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15-Jähriger vor GerichtProzess gegen Schleidener Brandstifter hat begonnen

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Prozess

Die nicht-öffentliche Verhandlung der  8. Großen Jugendkammer des Landgerichts Aachen war schnell vorbei (Symbolbild).

  1. Dem Angeklagte beging sieben Brandstiftungen im Schleidener Tal.
  2. Nun muss er sich wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung sowie schwerer und einfacher Brandstiftung verantworten.
  3. Der erste Prozesstag war trotzdem erstaunlich kurz.

Aachen/Hellenthal – Der erste Prozesstag im Fall eines 15-Jährigen aus der Gemeinde Hellenthal, dem sieben Brandstiftungen im Schleidener Tal zur Last gelegt werden, war schnell zu Ende. Nach der Verlesung der Anklageschrift war die nicht-öffentliche Verhandlung vor der 8. Großen Jugendkammer des Landgerichts Aachen auch schon vorbei.

Mehr hatte der Vorsitzende Richter für den Tag schon deshalb nicht vorgesehen, um dem jungen Angeklagten die Möglichkeit zu geben, sich an die Atmosphäre im Gerichtssaal zu gewöhnen. Denn am 12. November, dem zweiten Verhandlungstag, wird der 15-Jährige, der sich wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung sowie schwerer und einfacher Brandstiftung verantworten muss, zu den ihm zur Last gelegten Taten vernommen.

Angeklagter gesteht in Tatnacht

Bereits in der Nacht der Festnahme hatte er die Brandstiftungen, darunter die im Schleidener Sturmius-Gymnasium, bei denen Sachschäden in Millionenhöhe entstand, in den polizeilichen Vernehmungen eingeräumt.

Der Euskirchener Rechtsanwalt Albert Stumm, der Verteidiger des 15-Jährigen, geht davon aus, dass sein junger Mandant auch vor Gericht aussagen wird. „Er bedauert, dass Menschen, die ihm nahestanden und -stehen, in Gefahr geraten sind und Schaden erlitten.“ In den Gesprächen, die er mit dem 15-Jährigen geführt habe, habe dieser gesagt, er würde alles geben, um das, was passiert ist, ungeschehen zu machen.

Fassungslosigkeit

Begleitet wurde der 15-Jährige von seinem Vater, der laut Stumm genauso fassungslos und fragend vor den Geschehnissen stehe. Bei dem 15-Jährigen habe es sich um keinen auffälligen Heranwachsenden gehandelt, sagte der Anwalt.

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Froh ist Stumm, dass sein junger Mandant offenbar auch mit der Haft in der Jugendarrestanstalt zurechtkommt. Stumm: „Es gibt Leute, die mit der Haftsituation schlechter umgehen.“ Der 15-Jährige nutze etwa intensiv die schulischen Angebote.