Berlin, Mallorca, Rursee: Student Yannick Reihs vom LC Euskirchen ist bei zahlreichen Rennen angetreten, hat Siege und Bestzeiten gefeiert.
Sportlerwahl 2022Läufer Yannick Reihs feiert Bestzeiten und Siege

Die Saison für Yannick Reihs (Nr. 176) begann erst im Mai in Karlsruhe.
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Berlin, Berlin, er lief dann in Berlin. Und in Saarbrücken. Und auf Mallorca. Und um den Rursee. Darmstadt darf auch nicht vergessen werden. Yannick Reihs ist im Jahr 2022 gut herumgekommen. Selbst im Urlaub nahm er an einem Rennen teil. Ob bei Deutschen Meisterschaften oder bei anderen Wettbewerben, ob auf der Tartanbahn, der Straße oder in freier Wildbahn.
Auch die Länge variierte: Von 1,5 bis 28 Kilometer war alles dabei. „Fünf und zehn Kilometer sind meine Distanz, das andere ergänzt sich“, erzählt er. Die kurzen Strecken braucht er, um die Schnelligkeit aufzubauen. Beim Crosslauf trainiert er mit langen Distanzen. Der aus Hannover stammende und seit der Flut in Euskirchen, davor in Bad Münstereifel, lebende Student übt neunmal die Woche. Auf der Bahn mit seinen Freunden vom LC Euskirchen, aber auch im Billiger Wald, der Strecke zwischen Wald und Kreisstadt und in den Erftauen.
Yannick Reihs erlebt das besondere Marathontor-Gefühl in Berlin
Höhepunkt des Jahres war der Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion. „Wenn man durch das Marathontor läuft, ist das schon etwas Besonderes“, sagt der Leichtathlet. Besonders dann, wenn ein kleiner Fanclub mit Mitgliedern des LC Euskirchen in der Kurve sitzt und ihn anfeuert. Auf Platz 14 kam er über die Distanz von 5000 Metern ins Ziel. Dass das danach in der Hauptstadt noch gefeiert wurde, war klar.
Dabei hatte 2022 gar nicht so gut begonnen. Ende Februar erwischte ihn das Coronavirus. „Ich habe zum Glück keine großen Probleme danach gehabt“, sagt er. So richtig in die Saison startete er dann aber erst im Mai – und zwar mit persönliche Bestzeiten. Zuerst lief er die fünf Kilometer in Karlsruhe in 14:02 Minuten, danach in Belgien die 1500 Meter in 3:46. Dass er in Berlin 18 Sekunden langsamer war als in Karlsruhe, schiebt er auf das Wetter („Es war sehr schwül“) und die Tatsache, dass er ein taktisches Rennen laufen musste.
Euskirchener siegt auf Mallorca und läuft Streckenrekord am Rursee
Nach Berlin pausierte er kurz. „Ich war über Wochen sehr diszipliniert und brauchte eine mentale Auszeit, um wieder anzugreifen“, sagt er. So wirklich pausiert hat er aber nicht, denn im Urlaub in Frankreich nahm er dann „mal eben“ an eine 28-Kilometer-Traillauf teil.
Im Anschluss begann die Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft im Straßenlauf in Saarbrücken, bei der er über zehn Kilometer Neunter wurde. Mit einer Zeit von 29:43 Minuten blieb er als erster Läufer des LC Euskirchen seit Heinz-Bernd Bürger unter 30 Minuten. Es folgten der Sieg beim Mallorca-Marathon über die Zehn-Kilometer-Distanz, bei der noch einmal deutlich schneller war. Doch Reihs ist ehrlich: „Die Strecke musste modifiziert werden. Das waren wohl eher 9,3 Kilometer als zehn.“ Korrekt ist aber der Streckenrekord über die 16,5 Kilometer beim Rursee-Marathon.
2024: Abschluss des Studiums statt olympischer Spiele
Das Sportjahr endete dann so ähnlich, wie es angefangen hatte: mit einer Erkrankung, weshalb er beim Crossrennen in Darmstadt und der Deutschen Meisterschaft im Crosslauf in Löningen eher schwach lief, beim Silvesterlauf an der Steinbachtalsperre startete er nicht.
„Es war ein gutes Jahr“, zieht der Euskirchener dennoch eine positive Bilanz. 2023 soll endlich „die 14 fallen über fünf Kilometer“, die zehn Kilometer will er unter 29 Minuten laufen. Und im Herbst möchte er einen Halbmarathon versuchen.
Ein Ziel für 2024 hat er hingegen aufgegeben. Er wollte sich für die olympischen Spiele qualifizieren. „Dafür war ich 2021 aber zu schwach und hätte auch 2022 weiter sein müssen. Ich bin realistisch: Das wird nichts.“ Im Gegensatz zu einem anderen Ziel 2024: den Abschluss seines Studiums.
