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Erftbaskets im UnwetterBasketballer räumten Fahrbahn frei

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Wie hier in Düsseldorf kam es in ganz Nordrhein-Westfalen zu Behinderungen im Straßenverkehr.

Bad Münstereifel – Diesen Pfingstmontag wird Frank Beier so schnell nicht wieder vergessen. Der Manager der Erftbaskets Bad Münstereifel-Euskirchen war mit der 1. Herrenmannschaft auf Tour in Zandvoort in Holland gewesen, wo man unter anderem Beiers Geburtstag feucht-fröhlich gefeiert hatte. Die Rückfahrt sollte jedoch zu einem richtigen Abenteuer werden, denn einer der drei Pkw, mit denen die Basketballer unterwegs waren, geriet im Rhein-Erft-Kreis in das schwere Unwetter, das im gesamten Rheinland für erhebliche Schäden sorgen sollte.

Etwa drei Kilometer vor dem Rastplatz Bedburger Land ging es auf der A 61 für Beier und Co. plötzlich nicht mehr richtig voran. Stop-and-Go-Verkehr war angesagt. „Schließlich sahen wir auch, warum: Die ganze Autobahn war mit Bäumen übersät, die der Sturm abgebrochen und auf die Fahrbahn geblasen hatte“, schilderte Beier die Ausgangssituation. Es hätte vermutlich Stunden gedauert, ehe die Feuerwehr das Bruchholz aus dem Weg geräumt hätte.

Die vier Münstereifeler Basketballer standen mit ihrem Wagen und drei weiteren Fahrzeugen in der ersten Reihe, als plötzlich ein paar Männer aus Polen aus dem Auto stiegen und damit begannen, die umgestürzten Bäume mit eigener Muskelkraft von der Straße zu ziehen. Die Basketballer ließen sich natürlich nicht lange bitten und packten ebenso wie weitere Autofahrer mit an. „Ich schätze mal, dass etwa 15 bis 20 Leute spontan im Einsatz waren“, so Beier.

Ganz ungefährlich war die Aktion nicht, denn die ganze Zeit über blitzte es. Die unfreiwillige internationale Eingreiftruppe schaffte es innerhalb von zwei Stunden, die A 61 auf einer Strecke von einem Kilometer von Bäumen frei zu räumen. Danach rollte der Verkehr wieder – wenn auch sehr langsam, weil man abgetrennte Baumkronen und kleinere Äste im Schritttempo umkurven musste.

Etliche Autos zerbeult

Um sich die schmutzigen und zerschrammten Hände zu waschen und zu tanken, machten die vier Basketballer am Rastplatz Halt. „Dort standen etliche Wagen, die Beulen und zerbrochene Front- oder Heckscheiben hatten“, berichtete Frank Beier, der sich bei der Aktion im Regen eine leichte Grippe holte.

„Hauptsache ist, dass keiner zu Tode gekommen ist“, fügte er hinzu. Zeitweilig habe er sich wie im Katastrophenfilm „Twister“ gefühlt.