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Hitze-Falle im AutoUnfallrisiko steigt wie bei 0,5 Promille – das hilft

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Eine Frau aktiviert die Klimaanlage in einem Auto

Klimaanlage: Ja. Arktis-Modus: lieber nicht. Als angenehm gelten 22 bis 25 Grad – zu kalt kann zu Kreislaufproblemen und Erkältung führen.

Hitze im Auto ist so gefährlich wie 0,5 Promille. Mit den richtigen Tipps von ADAC und GTÜ bewahren Sie einen kühlen Kopf.

Nach einem ausgedehnten, strengen Winter, in dem die Heizung bis in den Monat Mai lief, wird es nun an einigen Orten sehr warm. Dieser abrupte Temperaturanstieg im Frühjahr bringt jedoch nicht nur Freude. Insbesondere in Fahrzeugen können die Bedingungen bei dieser Hitze rasch unangenehm werden. Empfehlungen, wie man dennoch einen kühlen Kopf bewahrt, kommen vom ADAC und der Prüfgesellschaft GTÜ.

Schon eine Innenraumtemperatur von 27 Grad kann für Fahrer schnell zu einer Anstrengung werden. Die Herzfrequenz erhöht sich, während das Konzentrationsvermögen und die Reaktionsfähigkeit nachlassen. Wenn die Temperatur von 25 auf 35 Grad ansteigt, erhöht sich die Unfallgefahr laut ADAC um 20 Prozent. Der Effekt der starken Hitze ist den Informationen zufolge mit einer Autofahrt unter 0,5 Promille Alkoholeinfluss gleichzusetzen.

Es bedarf keines Hochsommers, damit sich ein Auto stark erwärmt. Eine Untersuchung des ADAC belegt, dass sich der Innenraum eines Fahrzeugs bei Außentemperaturen von weniger als 30 Grad binnen eineinhalb Stunden auf beinahe 60 Grad erhitzen kann.

Um aufgestaute Wärme sehr zügig aus dem Fahrzeug zu entfernen, hilft es laut GTÜ, sämtliche Türen, die Heckklappe sowie ein eventuell vorhandenes Schiebedach zu öffnen. Dies erzeugt einen Luftzug, der bereits nach kurzer Dauer für ein behaglicheres Klima im Wageninneren sorgen sollte.

Klimaanlage richtig nutzen und den Kreislauf schonen

Viele zeitgemäße Fahrzeuge verfügen standardmäßig über eine Klimaanlage. Ein abrupter Wechsel von extremer Hitze zu eisigen Temperaturen ist jedoch nicht ratsam, da dies den Kreislauf belasten und Erkältungskrankheiten verursachen kann. Deshalb sollte die Kühlung nicht auf eine zu niedrige Stufe gestellt werden. Als angenehm wird ein Temperaturbereich von etwa 22 bis 25 Grad empfunden.

Die GTÜ empfiehlt bei signifikant höheren Außentemperaturen, die Klimaanlage auf einen wärmeren Wert zu justieren, um einen „Temperaturschock“ beim Verlassen des Fahrzeugs zu umgehen. Eine Differenz von fünf bis sieben Grad zur Umgebungstemperatur hat sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen.

Wirkungsvoll ist es hingegen, das System unmittelbar nach dem Motorstart für einen kurzen Moment auf die höchste Kühlstufe zu schalten und gleichzeitig den Umluftmodus zu aktivieren. Auf diese Weise wird zuerst die vorhandene Innenraumluft abgekühlt, bevor zusätzliche warme Luft von außen angesaugt wird.

Anschließend sollte die Temperatur jedoch nicht zu tief gewählt und der Luftauslass nicht unmittelbar auf den Körper oder ins Gesicht gerichtet werden. Laut ADAC begünstigt dies Verspannungen der Muskulatur und Erkältungskrankheiten. Eine gleichmäßige Verteilung des Luftstroms im Fahrzeuginneren ist vorzuziehen.

So verlangsamt sich die Erwärmung Ihres Autos

Wer sein Fahrzeug bei hohen Außentemperaturen abstellt, sollte einen möglichst kühlen, also schattigen, Parkplatz wählen.

Die Sonne spiegelt sich in den Frontscheiben von Autos

Parkplatz-Regel für heiße Tage: Möglichst schattig abstellen – und prüfen, ob der Schatten auch noch da ist, wenn Sie zurückkommen.

Es ist zu beachten, dass die Position der Sonne sich im Tagesverlauf ändert. Zusätzlich sind im Fachhandel diverse Produkte erhältlich, welche die Erwärmung des Fahrzeuginneren verringern können. Dazu zählen zum Beispiel Tönungsfolien zur nachträglichen Anbringung, Planen zur Abdeckung aller Fenster („Halbgarage“) oder spiegelnde Schutzfolien für die Außenseite. Schon einfache weiße Tücher auf dem Armaturenbrett können die Temperatur um einige Grad senken.

- Die Halbgarage ist nach Angaben des ADAC am wirkungsvollsten. In einem praktischen Versuch erwärmte sich das Wageninnere damit um etwa zehn Grad weniger im Vergleich zu einem ungeschützten Fahrzeug.

- Eine auf die äußere Windschutzscheibe gelegte Sonnenschutzfolie stellte sich als die zweitbeste Lösung heraus. Sie unterbindet die Erhitzung von Sitzpolstern und Armaturenbrett – bei der Untersuchung blieb es im Fahrzeug acht Grad kühler als ohne diesen Schutz.

Insbesondere Oberflächen können sich extrem erhitzen, teilweise auf mehr als 70 Grad. Aus diesem Grund sollten speziell das Armaturenbrett und das Lenkrad immer bedeckt werden. Jedes im Versuch verwendete Zubehörteil senkte die Oberflächentemperatur „effektiv“. Als Übergangslösung kann auch ein lichtes Tuch über Lenkrad, Kindersitz oder glatten Sitzflächen für niedrigere Temperaturen auf den Oberflächen sorgen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.