Während Ilona Schaffrath auf zahlreiche weitere Höhepunkte ihrer Laufkarriere zurückblickt, ging das Kapitel Tischtennis zu Ende.
Sportlerwahl 2025Kuchenheimerin Ilona Schaffrath schwärmt vom Chicago-Marathon

Nach dem Lauf präsentierte Ilona Schaffrath stolz ihre Medaille des Chicago-Marathons.
Copyright: Privat/Ilona Schaffrath
Zuversichtlich hatte Ilona Schaffrath bei ihrer Sportlerwahl-Nominierung im vergangenen Jahr angekündigt, noch eine Schippe zulegen zu wollen. Ein ambitioniertes Unterfangen angesichts der beeindruckenden Leistungen im Jahr 2024. Doch tatsächlich erreichte die Dauerläuferin all ihre Ziele.
Beginnend mit dem Grüngürtel-Ultra, der sie bereits zum dritten Mal 63 Kilometer durch Köln führte, startete sie unter besonderen Bedingungen in ihr Sportjahr. „Der erste und einzige Streckenposten befindet sich irgendwo rund um Kilometer 32. An dem Tag war es allerdings so kalt, dass uns die Verpflegung unterwegs teilweise eingefroren ist“, erinnerte sich die Athletin lachend.
Meine Lunge und meine Oberschenkel haben dermaßen gebrannt, ich bin oben einfach in die bereitgestellten Matten gesunken.
Kaum hatte sie sich die Kälte aus den Knochen geschüttelt, widmete sie sich einer für sie bislang unbekannten Erfahrung: dem Treppenlauf im Kölner Mediapark. „Das waren wahrscheinlich die längsten neun Minuten meines Lebens.“ In dieser Zeit erklomm sie die 40 Etagen mit insgesamt 730 Stufen des höchsten Bürogebäudes der Domstadt. „Meine Lunge und meine Oberschenkel haben dermaßen gebrannt, ich bin oben einfach in die bereitgestellten Matten gesunken.“
Highlight und eine weitere Premiere für die Dreifach-Sportlerwahlsiegerin bildete der Chicago-Marathon im Herbst. „Es gibt sechs Strecken, die zu den World-Majors-Läufen zählen. Die größten Marathonläufe der Welt“, betont Schaffrath. Nach mehrfachen Teilnahmen in Berlin, ebenfalls ein World-Major-Lauf, setzte sie 2025 ihr zweites Häkchen auf dieser Liste. „Man kann sich nicht einfach registrieren und ist dann dabei. Zuerst muss man auf sein Glück bei einem Losverfahren hoffen, die Chance lag bei gerade einmal zwei Prozent.“
In Chicago fühlte Ilona Schaffrath sich wie beim Kölner Rosenmontagszug
Nicht einmal ihre Flugangst hielt sie nach dem Losglück von der Reise nach Übersee ab. „In Amerika hat der Marathon einen ganz anderen Stellenwert. Mit Millionen Zuschauern am Straßenrand fühlt man sich ein wenig wie der Prinz beim Kölner Rosenmontagszug. Diese Stimmung hat mich derart überwältigt, dass vor dem Start und nach dem Zieleinlauf die ein oder andere Träne geflossen ist.“
Das Erlebnis könnte sich wiederholen. „Ich habe das große Glück, 2026 nicht nur zum sechsten Mal in Folge am Berlin-Marathon teilzunehmen, sondern im November in New York mein drittes Sternchen für die World-Majors zu sammeln.“
Während der zeitliche Aufwand inklusive Training und Wettkämpfen einem Vollzeitjob sehr nahekommt, findet die Kuchenheimerin dennoch Zeit, sich beim TV Kuchenheim im Tischtennis auszuzeichnen. 2025 endete jedoch ein bedeutsames Kapitel ihrer zweiten großen Leidenschaft. „Leider mussten wir unsere Damenmannschaft im Februar nach 30 Jahren vom aktiven Spielbetrieb abmelden“, bedauert die Sportlerin.
Zwar habe sie ihre letzten Partien gewonnen und sei somit seit mittlerweile sechs Jahren ungeschlagen, dennoch fiel der Abschied schwer. „Ich habe schon ein Angebot einer höherklassigen Mannschaft aus Bad Honnef erhalten, aber noch sitzt die Trauer zu tief.“

