Die Veranstaltungsreihe „Mit der Gambe durch die Eifel“ bietet in diesem Jahr acht Termine zwischen Hüngersdorf und Frauenberg.
Konzerte, Exkursionen, LesungenAlte Musik in ausgesuchten Kirchenräumen in der Eifel

Bei der Konzertreihe „Mit der Gambe durch die Eifel“ sind auch in diesem Jahr wieder Sabine Weber und Christoph Barth – hier im Vorjahr bei ihrem Konzert in Kronenburg – beteiligt.
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Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr dürfen sich Musikliebhaber auch 2026 wieder auf eine außergewöhnliche Konzertreihe mit einem abwechslungsreichen Begleitprogramm freuen: Das „Ensemble favori“ lädt zwischen dem 14. Mai und dem 11. September Kulturinteressierte zu acht Konzerten mit alter Musik in Kirchen, Kapellen und einer Schmiede ein.
Unter dem Motto „Mit der Gambe durch die Eifel“ will das aus Christoph Barth (Laute und Theorbe), Johannes Geffert (Cembalo), Willi Kronenburg (Orgel) und Sabine Weber (Viola da gamba) bestehende Ensemble selten zu hörende Musik erklingen lassen und dabei die Aufmerksamkeit auf neue Kirchendenkmäler im Kreis Euskirchen, dem Landkreis Vulkaneifel sowie in der belgischen Eifel lenken.
Unterstützt werden die Musikerinnen und Musiker dabei von der Schauspielerin Hildegard Meier. „Gemeinsam wollen wir bei dieser Veranstaltungsreihe die Eifel-Denkmäler mit Klängen, Texten, Geschichten und Gestalten zu neuem Leben erwecken“, so Projektinitiatorin Sabine Weber: „An allen Veranstaltungsorten ist ein geselliger Ausklang mit den Künstlern, Besuchern und Bewohnern geplant.“
Festival-Auftakt in der Schmiede in Hüngersdorf
„Der heilige Quirinus“ – so der Titel des „Kräuter- und Pilgerkonzerts“, mit dem die Veranstaltungsreihe beginnt – steht am Donnerstag, 14. Mai (Christi Himmelfahrt), in der Schlosserei Köb hinter der St.-Anna-Kapelle in Hüngersdorf im Mittelpunkt. Beginn ist um 16 Uhr mit einer Kräuterexkursion unter der Leitung von Irmgard Löffelmann und Uta Dederichs. „Die Suche nach heilenden Kräutern für Pilger und Wanderer wird mit schreitend kreisender Musik für Viola da gamba, Laute und Theorbe von Simpson, Ortiz, Dowland und Selma in der Schmiede fortgesetzt und durch Kräutermärchen intensiviert“, heißt es in der Konzertankündigung.
In einer der schönsten sakralen Räume der Eifel wird die Reihe am 31. Mai fortgesetzt. Die Erlöserkapelle in Mirbach, nur wenige Kilometer hinter der Kreisgrenze bei Dollendorf im Landkreis Vulkaneifel gelegen, ist an ihren Innenwänden vollständig mit goldig schimmernden Mosaiken verziert. Dort steht Musik für Viola da gamba und Theorbe von Marin Marais auf dem Programm, darunter auch die berühmten „Couplets de folies“.
Die ausgesuchten Kirchen und Kapellen bieten perfekte Akustik
Um die Gräfinnen von Manderscheid und den Hintergrund einer einzigartigen Eifeler Kirchenstruktur – der Einstützenkirche – geht es am 28. Juni bei der Uraufführung des Programms „Adel verpflichtet“ in der Burgkapelle in Kerpen/Vulkaneifel. Auch im ostbelgischen Weweler gibt es eine solche Einstützenkirche. Dort ist die Veranstaltungsreihe am 30. August zu Gast.
„Grounds, Rounds und Kräuter am Kalvarienberg“ präsentieren die beteiligten Künstlerinnen und Künstler vorher, am 4. Juli, in der Alten Kirche in Alendorf. Nach der Pflanzenbestimmung in den Wacholderhängen mit dem Biologen Dr. Karl-Heinz Linne von Berg werden die Pflanzenfresken der Kirche zu frühbarocker Musik für Viola da gamba, Laute und Theorbe untersucht.
Sabine Weber betont, dass die ausgesuchten Kirchen und Kapellen nicht nur im Hinblick auf die Architektur oder die künstlerische Ausgestaltung ganz einzigartige Räume darstellten: „Sie bieten für unsere Art der Musik auch eine perfekte Akustik.“
Das „Ensemble favori“ hat zumeist französische Gambenmusik im Programm. Und die habe durchaus einen Bezug zur Eifel, denn hugenottische Adlige flohen während der französischen Revolution aus Paris. „Sie dürften die am Hof hoch im Kurs stehende Gambenmusik im Ohr gehabt haben, als sie in der Eifel ankamen und sich dort niederließen“, sagt Weber.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe rücken die Kräuterfresken in der Kirche St. Georg in Frauenberg und die Visionen der Hildegard von Bingen in den Mittelpunkt. Dort ist am 11. September die finale Konzertlesung der diesjährigen Reihe geplant.
Die Veranstaltungsorte und Termine im Überblick
- Donnerstag, 14. Mai (Himmelfahrt): Schlosserei Köb in Hüngersdorf. 14 Uhr Exkursion (Anmeldung per E-Mail), 17 Uhr Konzert.
- Sonntag, 31. Mai: Erlöserkapelle Mirbach. 15.30 Uhr Konzert.
- Sonntag, 28. Juni: Burgkapelle Kerpen/Eifel. 15.30 Uhr Konzert (Eintritt frei).
- Samstag, 4. Juli: Alte Kirche Alendorf. 14 Uhr Exkursion (Anmeldung per E-Mail), 17 Uhr Konzert (Eintritt frei).
- Sonntag, 2. August: St. Anna Wirtzfeld (Ostbelgien). 14 Uhr Exkursion, 17 Uhr Konzert.
- Sonntag, 30. August: St. Hubertus Weweler (Ostbelgien). 15 Uhr Führung, 16.30 Uhr Konzert.
- Sonntag, 6. September: Ehemalige Militärkapelle St. Walburgis Vogelsang. 12 Uhr Exkursion (Anmeldung per E-Mail), 16 Uhr Konzert.
- Freitag, 11. September: St. Georg Frauenberg. 19 Uhr Konzert (Eintritt frei).
Ticketreservierungen per E-Mail. In Wirtzfeld und Weweler Reservierung über die Seite des Ostbelgien-Festivals.
