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DatenschatzHistorische Entwicklung Naturschutzgebiet Euskirchen dargestellt

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„Schöne Bescherung“: Wolfgang Schumacher (2.v.r.) und Rolf Höveler (r.) übergaben den Datenschatz an Achim Blindert (M.), Verena Kochs (2.v.l.) und Rebekka Vogel (l.).

Kreis Euskirchen – Es ist ein wahrer Datenschatz, den Prof. Dr. Wolfgang Schumacher jüngst der Kreisverwaltung überreicht hat: rund 5000 Dias und Bilder, die den historischen Zustand und die Entwicklung der Naturschutzgebiete im Kreis Euskirchen bis in die 1970er-Jahre zurück dokumentieren.

Aufgrund der riesigen Menge an Dias wurden nur die schönsten Aufnahmen in mühevoller Arbeit digitalisiert. Zwischenzeitlich liegen aber viele digitale Fotos vor, darunter Landschaftsaufnahmen, Pflanzen- und Tierporträts sowie Fotos von Infotafeln, die über die Schutzgebiete Auskunft geben.

Spende: Zahlreiche Karten und Luftbilder

Wolfgang Schumacher und sein Assistent Rolf Höveler überreichten das Foto-Archiv der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Euskirchen. Achim Blindert, der Allgemeine Vertreter von Landrat Ramers, freute sich über diesen Foto-Schatz, den er gemeinsam mit Frank Fritze (Abteilungsleiter Umwelt und Planung) sowie Verena Kochs und Rebekka Vogel von der UNB entgegennahm.

Neben den Bildern gehören zahlreiche Karten und Luftbilder zu der Spende. Das älteste Luftbild stammt aus dem Jahre 1907 und zeigt den Halsberg in Bad Münstereifel. Viele weitere Luftbilder wurden von Schumacher höchstpersönlich aus dem Flugzeug aufgenommen. Schumacher hatte sich nicht nur als Vorsitzender des Landschaftsbeirates (1976 bis 1994), sondern auch als langjähriges Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung für die Naturschutzgebiete im Kreis Euskirchen starkgemacht.

Naturschutzmaßnahmen: Rückepferde und Schafherden im Einsatz

Die NRW-Stiftung brachte so manche Fläche in ihren Besitz und kümmerte sich um die Pflege und Entwicklung, so dass mit entsprechenden Naturschutzmaßnahmen seltene Pflanzen erhalten werden konnten. Bei diesen Naturschutzmaßnahmen kamen unter anderem Rückepferde und Schafherden zum Einsatz und stellten zugewachsene Flächen wieder frei.

Auch durch die Etablierung des Vertragsnaturschutzes, der ebenfalls durch Schumacher geprägt wurde, konnten zahlreiche Kalkmagerrasen und andere Biotope mit seltenen Arten wiederhergestellt und entwickelt werden. Mit der Übergabe dieser wertvollen Daten hat die UNB aber auch einen klaren Auftrag erhalten: So sollen die Daten durch weitere Fotos ergänzt und aktualisiert werden. Insbesondere die Tierdaten weisen noch Lücken auf. Denn wer den Naturwissenschaftler kennt, weiß, dass er ein ausgesprochener Pflanzenexperte ist, der im Kreis nahezu jedes Pflänzchen kennt.

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Neben der UNB werden auch die Biologische Station und die Kommunen ihre jeweilige Naturschutzgebietsdokumentation erhalten und an die Entwicklung der Schutzgebiete erinnert werden. Als Anerkennung und Dankeschön überreichte Achim Blindert stellvertretend für die UNB Wolfgang Schumacher einen Nistkasten, der in seinem privaten Garten einen Platz finden soll. (eb)