Kein „Sehr gut“ für Olivenöl: Stiftung Warentest bewertet alle getesteten Produkte höchstens mit „Gut“, unabhängig vom Preis.
Stiftung WarentestAchtmal „mangelhaft“ und kaum Topnoten bei Olivenöl-Test

Vier Olivenöle schaffen gute Noten und landen auf den ersten Plätzen der Stiftung Warentest.
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Stiftung Warentest hat erneut Olivenöl unter die Lupe genommen – mit teils ernüchternden Ergebnissen. Ranzig, stichig, schlammig, modrig oder weinartig: Solche Begriffe fallen im aktuellen Test nicht selten. Fünf Produkte überzeugen geschmacklich so wenig, dass sie mit „mangelhaft“ durchfallen. Drei weitere scheitern im Labor an Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen (MOAH, MOSH) oder Weichmachern. Insgesamt fallen damit 8 von 25 getesteten Olivenölen in der Februar-Ausgabe des Magazins durch.
Auch beim Großteil der übrigen Produkte können die Tester nicht jubeln: 13 Olivenöle gelten als mittelmäßig. Nur vier erhalten das Qualitätsurteil „gut“. Das Fazit der Stiftung Warentest fällt entsprechend nüchtern aus: „Gutes Olivenöl ist rar geworden.“
Diese vier Olivenöle sind empfehlenswert:
Platz 1 teilen sich die Testsieger:
- Cillo Mono Natives Olivenöl extra Coratina für 54 Euro pro Liter und
- Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra für 13,98 pro Liter.
Ebenfalls mit „gut“ bewertet:
- Mitos Griechisches biologisches natives Olivenöl extra Bio für 17,98 Euro pro Liter
- Bertolli Originale Natives Olivenöl extra für 13,52 Euro pro Liter.
Allen vier Produkten werden durchweg positive Eigenschaften attestiert: mittelfruchtig, grün, deutlich bitter oder mittelbitter sowie mittelscharf - dazu ein gut ausgewogener Geschmack sowie Gerüche nach grüner Mandel, Apfel oder Bittermandel.
Hingegen sind zwei Olivenöle von Aldi, sowohl die Bio-Eigenmarke (ehemals Gut Bio) und die Eigenmarke Bellasan, in diesem Jahr mit der Note 5 bewertet worden. Das liegt an einem „stichig-schlammig und ranzigen“ Geschmack. Eines der beiden Öle ist zudem „modrig“.
Stiftung Warenteste schaut jetzt auch auf Weichmacher
Neu aufgenommen in die Schadstoffprüfung hat die Stiftung Warentest diesmal Chlorparaffine. Diese fettlöslichen Stoffe werden als Weichmacher eingesetzt, und sie sind langlebig und schwer abbaubar, wie Testleiter Jochen Wettach erklärt. Sie könnten sich in der Umwelt und im Körper anreichern. Geringe Gehalte davon seien in drei Olivenölen nachgewiesen worden.
Aber es gibt auch noch eine gute Nachricht. Die Gehalte von Polyphenolen sei wieder etwas angestiegen gegenüber den zwei vorherigen Tests. Übersetzt: Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen, jedenfalls wenn in jedem Kilo Öl 250 mg davon enthalten sind - und das schafften alle 25 Öle. Diese Polyphenole sind der Grund, warum Olivenöl überhaupt als gesund gilt. Gut zwei Esslöffel Olivenöl pro Tag eingenommen, reichten für positive Effekte aus, so die Tester.
Die teils deutlichen Unterschiede zu den Ergebnissen des Vorjahres lassen sich erklären: Die stark nachgefragten Eigenmarken großer Supermärkte und Discounter sind seit Jahren fester Bestandteil der Tests. Dabei zeigt sich immer wieder, dass ihre Qualität erheblich schwanken kann. Ein aktuelles Beispiel ist – neben den beiden Aldi-Produkten, die im vergangenen Jahr noch gut abschnitten – das Olivenöl von Alnatura. Vor fünf Jahren fiel es wegen sensorischer Mängel noch mit „mangelhaft“ durch, in diesem Jahr zählt es dagegen zu den Testsiegern.
Ein möglicher Grund für diese Schwankungen ist der häufige Wechsel der Lieferanten, der vor allem durch Preisdruck begünstigt wird. Neue Anbieter erfüllen dabei nicht immer durchgehend die strengen Vorgaben des Handels oder die hohen Qualitätsanforderungen des deutschen Marktes.
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