Ende der UmbaumaßnahmenDie Gemeinde Dahlem feiert am Wochenende ihre neuen Zentren

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Der Spielplatz gehört zur Ausstattung des neuen Dorfplatzes vor dem Vereinshaus in Dahlem.

Der Spielplatz gehört zur Ausstattung des neuen Dorfplatzes vor dem Vereinshaus in Dahlem.

Die Dorfplätze in Dahlem und Schmidtheim wurden überarbeitet. Nun steht die Einweihung in Dahlem bevor. Es gibt ein buntes Programm.

Gut 1,6 Millionen Euro sind der Gemeinde Dahlem die Neugestaltung des Dorfplatzes in Schmidtheim sowie die Sanierung des Vereinshauses in Dahlem und die Platzgestaltung vor dem Haus wert. Das Ende der Umbaumaßnahmen in Dahlem wird an diesem Wochenende gefeiert.

Fürs Foto zwängt sich Dahlems Ortsbürgermeisterin Marita Schramm in den kleinen Turm des nagelneuen Spielplatzes am Rand des Dorfplatzes. Doch sie ist zu groß. Und Bürgermeister Jan Lembach weist direkt mal freundlich darauf hin, dass der nur für Kinder bis zu drei Jahren zugelassen ist. Für diese Kinder in Dahlem ist der neue Spielplatz entstanden.

1,2 Millionen Euro für Dahlems neue „gute Stube“

Lembach, Schramm und Altbürgermeister Reinhold Müller, der auch Vorsitzender des Fördervereins Dorfentwicklung Dahlem ist, sind aber nicht nur deswegen hier. Der Spielplatz ist ein Teil einer rund 1,2 Millionen Euro teuren Investition der Gemeinde in Dahlems neue „gute Stube“. Die Arbeiten sind gerade beendet – nur der neue Dorfbrunnen ist noch nicht fertig.

Es sind die beiden Männer mit dem Kugelbrunnen zu sehen.

Den Kugelbrunnen für Schmidtheim hat Hans-Josef Bohnen (l.), hier mit Jan Lembach, ausgesucht.

Da, wo vorher Hecken und Betoneinfassungen einen Platz nur erahnen ließen, ist im wahrsten Sinne leergeräumt und neu gepflastert worden. Endlich, so Schramm, könne hier nun der Wochenmarkt stattfinden, der bis dato auf einen kleinen Parkplatz nebenan ausweichen musste. Es ist auch Platz für die Kirmes und anderes mehr.

Ehrenamtliche Arbeit

Begonnen hatten die Arbeiten 2017, als der Gemeinderat der am Ende rund 550.000 Euro teuren Sanierung des Vereinshauses zustimmte. 70 Prozent der Kosten wurden aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes übernommen.

Das Vereinshaus ist seitdem nicht mehr wiederzuerkennen – auch dank bestimmt 1000 Stunden Arbeit, die der Förderverein ehrenamtlich geleistet hat, so Müller: So habe die Gemeinde „bestimmt weitere 100.000 Euro gespart“. Der neue, barrierefreie Seiteneingang ist Teil der Dorfplatzerneuerung wie auch die Neuasphaltierung der Bahnstraße zwischen Bank und Vereinshaus.

Zu viele Bäume gefällt 

Nur „ein halbes Jahr“, so Lembach, dauerten die Arbeiten am eigentlichen Dorfplatz. Man habe da aber im „Eifer des Gefechts“ zu viele Bäume gefällt, kritisierte Gemeinderat Ulrich Böttger (Grüne), den auch der Umfang der Versiegelung der Platzfläche stört. Tatsächlich sei nur ein Baum weniger, als zuvor dort standen, neu gepflanzt worden, kontert Schramm.

Über das neue Angebot in Dahlem freuen sich Marita Schramm und Reinhold Müller.

Über das neue Angebot in Dahlem freuen sich Marita Schramm und Reinhold Müller.

Dazu kommen an die 100 Meter neuer Hecken: „Ein Drittel mehr, als vorher hier standen“, so Lembach. Versiegelt ist die Fläche zwar dennoch, weil sie Nutzungszwecke hat. Aber sie hat ein „Innenleben“. Ein Abflussschacht für den Bierpavillon wurde verlegt, es stehen Versorgungssäulen für Kirmes- und Marktbeschicker.

