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Ludwig SchmahlQuartett in Blankenheim erworben

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Professor Ludwig Schmahl besitzt vier Häuser im historischen Ortskern von Blankenheim.

Blankenheim – Der malerische Ortskern von Blankenheim lockte schon immer interessante Menschen aus ganz Deutschland an, die sich in der Nähe der Ahrquelle zur Ruhe setzen wollen. Der 70-jährige Prof. Dr. Ludwig Schmahl ist einer von ihnen.

Doch im Gegensatz zu anderen hat er sich nicht ein historisches Gebäude gekauft, sondern nach und nach ein ganzes Quartett. Alle vier Häuser liegen im Bereich rund um den ehemaligen Marktplatz „An dr Pomp“. Sein Anliegen ist es, dieses Areal lebendig zu gestalten.

Semesterferien in Blankenheim

„Ich werde in Zukunft mehr Zeit in Blankenheim verbringen“, berichtete Schmahl. Denn der Jurist, der unter anderem Professor an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Köln war, lehrt zurzeit noch an der Staatlichen Verwaltungsfachhochschule Witelon im polnischen Legnica.

Bislang hielt er sich daher nur in den Semesterferien in Blankenheim auf. Nun will Schmahl nur noch für sechs Wochen im Semester nach Polen fahren.

„Auf Blankenheim aufmerksam wurde ich durch meine Kusine Elisabeth Dietz, die hier früher als Lehrerin arbeitete“, erzählte der Vater dreier Töchter. Der Verwaltungsfachmann hatte früher ein großes Haus bei Trier, wo er unter anderem Familienmöbel aus sieben Generationen aufgestellt hatte.

Nach und nach verschlug es ihn dann an die Oberahr. Vor rund fünf Jahren erwarb er das erste Haus an der Ahrstraße, Baujahr 1674 steht auf der Fassade.

Zuletzt war in diesem Gebäude eine Zahnarztpraxis, deshalb gibt es dort zum Beispiel kein Bad. „Das Haus war total heruntergekommen, alle Leitungen herausgerissen“, erinnert sich Schmahl. Nun dient dieses Gebäude quasi als Familienmuseum.

Häuschen als Malstudio in Gebrauch

Das zweite Haus, das der studierte Theologe und Diakon erwarb, liegt etwas weiter unten an der Ahrstraße. „Ich benutze das kleine Häuschen als Malstudio, außerdem habe ich dort mehr als 3000 Bücher untergebracht.“ Nummer drei, direkt „An dr Pomp“ gelegen, kam wenig später dazu und ist wesentlich großzügiger.

Schmahl: „Das war früher das Gerichtsgebäude.“ Heute dient es ihm als Festhaus. Das vierte Haus, direkt um die Ecke am Hirtentor gelegen, erstand er bei einer Versteigerung. Dieses Gebäude soll das eigentliche Wohnhaus werden. „Eine Heizung ist schon drin, Internet kommt bald.“

Natürlich bewohnt Schmahl nicht vier Häuser ganz allein, sondern hat Teile vermietet. Im Erdgeschoss eines Hauses praktiziert an einem Tag pro Woche ein Orthopäde aus Köln. Der Hof wird als Biergarten genutzt.

Und in dem Schaufenster des Malhauses können Fußgänger nicht nur Heiligenbilder bewundern, die Schmahl gemalt hat, sondern auch Werke anderer Künstler. „Meine Mieter zahlen nur sehr wenig Miete, aber lieber wenig als gar nichts“, beschreibt er seine Grundsätze. Ihm gehe es darum, diesen Bereich der Ahrstraße mit Leben zu füllen.

„Alle meine Besucher sagen, dass Blankenheim ein sehr schöner Ort ist“, berichtete der Jurist, der unter anderem als Diözesanrichter am Kirchengericht des Erzbistums Köln tätig ist. Um das historische Erscheinungsbild zu erhalten, müsse unbedingt eine Gestaltungssatzung erlassen werden, so seine Forderung.

Um den Ort weiter zu beleben, hat er folgende Vorstellungen: „Man muss in Richtung Kultur gehen, zum Beispiel auf Antiquitäten und Bilder setzen.“ Seine Ideen brachte Schmahl schon beim Blankenheim-Forum ein, das aus dem Leitbildprozess entstand. Auch auf den Zuschauerbänken des Gemeinderates konnte man Schmahl beobachten, so bei der jüngsten Freibad-Debatte. „Ich bin ein Fan des Schwimmbades, es muss unbedingt erhalten bleiben.“

Von der Untersuchung über die Ahrstraße, deren Ergebnisse jüngst im Rathaus präsentiert wurden, hält der Professor rein gar nichts. Sein Urteil: „Diese Untersuchung war vollkommen oberflächlich.“ So kann er zum Beispiel die Kritik am Zugang von der Ahrstraße zur Ahrquelle nicht nachvollziehen. „Wir können hier doch keine Häuser abreißen“, meint der Klavierspieler und Hobby-Lyriker.

Und die Nahversorgung im Ortskern sei sehr gut: „Man kann hier alles einkaufen – Brot und Fleisch, Obst und Gemüse.“

Demzufolge gibt es für Schmahl keinen besseren Ort auf der Welt: „Hier leben so tolle Leute, dann diese atemberaubende Geschichte, und mit der Bahn ist man im Nu in den umliegenden Großstädten.“