AusstellungJosé Xavier Polet provoziert mit Ecken und Kanten in Euskirchen

Galerist Rüdiger Westphal präsentiert die aktuelle Ausstellung des Künstlers José Xavier Polet.
Copyright: Cedric Arndt
Euskirchen – Die Möglichkeiten, seinen Gedanken und Gefühlen, seinen Erlebnissen und Träumen auf künstlerische Art Ausdruck zu verleihen, sind nahezu grenzenlos. Durch abstrakte Darstellung können selbst alltägliche Gegenstände oder Situationen einen Betrachter in völlig neue Welten entführen.
Wie der in Südfrankreich beheimatete Künstler José Xavier Polet in seiner Ausstellung in der Galerie des Förderkreises zeitgenössischer Kunst Kreis Euskirchen (FzKKE) durch seine Gemälde betont, können diese Darstellungen jedoch auch klaren geometrischen Formen folgen und dennoch die Fantasie einer beobachtenden Person beflügeln.
Bekannte Strukturen, die provozieren
Kreise, Quadrate, Dreiecke – der gebürtige Belgier setzt in seinen Werken häufig auf bekannte Strukturen. Dennoch hinterlassen die Bilder laut Galerist Rüdiger Axel Westphal einen auf den ersten Blick unerwarteten Beigeschmack: „Es hat den Anschein, als wolle der Künstler den Betrachter provozieren. Plötzlich versucht man jedem noch so kleinen Detail eine Bedeutung zuzuschreiben, die es vielleicht gar nicht hat.“
So scheinen die eigentlich klaren Strukturen immer wieder aus ihrem gewohnten Erscheinungsbild ausbrechen zu wollen. Darstellungen, die ohne Hintergrundwissen einen von Blitzen durchzogenen Himmel darstellen könnten, erweisen sich schließlich als umgedrehte Gewehrkolben, die die Kriegsmüdigkeit deutscher und französischer Truppen aus dem Ersten Weltkrieg darstellen sollen.
Objekte im Raum verteilt
„Wir alle kennen den Spruch: ’Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin’. Diese Bilder verkörpern die Aussage ziemlich deutlich“, so Westphal. Neben klaren Formen gehört auch die scheinbar willkürliche Anordnung verschiedener Objekte im Raum zu der Ausstellung von José Xavier Polet.
Eine Leiter, von der man meinen könne, sie sei nach dem Anbringen der Bilder vergessen worden, wirft ebenso viele Fragen auf wie mitten in der Galerie aufgestellte Transportkisten. „Sie spiegeln meiner Meinung nach, noch deutlicher als die Bilder selbst, die Provokation des Künstlers wider“, erklärte Rüdiger Axel Westphal.
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„Man kann sich ewig mit der Bedeutung dieser Stücke beschäftigen und kommt jedes Mal zu einer neuen Lösung.“ Doch genau dieser Zwiespalt ist es laut Westphal, der die Kunst von José Xavier Polet ausmacht. „Kunst darf auch schon mal anecken. Würden wir uns bei der Entstehung neuer Werke immer den gleichen Grenzen unterwerfen, könnten wir niemals etwas Neues schaffen.“
Die Ausstellung von José Xavier Polet kann nach telefonischer Rücksprache unter 0 22 51/55 100 bis zum 30. September dieses Jahres in der Galerie des FzKKE, Kölner Straße 26, in Euskirchen besichtigt werden.



