2025 gelang dem TuS Zülpich der Aufstieg in die Frauen-Landesliga. Selbst eine Systemumstellung lief beeindruckend. Platz drei ist der Lohn.
Sportlerwahl 2025Die Zülpicher Fußballfrauen setzten ihre Erfolgsserie fort

Der Kader der Frauenlandesliga-Mannschaft des TuS Zülpich.
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Als sich im Sommer 2023 eine neu gegründete Frauenmannschaft des TuS Zülpich aus zahlreichen Spielerinnen des aufgelösten Landesligisten SG Oleftal formierte, begann eine Erfolgsgeschichte des Frauenfußballs im Kreis Euskirchen, die sich in beeindruckendem Tempo entwickelt: Zülpich ist dabei, sich neben dem VfL Kommern als Aushängeschild im regionalen Frauenfußball zu etablieren.
Doch von vorne: Regelkonform startete die Mannschaft unter Trainer Christof Hilgers zunächst in der Kreisliga. Ein einziger Punktverlust gegen Mitaufstiegsfavorit Kommern, der souveräne Aufstieg in die Bezirksliga im Sommer 2024. Sportlich betrachtet kaum mehr als eine Zwischenetappe. Trotz der umstrittenen Staffel-Zuteilung, die Derbys mit Erfthöhen und Wißkirchen verhinderte und weite Fahrten in den Aachener Raum bedeutete, setzte das Team seine Erfolgsserie fort: 17 Siege, ein Unentschieden, 52 Punkte, der erneute Durchmarsch und der Aufstieg in die Landesliga.
Selbst den Abgang der Torjägerin verkraftete Zülpich
Mit verbreitertem und qualitativ verstärktem Kader starteten die Römerstädterinnen in ihre erste Landesliga-Saison. Großen Wert habe er darauf gelegt, dass die Mannschaft auf allen Positionen variabel besetzt sei, erläutert der TuS-Coach. „Sehr gut kompensiert“ habe man den Weggang von 26-Tore-Frau Julia Kurth. Zwar sei ihr Wechsel ein herber Verlust gewesen, so Hilgers, doch mit den Neuzugängen, die alle überzeugen, findet er das Team aktuell sogar stärker. Mit dem Abgang Kurths stellte der TuS-Trainer seine Elf taktisch neu auf und wechselte auf ein 4-3-3 System, das weniger auf eine Zielspielerin, dafür stärker auf Flexibilität und Breite setzt. Die Umsetzung auf dem Platz: beeindruckend.
In ihrer ersten Landesliga-Hinrunde 2025 überwintern die Römerstädterinnen auf dem dritten Tabellenplatz. Vor Hilgers' Aufstiegsaspiranten Fortuna Köln und Kornelimünster und nur knapp hinter Top-Favorit Bedburg und Burtscheid. Nur drei Spiele verlor der TuS, und das denkbar knapp mit jeweils nur einem Tor Unterschied. „Die Niederlagen waren vermeidbar, wir müssen daraus lernen“, sagt Hilgers, der den Schritt von der Bezirksliga in die Landesliga mit dem Sprung von der dritten Liga in die Bundesliga vergleicht.
Torfrau Anna Lena Lohmann erhält ein Sonderlob des Trainers
Bemerkenswert sind die Werte, die sowohl die Offensiv- als auch die Defensivreihen erzielten: Nur elf Gegentore bedeuten den zweitniedrigsten Wert in der Liga für die Hilgers-Schützlinge. Und 33 erzielte Tore bedeuten den drittbesten Ligawert. Spielerinnen aus dem Kollektiv hervorzuheben, liegt Hilgers fern. Dennoch spricht der TuS-Coach Torfrau Anna Lena Lohmann, im Sommer von Erfthöhen in die Römerstadt gewechselt, ein Sonderlob aus: „Anna-Lena hat eine enorme Entwicklung genommen. Wenn sie noch ein, zwei Jahre so weiterarbeitet, traue ich ihr noch viel mehr zu.“
Das Highlight der Hinrunde ist schnell genannt. „Die Art, wie wir uns präsentieren, macht mich stolz. Wir geben kein Spiel verloren und kämpfen bis zum Schluss“, fasst Hilgers zusammen.
Das erste Jahr in einer höheren Liga, so der Coach, sei immer von Euphorie und Lerneffekten geprägt. Sein Team sprühe vor Spiellaune und Spielwitz, eine gesonderte Motivation brauche es nicht. Trotz der starken Platzierung bleibt der Trainer geerdet: „Wenn wir diese Position halten, sind wir hochzufrieden.“ Einen Angriff auf die Mittelrheinliga hält er zum jetzigen Zeitpunkt für „vermessen“, auch wenn das Potenzial langfristig zweifellos vorhanden sei.
Zufrieden wäre er, wenn es gelänge, das zweite Jahr ebenso erfolgreich zu gestalten wie die aktuelle Saison. Optimistisch stimme ihn dabei auch der starke Unterbau im Verein: Zülpich verfügt über „megastarke“ Jugendmannschaften, die perspektivisch nachrücken. Für 2026 sieht Hilgers vor allem eine Aufgabe: das Spielsystem weiterzuentwickeln.