Hilfe der Bonner Studenten

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind Ladesäulen für E-Bikes und E-Autos zu finden, daneben Wanderkarten und der erste Bücherschrank der Gemeinde Dahlem. Schon 2015/16 begannen die Planungen für den Dorfplatz in Schmidtheim, der im September 2019 eingeweiht wurde und am Ende rund 390.000 Euro kostete.

Die Hälfte der Kosten wurde auch hier aus Mitteln der Städtebauförderung übernommen. Schmidtheim hat seitdem die „Lembach-Treppen“, deren Idee sich an vergleichbare Anlagen etwa in Köln am Rheinufer anlehne, so Lembach nicht ganz ohne Selbstironie. Was Großstädten recht ist, ist eben auch einer der kleinsten Gemeinden billig. „Wir haben damals mit Studenten der Universität Bonn die Alternativen am PC simuliert“, erinnert sich Lembach.

Köln als Vorbild

Letztendlich wurden verwitterungsfeste Betonstufen verbaut, dazwischen zur Auflockerung auch eine Hangeinfassung mit einer Natursteinmauer. „Die Treppe hat sich bewährt, sie wird gerne als Sitzmöglichkeit im Sommer genutzt“, so Lembach. Wie in Dahlem später wurde auch in Schmidtheim darauf Wert gelegt, dass der neue Platz die nötige Infrastruktur hat.

„Der Schacht für den Dorfmaibaum ist sicher der einzige, der statisch berechnet worden ist“, so Ortsbürgermeister Hans-Josef Bohnen mit Blick auf das aktuelle Riesenexemplar, dessen bunte Fendel hoch über dem Dorfplatz im Wind flattern. Wie in Dahlem stehen in Schmidtheim E-Ladesäulen und Wanderübersichtskarten bereit. Drei bunt blühende Blumenbeete und vier bepflanzte Kästen strahlen in der Sonne.

Patenschaft fürs Grün

Ilona Brandt und Christiane Theissen haben die Patenschaft fürs Grün übernommen, Herbert Wieser ist der Mann für die Wartung des „Bohnen-Brunnens“. „Das Modell habe ich im Internet gesehen, als ich einen neuen Brunnen für den Dorfplatz gesucht habe“, so Bohnen. Die „Kugel“ habe ihm am besten gefallen.

Mit einer Pumpe wird ein Überlauf auf dem runden Hamstadt-Granit erzeugt, das Wasser wird aufgefangen und wieder eingespeist. Rund 7500 Euro war der Gemeinde das Wasser-Kunstwerk wert, das im Sommer von Klein wie Groß genutzt wird. Auch Sitzgruppen – gefertigt von Schmidtheimern in Eigenregie – strukturieren den lebendig wirkenden Platz.

Mini-Viertel im Ortskern

Für die Filiale eines Bäckers wurde eine Zufahrt gebaut, vor dem Gebäude sind unterhalb der Fläche für die Außengastronomie Parkplätze entstanden. Zusammen mit der umgebenden Gastronomie – das Eifeler Musikcafé, eine Pizzeria, unweit ein Hotel mit Restaurant – ist so ein Mini-Viertel im Ortskern entstanden, wo Einkaufen, Verweilen, Speis und Trank zusammengehören.

Und mitten drin ein Platz zum Feiern. Da fehle aber doch noch was, sagt Bohnen und schaut in die Richtung der Straßenlampen. Um die Masten herum kann er sich Blumenkästen vorstellen, wie sie auch andernorts zu sehen sind. Er habe da einige Schmidtheimer, mit denen er zwecks Herstellung im Gespräch sei.


Einweihung in Dahlem

Vor dem Vereinshaus in Dahlem wird die Fertigstellung des Dorfplatzes gefeiert. Im Vereinshaus sind jeweils von 10 bis 18 Uhr Arbeiten von 40 Hobbykünstlern zu sehen.

Am Samstag, 20. Mai, gibt es mehrere Workshops für Jung und Alt, etwa zwischen 15.30 und 16.30 Uhr das Ausprobieren von Instrumenten des Musikvereins Dahlem. Um 16.30 und 17 Uhr finden Autorenlesungen mit Heike Klinkhammer und Roswitha Hammer statt.

Am Sonntag, 21. Mai, findet nach der Messe um 11 Uhr die Segnung und feierliche Eröffnung des neuen Dorfplatzes statt. Um 12 Uhr beginnt ein musikalischer Frühschoppen. Ganztägig gibt es Speisen und Getränke, nachmittags ein großes Kinderprogramm. (sli)

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