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Funkkurs im Honerather KulturhofEin Gruß von der Wiese

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Sina Werner könnte mit zehn Jahren jüngste Amateurfunkerin Deutschlands werden. Sie muss nur noch die Lizenzprüfung ablegen.

Bad Münstereifel-Honerath – "Allgemeiner Anruf von Delta Nordpol Vier Uniform Echo." Elf Kinder durften diesen Satz in die große weite Welt hinausrufen.

Walter Gengel, Mitglied des Ortsverbands Gemünd G22 im Deutschen Amateur-Radio-Club, hatte Kontakt zu Elke Andersen vom Kinderschutzbund Bad Münstereifel aufgenommen und angeboten, interessierte Kinder in die Grundlagen des Amateurfunks einzuführen. Unterstützt wurde Gengel von Ortsverbandschef Karl-Josef Mauel, Marcus Werner, Lehrer an der Marienschule Euskirchen, und dessen Tochter Sina.

Nicht nur Theorie

Der Kursus fand am passenden Ort statt: im gestrandeten Raumschiff des Kunsthofs Greven in Honerath. "Wir wollen das Raumschiff in Gang setzen", so Gengel. Nachdem die Kinder sich den Kunsthof in aller Ruhe angeschaut hatten, ging es ins Innere des Ufos, wo Gengel und Werner den Kindern zwischen neun und 14 Jahren erklärten, wie Funken funktioniert.

Begriffe wie Digital- und Analogfunk, Zwei-Meter- und Vier-Meter-Band, UKW, Kurzwelle und Mittelwelle sowie Frequenz- und Amplitudenmodulation waren zunächst nur bloße Theorie.

Greifbar wurden sie in der Praxis, denn die Kinder durften selbst ans Funkgerät.

Da auf den "Allgemeinen Anruf" niemand reagierte, wurde Plan B eingesetzt: Die Kinder nahmen Kontakt zu Karl-Josef Mauel auf, der auf einer Bank auf der Wiese des Kulturhofes saß.

Und so sendete er ein "Ich grüße dich von der Wiese" an jedes Kind, gefolgt von einem "55-73". Das bedeutet in der Funkersprache nichts anderes als "Viel Erfolg und schöne Grüße".

Eine weitere Abkürzung ist "QSO", was "Gespräch" bedeutet. Und dass jedes Kind als "Old Man" bezeichnet wurde, war auch nicht despektierlich gemeint.

"Old Man" wird im Funkverkehr jeder genannt, egal, ob er 14 Jahre alt oder wirklich ein alter Mann ist.