Feuer in NöthenEines der Häuser nicht mehr zu retten – 80 Feuerwehrleute im Einsatz

Komplett ausgebrannt ist das derzeit unbewohnte Haus auf dem Areal im Wald bei Nöthen.
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Bad Münstereifel-Nöthen – Wo brennt’s denn? Dieses geflügelte Wort dürfte für die Crew der Rettungsleitstelle und zunächst auch die Feuerwehrleute gelten, die am späten Montagabend alarmiert wurden. Gegen 23.30 Uhr meldeten sich gleich mehrere Anrufer bei der Leitstelle und berichteten von einem Feuerschein im Wald. Dass es sich dabei um derzeit ungenutzte Wochenendhäuser mitten im Wald bei Nöthen handelte, sollte sich erst später herausstellen.
Zunächst wurden die Löschgruppen Eschweiler, Wachendorf und Weiler am Berge in Marsch gesetzt, da die Hinweise auf einen Brand im Raum Stockert hindeuteten. Doch einer der Anrufer meldete sich auch direkt bei Bad Münstereifels Feuerwehrchef André Zimmermann. Der hat von seinem Heim aus einen direkten Blick auf das Waldgebiet, konnte das weithin sichtbare Feuer genauer lokalisieren und veranlasste die Alarmierung der Nöthener Löschgruppe.
Ein Haus nicht mehr zu retten
Als die ersten Einsatzkräfte auf dem Areal eintrafen, stellten sie fest, dass eines der Häuser im Vollbrand stand und bereits nicht mehr zu retten war. Kontrolliertes Abbrennen und der Schutz der baumbestandenen Umgebung waren dort die Devise. Auch in einem weiteren, rund 50 Meter entfernten Haus, brannte es. Rauch quoll aus dem Dachbereich. André Zimmermann, der den Einsatz leitete, geht davon aus, dass es bereits eine Weile gebrannt haben dürfte, bevor das Feuer im Wald bemerkt worden war.

In einem rund 50 Meter vom Wochenendhaus entfernten Gebäude war ebenfalls ein Feuer ausgebrochen.
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Als die Dimension des Einsatzes klar war, ließ er weitere Einheiten alarmieren: den Löschzug 3 mit den Einheiten Bad Münstereifel, Eicherscheid und Hohn, später auch die Feuerwehrleute aus Mahlberg, um weitere Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben. Der Atemschutzcontainer aus dem Brandschutzzentrum Schleiden wurde zur Einsatzstelle beordert, das DRK sorgte für die Verpflegung der rund 80 Einsatzkräfte. Auch das THW Euskirchen wurde im Laufe des Einsatzes alarmiert, um für weitere Beleuchtung zu sorgen. Als die Helfer vor Ort eintrafen, setzte jedoch bald die Morgendämmerung ein. Daher, aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der Größe der THW-Fahrzeuge entschied man laut Zimmermann jedoch, dass die THW-Helfer nicht mehr in den Einsatz gehen sollten.
Wasserversorgung schwierig
Durch eine auf dem Gelände befindliche Zisterne mit zehn Kubikmetern Inhalt stand der Feuerwehr Wasser für die ersten Löschmaßnahmen zur Verfügung. Doch schnell war klar, dass das bei weitem nicht ausreichen würde. Mitten im Wald war die Wasserversorgung allerdings nicht einfach herzustellen. Eine Strecke von rund einem Kilometer und einen Höhenunterschied von etwa 70 Metern, so Zimmermanns Schätzung, galt es mithilfe mehrerer Pumpen zu überwinden, um das Wasser aus einem leistungsstarken Hydranten im Tal zur Einsatzstelle zu schaffen. Zudem rückten Feuerwehrleute aus Arloff, Mechernich und Euskirchen mit Tanklöschfahrzeugen an, um im Pendelverkehr Wasser herbeizuschaffen. Da es nur eine Zufahrt zu dem Areal im Wald gibt, musste dies wohlkoordiniert geschehen – auf den engen und schmalen Wegen durften sich die Feuerwehrfahrzeuge nicht begegnen.
Der Brand im zweiten Gebäude bereitete den Einsatzkräften einige Schwierigkeiten. Immer wieder mussten mit Einreißhaken Teile des Dachs geöffnet werden, um an das Feuer zu gelangen. Der Einsatz eines Netzmittels war laut Zimmermann aufgrund der Lage im Schutzgebiet – es ist Einzugsgebiet der Wasserquellen – nicht möglich, so dass der Brand nur mit massivem Wassereinsatz bekämpft werden konnte. Immer wieder waren zudem Knallgeräusche zu hören. Gasflaschen sind laut Zimmermann jedoch nicht in dem Gebäude gewesen. Möglicherweise seien Campinggaskartuschen die Ursache dafür gewesen.
Zwangsversteigerung
Das Areal, auf dem in der Nacht zwei Gebäude gebrannt haben, steht im Wege der Zwangsvollstreckung zur Versteigerung. Als Termin vor dem Amtsgericht Euskirchen ist Mittwoch, 2. Juni, um 12 Uhr angesetzt. Insgesamt wird ein Preis von 27001 Euro aufgerufen.
Im Gutachten dazu, das im Internet einsehbar ist, heißt es, dass ein Wochenendhaus 1952 gebaut wurde. Die Baujahre der anderen Gebäude sind nicht bekannt. Zudem bestehe eine Abbruchverfügung der Bauaufsichtsbehörde für Anbauten und Nebengebäude, etwa einen Hühnerstall und einen Carport. Wegen mangelnder Erschließung und mangelnder Löschwasserversorgung besteht gemäß Gutachten derzeit ein Nutzungsverbot . (rha)
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Erst gegen 9 Uhr am Morgen kehrten die letzten Feuerwehrleute in ihre Gerätehäuser zurück. Alleine der Rückbau der Wasserversorgung mit all den Schläuchen hat laut Zimmermann anderthalb bis zwei Stunden in Anspruch genommen. Mit dem Verlauf des Einsatzes zeigte sich Zimmermann zufrieden – inklusive der Unterstützung von oben in Form von Regen: „Ich bin froh, dass es so abgelaufen ist. Auch das Wetter war auf unserer Seite.“Bei dem Feuer ist nach Angaben der Polizei ein Sachschaden im mittleren fünfstelligen Eurobereich entstanden. Warum der Brand ausgebrochen ist, ist noch unklar. Der Brandort wurde beschlagnahmt, zudem hat die Kriminalpolizei Euskirchen einen amtlich bestellten Brandsachverständigen eingeschaltet.
