet. Wer regelmäßig sät und pflanzt, kann rund ums Jahr frische Blätter und Köpfe ernten. Derzeit kann man den Salaten förmlich beim Wachsen zusehen – und natürlich sind weiterhin Aussaaten der gängigen Schnitt-, Kopf- und Pflücksalate wie „Lollo Rosso“ möglich. Wenn Sie darüber hinaus die Vielfalt der sogenannten Zichorien-Salate nutzen, verlängern Sie die Saison um einige Monate. Die zur Gattung Cichorium gehörenden Sorten bringen farbliche und geschmackliche Abwechslung in die Salatschüssel.

Italien bietet große Vielfalt

In Italien werden Zichorien-Salate „Cicoria“ genannt, in einer großen Vielfalt angeboten und je nach Rezept auch in der Pfanne oder im Backofen zubereitet. Hierzulande bekannt ist vor allem der je nach Sorte leicht bitter schmeckende Endiviensalat. Darüber hinaus erfreut sich der Radicchio steigender Beliebtheit. Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war der Zuckerhut, der mittlerweile wieder häufiger angeboten wird. Diese drei Klassiker können Sie im Hochsommer auf Wochenmärkten und im Gartencenter als Setzlinge kaufen und damit im Juli Lücken im Gemüsebeet schließen.

Ungewöhnliche Sorten sind bislang nur selten zu bekommen. So wie der ebenfalls zur Gattung Cichorium zählende Puntarelle-Salat, der im Deutschen auch Vulkanspargel genannt wird und im Inneren seiner Blattrosette knackige Knospen versteckt. Wer in den Genuss dieser Spezialität kommen möchte, sät Puntarelle am besten selbst. Gleiches gilt für den sogenannten Orchideen-Salat, eine helle und purpurfarben gefleckte Variante des Radicchios, die „Variegata di Castelfranco“ heißt. Etwas dunkler und ebenfalls gefleckt ist die Sorte „Variegata die Chioggia“. Länglich statt rund sind hingegen die Köpfe der Radicchio-Sorte „Rossa di Treviso Precoce“.

Die Ansprüche an Standort und Pflege sind bei den ausgefallenen Sorten ähnlich wie beim Endiviensalat – bevorzugt wird ein sonniger bis halbschattiger Platz mit durchlässigem, humosem und aufgelockertem Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung vor allem in der Wachstumsphase. Wird rechtzeitig gesät, ist der Anbau daher auch in Mitteleuropa möglich.

Keimfähigkeit der Samen prüfen

Wenn Sie diese oder andere ungewöhnlichen Sorten der Zichorien-Salate säen möchten, werden Sie im gut sortierten Fachhandel oder bei Saatgutversendern fündig. Wie Endivien, Zuckerhut und der bekannte runde, rote Radicchio werden sie meist im Juni gesät. Oft wird empfohlen, Zichorien-Salate erst ab Mitte des Monats auszusäen. So lange müssen Sie aber nicht warten. Wer schon bis Anfang Juni einen ersten Satz säet, sollte aber die Keimfähigkeit der Samen überprüfen.

Auf den Punkt

Ein sonniges Beet mit feinkrümeliger, humoser Erde bietet beste Voraussetzungen für die Zichorien-Salate. Falls bei Ihnen dort noch Erbsen, Kohlrabi und andere im Frühjahr gezogene Gemüse wachsen, können Sie die Salate auch in Multitopfplatten oder Saatschalen säen und nach der Ernte der ersten Gemüse auf die frei gewordenen Flächen setzen. Werden die Wurzeln nicht beschädigt, wachsen die meisten Salate erfahrungsgemäß trotz Verpflanzen gut an. Lassen Sie rund 30 Zentimeter Abstand zwischen den Setzlingen.

Den Platz zwischen den Jungpflanzen können Sie mit schnell wachsenden Sommerradieschen wie der Sorte „Parat“ nutzen. Da die Setzlinge im oft heißen Juli gepflanzt werden, sollten Sie dafür einen möglichst bewölkten Tag wählen und in den ersten Wochen sorgfältig gießen.

Ernten oder blühen lassen

Bis zum ersten Frost sind Endivien, Radicchio und Zuckerhut herangewachsen und können nach Bedarf geerntet werden. Leichte Minusgrade bis 5 Grad Celsius überstehen sie in der Regel gut, allerdings sollten die Blätter beim Ernten wieder aufgetaut sein. Mit einem leichten Schutz aus Vlies lässt sich die Ernte noch ein wenig hinauszögern.

Im Freiland muss das Beet meist geräumt werden, wenn die Temperatur dauerhaft unter minus 5 Grad sinkt. Damit Sie nicht alle Salate auf einmal essen müssen, graben Sie die Pflanzen samt Wurzel aus, entfernen die äußeren Blätter, packen sie in Zeitungspapier ein und lagern sie in einer Kiste: frostfrei und möglichst kühl – zum Beispiel in einem Schuppen. So verpackt sind die Salate wochenlang haltbar.

Zeigt sich der Winter mild, stehen die Chancen gut, dass einige im Beet übrig gebliebene Exemplare die kalte Jahreszeit überstehen und im kommenden Sommer aufblühen. Die himmelblauen Blüten verraten die enge Verwandtschaft dieser Salate mit einer heimischen Wildpflanze – der Wegwarte, die ebenfalls zur Gattung Cichorium gehört.

Wenn Sie die Samen ausreifen lassen, gewinnen Sie nicht nur Saatgut, sondern vielleicht auch neue Salatsorten. Denn die Vertreter dieser Gattung kreuzen sich leicht untereinander. Unabhängig davon, ob Sie die Samen ernten oder nicht: Die Blüten der Zichorien-Salate werden von Wildbienen und vielen anderen Insekten angeflogen und sehen so hübsch aus, dass diese Blattgemüse auch als Zierpflanzen durchgehen könnten.