Ein faszinierendes Naturschauspiel war in der Nacht zum 20. Januar zu erleben. Viele fotografierten es mit Handys und Kameras.
„Unfassbares Erlebnis“Menschen im Kreis Euskirchen staunten über Polarlichter – Die Bilder

Ein Anblick, den viele Menschen im Kreis Euskirchen förmlich aufsogen: die Polarlichter am Himmel. Hier sind sie bei Frohngau festgehalten worden.
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In den Sozialen Netzwerken kam man am Dienstag nur schwer – wenn überhaupt – an Bildern vorbei, die vornehmlich grün und oder rot leuchteten. Viele Menschen im Kreis Euskirchen erlebten das Naturschauspiel am Himmel in der Nacht zum Dienstaglive – und posteten auch gleich ihre Fotos der Polarlichter auf den unterschiedlichsten Kanälen.

Das Nordlicht über Dreiborn, von Harperscheid aus gesehen: Auch hier tauschte der Himmel sein Schwarz gegen ein ganz besonderes Rot.
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Alieninvasion oder Polarlicht über Kuchenheim?
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Der Ülpenicher Hobbyfotograf Daniel Wirtz verbrachte am Montagabend viele Stunden am Zülpicher See. Auch er war auf der Jagd nach Polarlichtern. „Alles kann, nichts muss“, dachte sich der Hobbyfotograf, als er trotz Kälte zum See aufbrach – zunächst ohne den erhofften Erfolg. Doch nach einer Stunde erschien auf der Kamera ein erster roter Punkt, der sich rasch zu leuchtenden Schleiern entwickelte.

Kalter Zülpicher See, kalte Nacht: Daniel Wirtz` Warten auf die Lichter hat sich in der Römerstadt gelohnt.
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Bald war das Spektakel mit bloßem Auge sichtbar, die Farben spiegelten sich eindrucksvoll im Wasser. „Ein unfassbares Erlebnis, ein unglaublicher Moment, den ich wohl nie vergessen werde“, so Wirtz, der vom Stotzheimer Tristan Driesen begleitet wurde. Auch er ist leidenschaftlicher Fotograf und hielt schon im Mai 2024 die Polarlichter über Euskirchen auf seiner Speicherkarte fest. Auch am Zülpicher See sei das Naturschauspiel irgendwie faszinierend und schön zugleich gewesen.
Geomagnetischer Sonnensturm sorgte für die Farben am Himmel
Verantwortlich für die Farben am Nachthimmel ist laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm. Wegen der Stärke des Sonnensturms seien die Polarlichter in der Nacht bis zu den Alpen zu sehen gewesen. „Wir hatten eine stärkere Eruption der Sonne. Und die ist jetzt bei uns angekommen“, sagt Markus Bayer, Meteorologe beim DWD. Durch die Eruption flogen Teilchen von der Sonne in Richtung Erde.

In Weilerswist war der Himmel grün gefärbt. Norbert Liebertz machte diese tolle Aufnahme.
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Naturschauspiel am Himmel über Freilingen, aufgenommen von Landrat Markus Ramers
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Diese werden bei Sonnenstürmen vom Erdmagnetfeld in Richtung Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein, heißt es auf der Webseite des DWD dazu. In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und regen diese zum Leuchten an. Die Eruptionswolke der Sonne habe die Strecke zwischen Sonne und Erde in nur etwa 25 Stunden bewältigt, berichtete die Astronomieplattform „Spaceweather“. Das sei extrem schnell. Normalerweise benötige eine solche Wolke für diese Strecke drei bis vier Tage.
Die Kreispolizei blieb auch während des Naturphänomens wachsam
Euskirchens Landrat Markus Ramers hielt die Polarlichter in der Eifel fest. Manchmal können Abendtermine auch ein besondere Ende nehmen, schrieb der Verwaltungschef auf seinem Social-Media-Account.
Auch die Polizei war im Polarlicht-Fieber – aber nicht, ohne ihre Aufgaben aus dem Blick zu verlieren. So schön und ruhig dieser Abend auch wirke, schreiben die Beamten auf dem offiziellen WhatsApp-Kanal der Euskirchener Polizei, „wir sind weiterhin für Sie da. Damit alle Bürger sicher durch die Nacht kommen, sind unsere Kolleginnen und Kollegen im Kreisgebiet unterwegs. Immer aufmerksam, ansprechbar und einsatzbereit.“

